Ein erfolgloser Schauspieler, eine folgenreiche Lüge und ein immer größeres Schlamassel: Aus diesem Schneeball-Effekt ist nur die Culture-Clash-Comedy „Jossi“ mit Jannik Schümann gemacht, die im kommenden Monat an den Start geht. In der ARD Mediathek sind die sechs 30-minütigen Episoden ab dem 13. November abrufbar. Bereits einen Tag zuvor sind alle Folgen ab 21:00 Uhr als Serien-Marathon bei arte zu sehen.
Im Mittelpunkt steht Wanja Germann (Jannik Schümann), dessen Familie vor knapp 30 Jahren aus Russland nach Berlin gekommen ist. Vom erhofften gesellschaftlichen Aufstieg ist allerdings wenig zu spüren. Wanja versucht sich als Schauspieler, hält sich aber mit einem Job in einem Escape-Room über Wasser – und wohnt auch gleich dort. Auch seine Eltern Boris (Rezo Tschchikwischwili) und Sveta (Marina Weis) kämpfen ums Überleben. Ihr russisches Restaurant steht kurz vor der Pleite und kann nur durch Bilanz- und Kaviarfälschung gerettet werden. Wanjas Schwester Mascha (Irina Kurbanova) absolviert derweil zwar erfolgreich ein Jurastudium, bekommt ihr Privatleben aber nicht in den Griff.
Für Wanja scheint sich eine große Chance zu ergeben, als ein internationaler Streamingdienst ein Casting für eine aufwendige Filmproduktion startet. Regie führt der amerikanische Star-Regisseur Sam Rosenberg (Thomas Loibl). Allerdings gibt es Diversity-Vorgaben: Eine bestimmte Rolle soll ausschließlich mit einem jüdischen Schauspieler besetzt werden. Wanja beschließt daraufhin, beim Casting kurzerhand vorzugeben, Jude zu sein.
Während der Vorbereitungen für den Film lernt er Dana Gold (Nilam Farooq) kennen, in die er sich verliebt. Dana ist tatsächlich Jüdin und kommt Wanjas Schwindel bald auf die Spur. Als Wanja versucht, seine Lüge zu vertuschen, zieht er auch noch seine gesamte Familie mit hinein. Die Situation eskaliert endgültig, als Wanja Opfer einer antisemitischen Attacke wird. Plötzlich wird aus dem erfolglosen Schauspieler eine öffentliche Figur – und schließlich der vermeintlich berühmteste Jude der Welt.
Grundlage für „Jossi“ ist eine Idee des Schauspielers und Drehbuchautors Dimitrij Schaad, der unter anderem aus „Killing Eve“ und „Kleo“ bekannt ist. Die Drehbücher stammen von Headautor Jonas Zimmermann. Inszeniert wird die Serie von Wolfgang Groos. Als Produzenten fungieren Philip Voges, Marcel Werner und Junior-Producer Rafael Peiß. Produziert wurde „Jossi“ von Odeon Fiction im Auftrag von SWR und arte.