Das hat sich RTL ganz anders vorgestellt: Monatelang wurde im Vorfeld auf den Start der neuen Action-Show „Gladiators“ hingefiebert, eine neue deutsche Adaption des US-amerikanischen Klassikers „American Gladiators“ aus den 1990er Jahren. Doch die beiden ersten Folgen, die am vergangenen Freitag und Samstag ausgestrahlt wurden, entpuppten sich als Quotenflop, so dass RTL nun vorzeitig die Reißleine zieht. Die noch ausstehenden drei Folgen werden nicht mehr zur Primetime ausgestrahlt, sondern erst in einigen Wochen im Spätprogramm.
Am morgigen Freitag, den 11. September strahlt RTL um 20:15 Uhr nun anstelle von „Gladiators“ noch einmal die dreieinhalbstündige Dokumentation „70 Jahre BRAVO – Das große Jubiläum“ aus, die bei der TV-Premiere im Mai ordentliche Quoten einfuhr. Was RTL in den darauffolgenden zwei Wochen am Freitagabend zeigt, steht noch nicht fest. Auf dem Sendeplatz um 20:15 Uhr weist RTL derzeit für den 18. und 25. September eine Lücke aus. Feststeht dagegen, wann die restlichen „Gladiators“-Folgen gezeigt werden: RTL zeigt sie nun ab dem 2. Oktober freitags um 23:15 Uhr direkt im Anschluss an die neue Staffel von „Ninja Warrior Germany“. Die Show muss dann nicht nur mit einem späten Sendeplatz vorliebnehmen, sondern wird auch noch zweigeteilt ausgestrahlt, da sie um 0 Uhr durch das „RTL Nachtjournal“ unterbrochen wird. All das sind eindeutige Zeichen dafür, dass RTL „Gladiators“ als neue Show-Hoffnung bereits abgeschrieben hat.
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Bereits die erste Folge lockte am Freitag, den 4. September nur ein überschaubares Publikum an. 700.000 neugierige Zuschauer schauten rein, davon 220.000 14- bis 49-Jährige, die für 9,2 Prozent Marktanteil in der werberelevanten Zielgruppe reichten. Am Samstag, den 5. September schob RTL direkt die zweite Folge nach, doch da war der Neugiereffekt bereits verpufft und die Einschaltquoten waren im freien Fall. Nur noch 470.000 Zuschauer blieben übrig, davon 140.000 Werberelevante. Der Zielgruppen-Marktanteil rauschte auf 5,2 Prozent nach unten. Durchaus verständlich, dass RTL nicht riskieren wollte, drei weitere Freitagabende mit Einschaltquoten zum Vergessen zu verbuchen.
Bitter ist der Flop von „Gladiators“ allerdings auch deshalb, weil es sich hierbei nicht um eine reine RTL-Auftragsproduktion handelte, sondern der Sender dafür mit dem Streamingdienst Amazon Prime Video kooperierte. Die Zusammenarbeit beinhaltete, dass die komplette Show einen Monat vor der linearen Ausstrahlung vorab bei Prime Video on Demand veröffentlicht wird. Bereits zu diesem Zeitpunkt hätten die Alarmglocken schrillen können, denn „Gladiators“ tauchte in den Streaming-Charts gar nicht erst auf. Es kann also davon ausgegangen werden, dass auch auf Prime Video die Abrufzahlen äußerst gering ausfielen.
Es spricht daher alles dafür, dass das deutsche „Gladiators“ wohl schnell wieder zu den Akten gelegt wird. In Auftrag gegeben wurde die Adaption ursprünglich, weil sich die britische Version „Gladiators UK“ für die BBC als Überraschungserfolg entpuppt hat. Dort liefen seit 2024 bereits drei Staffeln, die mehr als vier Millionen Menschen sehen wollten. Doch einmal mehr hat sich gezeigt, dass sich nicht jedes Erfolgsformat aus dem Ausland problemlos nach Deutschland übertragen lässt.