„Gentleman Jack“: Deutschlandpremiere im Januar im Pay-TV

    Suranne Jones brilliert als eigenwillige Landbesitzerin und Rebellin

    Bernd Krannich – 11.12.2019, 12:35 Uhr

    „Gentleman Jack“: Anne Lister (Suranne Jones) will von Ann Walker (Sophie Rundle) mehr als nur Geld

    Sky hat die britisch-amerikanische Ko-Produktion „Gentleman Jack“ erworben und wird die Serie mit Suranne Jones in der Titelrolle ab dem 29. Januar 2020 zeigen. Die erste Staffel der Produktion von BBC One und HBO umfasst acht Episoden, die dann immer mittwochs ab 20.15 Uhr in Doppelfolgen ausgestrahlt werden. Die Historienserie, die auf realen Vorbildern beruht, nimmt die Zuschauer mit ins englische Halifax des Jahres 1832 und erzählt von der Grundbesitzerin Anne Lister (Jones), die mit sexuellen und gesellschaftlichen Normen brach.

    Parallel zur Ausstrahlung bei Sky Atlantic stehen die Folgen dann wie üblich immer auch auf Sky Ticket, Sky Go und über Sky Q zur Verfügung. „Gentleman Jack“ wurde für eine zweite Staffel verlängert.

    Anne Lister (Jones) ist in der starren höheren Gesellschaft Englands aufgewachsen und war nie damit zufrieden, einfach nur wegen ihres Geschlechts in eine passive Rolle gedrückt zu werden. Zudem ist sie lesbisch. Da ihr Onkel – als eigentlicher Familienvorstand – bei der Verwaltung des heimatlichen Herrenhauses Shibden Hall und des anhängenden Grundbesitzes zu wünschen übrig ließ, hatte Anne die Zügel übernommen. Allerdings hat sie ihr Lebtag lang auch versucht, der Enge des ländlichen Englands zu entgehen und war viel durch die Metropolen der Zeit gereist. Dabei begegnete sie vielen aufgeklärten Ideen ebenso wie anderen Frauen, die lesbische Beziehungen pflegten – auch, wenn viele nach außen verheiratet waren.

    Nach ihrer jüngsten Rückkehr muss sie feststellen, dass die Geschäfte im Argen liegen und die jährlichen Beträge der kleinen Bauern, die Land gepachtet haben, dringendst eingetrieben werden müssen – wenig ladylike nimmt sie die Angelegenheit in die eigenen Hände.

    Da Anne auch weiterhin reisen will, sucht sie für die Einnahmen der Familie – Onkel, Tante, ihre unverheiratete Schwester Marian (Gemma Whelan) – nach neuen Möglichkeiten und kommt dabei auf die Idee, Teile des Landes der Familie für eine Kohlemine zu verpachten. Allerdings ist sie mit den Angeboten der Unternehmer alles andere als zufrieden und verfällt auf den Plan, selbst einen Schacht bauen zu lassen – was allerdings größere Investitionen bedarf. Daneben ist ein Einstieg des Landadels in das – in jeder Hinsicht „schmutzige“ – Kohlegeschäft unschicklich. Von den finanziellen Risiken ganz zu schweigen.

    So fällt Annes Auge auch auf die wohlhabende, kränkliche Adlige Ann Walker (Sophie Rundle, „Bodyguard“), deren Familie recht benachbart wohnt und die im Rang deutlich über den Listers steht. Mit Anns Unterstützung wäre das Unternehmen zu stemmen.

    Anfangs erscheint Ann für Anne vor allem leicht beeinflussbar, so dass sie sich als „Freundin“ und Ratgeberin einschmeichelt. Doch nach und nach geht es für Anne um mehr als nur Geld. Auch, wenn Anne es gewohnt ist, verschwiegene Affären zu haben, erregt die von ihr mit Ann verbrachte Zeit Aufmerksamkeit bei deren Verwandten, zumal Anns Schwager die junge Frau auch gerne mit seinem verarmten Bruder verheiraten würde. Und auch die Auseinandersetzung von Anne mit dem Brüdern und Minenbetreibern Christopher (Vincent Franklin) und Jeremiah Rawson (Shaun Dooley) gewinnt an Intensität, als Anne die beiden reizt, die augenscheinlich von einem benachbarten Stollen Raubbau auf ihrem Land betreiben.

    Die Serie „Gentleman Jack“ beruht auf der realen Anne Lister, über die es zu Lebzeiten auch viele Gerüchte gab und die eben den Spitznamen Gentleman Jack erhielt, da sie sich eher männisch kleidete und verhielt. Lister selbst hinterließ – teils verschlüsselte – Tagebücher, die erst kürzlich ‚geknackt‘ werden konnten.

    Alles in allem ist „Gentleman Jack“ ein Blick in die damalige Zeit – auch Hausdiener und Annes Pächter spielen große Rollen -, wobei die Figur Anne Lister zwischen egoistischen und altruistischen Beweggründen chargiert und einerseits mehr Rechte und Selbstbestimmung für sich als Frau einfordert, andererseits durchaus die adligen Vorrechte als Landbesitzerin für unumstößlich hält.

    Trailer zu „Gentleman Jack“

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