Corona-Pause vorbei: „In aller Freundschaft“ und „Die jungen Ärzte“ drehen wieder

    Produktion der ARD-Serien wird unter strengen Sicherheits- und Hygieneregeln fortgesetzt

    Glenn Riedmeier – 12.05.2020, 11:56 Uhr

    Thomas Rühmann mit Visier bei der Textprobe

    So wie zahlreiche andere Serien sahen sich auch die ARD-Erfolgsproduktion „In aller Freundschaft“ und der Ableger „In aller Freundschaft – Die jungen Ärzte“ gezwungen, aufgrund der Corona-Pandemie die Dreharbeiten zu unterbrechen. Nach mehreren Wochen Pause informiert der federführende MDR nun allerdings darüber, dass bereits am 5. Mai die Produktion wieder aufgenommen wurde. Die Drehs unterliegen strengen Sicherheits- und Hygieneregeln, wie der Sender betont.

    Die Produktion finde in enger Abstimmung mit den jeweiligen Behörden an den Drehorten Leipzig und Erfurt sowie im Einklang mit den jeweils gültigen Allgemeinverfügungen der Bundesländer statt. Von einem externen Sicherheitsspezialisten wurde ein auf diese Vorgaben abgestimmtes, fundiertes Arbeitsschutz- und Hygienepaket speziell für die Dreharbeiten konzipiert.

    Die umfangreichen Hygienestandards für alle am Dreh beteiligten Gewerke und deren jeweilige Besonderheiten sind darin definiert. Grundlegend sind drei wesentliche Regeln am Set: Handhygiene, Maskenpflicht und Mindestabstand. Um eine höchstmögliche Sicherheit zu gewährleisten, wurden zahlreiche Maßnahmen festgeschrieben: eine Arbeitsschutz- und Hygieneunterweisung der Teams, Abstandsmarkierungen, Personalisierung der Arbeitsgeräte und erhöhte Reinigungs- und Desinfektionsvorgänge. Hinter der Kamera herrscht am Set außerdem Mund-Nasenschutz-Pflicht. Um all diese Maßnahmen fachgerecht umsetzen zu können, hat die Produktionsfirma Saxonia Media zusätzliches Personal wie Desinfektionsfachkräfte und Sicherheitsfachkräfte eingestellt und die Position einer Hygienebeauftragten neu geschaffen.

    Aufgrund der Ausnahemesituation wird auf Szenen mit enger, körperlicher Nähe verzichtet. Die neue Wirklichkeit – mit dem Gebot des Abstandhaltens – erfordert eine neue Bildsprache. Diese entwickeln wir gerade. Szenen wurden überdacht und Drehbücher umgearbeitet. Dabei hilft uns unsere jahrzehntelange Expertise und Kompetenz in der Entwicklung und Umsetzung serieller Stoffe aller Couleur. Wir haben kluge, kreative Kamerafrauen und -männer sowie hochmotivierte Regisseurinnen und Regisseure, die mit Detailaufnahmen und intelligenter Kameraführung den Szenen Intensität verleihen und einen emotionalen Fluss erzeugen, erklärt MDR-Fernsehfilm-Chefin Jana Brandt.

    Die Dreharbeiten seien so angelegt, dass sie auf aktuelle Entwicklungen hin fortwährend angepasst werden können. In diesem Zusammenhang werden die Hygiene- und Sicherheitskonzepte kontinuierlich überprüft und je nach Lage gegebenenfalls überarbeitet. Auch hinter den Kulissen werde in größtmöglichem Maß auf Hygiene und Sicherheit geachtet. Die Schauspielerinnen und Schauspieler werden von der jeweiligen Maskenbildnerin in einer entsprechenden Schutzausrüstung (Handschuhe, Schutzbrille/Visier, Mundschutz) geschminkt oder erledigen dies mit Sicherheitsabstand unter Anleitung der Maskenbildnerin selbst. Die Utensilien dafür werden entsprechend personalisiert.

    Die Schauspieler haben sich bereits an die neuen Gegebenheiten gewöhnt. Ich habe mich gefreut wieder zu drehen. Es ist alles anders als früher durch die Sicherheitsvorkehrungen und die Gewissenhaftigkeit, mit der sich alle an die Regeln halten. Zum Glück geht der Spaß an der Arbeit nicht verloren. Auch wenn wir weiter auseinander stehen und Visiere oder Masken zwischen uns haben, sagt Philipp Danne. Alexa Maria Surholt ergänzt: Wir sind alle in großer Aufmerksamkeit, in Achtsamkeit miteinander und man hat natürlich ungewohnte körperliche Abstände. Wir sind sehr fokussiert auf die Arbeit, weil natürlich alles etwas komplizierter ist und länger dauert.

    Sven Sund, Geschäftsführer der Saxonia Media: Oberste Priorität hat für uns die Gesundheit und die höchstmögliche Sicherheit unserer Mitarbeitenden. Unser Konzept wird auch zukünftig an neueste wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst werden. Um sofort auf aktuelle Entwicklungen reagieren und Anpassungen im Produktionsablauf vornehmen zu können, stehen wir darüber hinaus in ständigem Austausch mit verschiedenen Behörden.

    Eine weitere gute Nachricht für alle Fans von „In aller Freundschaft“ gab es gestern: Die Serie wurde für drei weitere Staffeln (24 bis 26) verlängert – insgesamt sollen ab Herbst 126 weitere Folgen produziert werden (fernsehserien.de berichtete).

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