Charakterdarsteller Wilford Brimley („Die Firma“, „Cocoon“) verstorben

    Schauspieler wurde 85 Jahre alt

    Bernd Krannich – 03.08.2020, 11:57 Uhr

    Wilford Brimley 1985 im Film „Cocoon“

    Der amerikanische Charakterdarsteller Wilford Brimley ist im Alter von 85 Jahren in einem Krankenhaus in St. George im US-Bundesstaat Utah verstorben. Das berichtet Deadline unter Berufung auf die Familie des Schauspielers. Brimley, der wegen einer eigenen Erkrankung in den USA auch mit seiner Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Diabetes bekannt war, war zuletzt zur Dialyse und wegen anderer gesundheitlicher Probleme auf der Intensivstation behandelt worden. Bekannt wurde er mit zahlreichen Nebenrollen in erfolgreichen Filmen. Serienrollen in „Die Waltons“ sowie als Großvater in „Unser Haus“ ermöglichten ihm zuvor den Durchbruch.

    Brimley wurde 1934 in Utah geboren. In jungen Jahren verließ er die Highschool zugunsten einer Dienstzeit im Militär. Nach der Rückkehr arbeitete er in verschiedenen Berufen, durch seine Arbeit als Farmhelfer und Schmied kam er schließlich in der Betreuung von Pferden auch zum Film und begann bald in Statisten- und Stuntrollen auf dem Pferderücken seine Karriere in der Unterhaltungsindustrie. Ab 1974 hatte Brimley eine wiederkehrende Rolle bei „Die Waltons“ und arbeitete an seinem Schauspiel.

    Rollen im Baseballfilm „Der Unbeugsame“ (1984) und vor allem „Cocoon“ (1985) von Regisseur Ron Howard machten ihn populär. In „Cocoon“ wird eine Gruppe Senioren durch den Einfluss von Außerirdischen verjüngt, revitalisiert. Brimley, der einen der Senioren porträtierte, war damals allerdings erst 49 Jahren und damit 20 Jahre jünger als seine Kollegen.

    Zwischen 1986 und 1988 kam Brimley in „Unser Haus“ zu seiner umfangreichsten TV-Rolle: Er spielte den Senioren Gus Witherspoon, der nach dem frühen Tod seines Sohnes dessen Witwe und seine drei Enkelkinder bei sich aufnahm – eine der Rollen spielte Shannen Doherty eingangs ihrer Karriere.

    Für Brimley, der häufig in seinem Heimatstaat Utah drehte, ging es mit „Cocoon II – Die Rückkehr“ (1988), als Antagonist „Die Firma“ (1993) und „In & Out“ (1997) weiter. In dem Film porträtiert er den Vater des von Kevin Kline gespielten Protagonisten, dessen sexuelle Orientierung durch eine Dankesrede eines früheren Schülers unvermittelt in Frage gestellt wird. Auch hier war Brimley eigentlich zu jung, um Klines Vater spielen zu können.

    Danach begann die Film- und TV-Karriere des mittlerweile über 60-jährigen Brimley mit diversen Rollen in kleineren Filmen und häufig mit Western-Thema auszuklingen. Bereits seit Mitte der 1980er war Brimley mit seinem Schnautzbart als Werbeträger für die Lebensmittelfirma Quaker Oats präsent, dazu kamen kommerzielle sowie aufklärerische Kampagnen im Umfeld von Diabetes, mit dem Brimley 1979 diagnostiziert wurde. Brimley war nicht unumstritten, er setzte sich etwa für die gesetzliche Zulassung von Hahnenkämpfen sowie Pferdewetten in seinem Bundesstaat Utah ein.

    Mit seiner ersten Frau hatte Brimley vier Kinder. Nach deren Tod im Jahr 2000 war Brimley seit 2007 erneut verheiratet.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • (geb. 1968) am melden

      Ich liebe "Cocoon" und die Fortsetzung. Ich liebe "In & Out" und "Die Firma".
      All diese Filme liebe ich nicht zuletzt wegen Wilford Brimley, den man so gut an seinem Schnauzbart erkannte.
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        Der name war mir jetzt nicht so geläufig, aber das Gesicht mit dem großen Schnurrbart schon.

        Möge er in Frieden ruhen.
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          Ich habe ihn immer gerne gesehen, seit ich als Kind Cocoon im Kino gesehen habe.

          Aber 85 ist auch ein gewisses Alter :-(

          Ruhe in Frieden.
          Snake
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            Wilford Brimley spielte Anfang der 90' such in einigen Western, auch dort wirkte er immer älter als er war.

            Habe mich immer gefreut ihn zu sehen, sein Name war mir seit gut 25 Jahren absolut geläufig .


            Gruß

            Sir Hilary
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          Wieder ein Großer weniger.
          Danke für manches Staunen und Lachen.

          Ruhe in Frieden
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