Er war eines der bekanntesten Gesichter des Films und der Bühne. Bruno Ganz entdeckte schon als Schüler die Schauspielleidenschaft und wirkte im Laufe seiner Karriere in über 120 Film- und Fernsehproduktionen mit. Weltbekannt wurde er als Engel Damiel in Wim Wenders’ „Der Himmel über Berlin“ und mit seiner Verkörperung von Adolf Hitler in „Der Untergang“. Nun ist Ganz im Alter von 77 Jahren verstorben.
In der schweizerischen Krimikomödie „Der Herr mit der schwarzen Melone“ hatte Bruno Ganz bereits mit 19 Jahren seine erste Filmrolle. Zur gleichen Zeit absolvierte er in Zürich seine Theaterausbildung. Ab 1964 stand Ganz dann auch auf deutschen Bühnen, vor allem in Bremen und Göttingen. Danach folgte ein Engagement am Schauspielhaus Zürich, bevor er ab Mitte der 1970er Jahre auch verstärkt Hauptrollen in Filmen erhielt, unter anderem in „The Boys from Brazil“, „Messer im Kopf“ und Werner Herzogs„Nosferatu – Phantom der Nacht“. 1982 führte Ganz selbst Regie in dem biografischen Drama „Gedächtnis“.
1991 spielte Bruno Ganz zum ersten und einzigen Mal die Hauptrolle in einer Fernsehserie. „Tassilo – Ein Fall für sich“ brachte es im ZDF allerdings auf lediglich sechs Episoden, in denen Ganz den arbeitslosen Detektiv Tassilo S. Grübel verkörperte, der sich selbst durch das Verfassen von Drohbriefen an die reiche Bevölkerung Arbeit verschafft.
2017 war Bruno Ganz noch als Sigmund Freud in der Literaturverfilmung „Der Trafikant“ zu sehen. Im vergangenen Sommer sollte er als Erzähler bei den Salzburger Festspielen durch Mozarts „Zauberflöte“ führen, doch Ganz musste die Proben aufgrund seines Gesundheitszustands abbrechen. Im Laufe seiner Karriere erhielt Ganz zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Iffland-Ring, die Goldene Kamera und das Bundesverdienstkreuz.
Ein großartiger Schauspieler, der schon mit seiner Mimik einen bleibenden Eindruck hinterließ. Sehr sympathisch und eine berührende Stimme. Und zu Recht verdienter Iffland-Ringträger.
Er wird mir sehr fehlen. :..( Möge Gott seiner Seele gnädig sein.
Ich ebenso. Er wollte ihm Gert Voss "vererben". Allerdings weilt dieser ja auch seit 2014 nicht mehr unter uns. Übrigens zeigt heute Abend um 20.15 Uhr arte auch ihm zu Ehren "Der Himmel über Berlin".
Einer der letzten ganz großen Schauspieler. Ich kann mich Deckard da nur anschießen: Eine unaufgeregte Präsenz, warmherzige und weise Ausstrahlung und eine unverkennbare Stimme. So habe ich ihn auch in den meisten seiner Rollen im Gedächtnis.
Möge er in Frieden ruhen.
User 486962 am
Zu Ehren Bruno Ganz wurden kurzfristig auch einige seiner Werke ins TV Programm aufgenommen:
20:05 SRF1 Vitus 23:30 ZDF Ein Starker Abgang 02:30 Universal TV Nachtzug nach Lissabon
Ach, was hab ich die Herren Bruno Ganz und Otto Sanders damals in den späten 80ern geliebt als die beiden Engel in "Der Himmel über Berlin"! Erst später hab ich dann "Der Amerikanische Freund" mit Ganz und Dennis Hopper gesehen, der ja früher gedreht wurde - auch ein Meisterwerk. Später dann hat er mich auch auf der Bühne - damals konkret im Wiener Burgtheater - sehr beeindruckt und seine Altersrollen der letzen Jahre waren auch allesamt überzeugend.
Mir gefiel vor allem seine unaufgeregte Präsenz, seine warmherzige, weise Ausstrahlung und seine großartige Stimme.
Vielen Dank für alles, Herr Ganz - und lassen Sie mir auch die Romy schön grüßen! ;-)
Ich mochte Bruno Ganz auch sehr gern. Besonders positiv habe ich ihn aus der Patricia Highsmith Verfilmung "Der amerikanische Freund" von Wim Wenders in Erinnerung.
Gruss,
Chrissie
Deckard schrieb: ------------------------------------------------------- > Ach, was hab ich die Herren Bruno Ganz und Otto > Sanders damals in den späten 80ern geliebt als > die beiden Engel in "Der Himmel über Berlin"! > Erst später hab ich dann "Der Amerikanische > Freund" mit Ganz und Dennis Hopper gesehen, der ja > früher gedreht wurde - auch ein Meisterwerk. > Später dann hat er mich auch auf der Bühne - > damals konkret im Wiener Burgtheater - sehr > beeindruckt und seine Altersrollen der letzen > Jahre waren auch allesamt überzeugend. > > Mir gefiel vor allem seine unaufgeregte Präsenz, > seine warmherzige, weise Ausstrahlung und seine > großartige Stimme. > > Vielen Dank für alles, Herr Ganz - und lassen Sie > mir auch die Romy schön grüßen! ;-)
Nicht zu vergessen als Schachspieler Thomas Rosenmund in "Schwarz und weiß wie Tage und Nächte". Das war 1978 auch der letzte reine TV-Film von Regisseur Wolfgang Petersen.