ABC setzt „Designated Survivor“ und „Quantico“ ab

    US-Sender trennt sich von früheren Hoffnungsträgern

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 11.05.2018, 23:19 Uhr

    Präsident Tom Kirkman muss wieder Trauer tragen – „Designated Survivor“ – Bild: ABC
    Präsident Tom Kirkman muss wieder Trauer tragen – „Designated Survivor“

    Der US-Sender ABC hat sich am Freitag von zwei früheren Prestige-Serien getrennt: „Designated Survivor“ mit Kiefer Sutherland wird nach der zweiten Staffel beendet und „Quantico“ mit Priyanka Chopra endet nach Staffel drei. Vor allem die Absetzung von „Designated Survivor“ überraschte Branchenbeobachter.

    „Designated Survivor“ handelt vom Wohnungsbauminister Tom Kirkman, der am Abend, als er eigentlich entlassen werden sollte, als Einziger einen verheerenden Anschlag auf die gesamte US-amerikanische politische Führung überlebt. Durch die gesetzliche Nachfolgeregelung rückt er ins Präsidentenamt auf und muss das Land durch die Krise führen, wobei auch sein Mitarbeiterstab lediglich aus „Überlebenden“ besteht. Derweil jagt die FBI-Agentin Hannah Wells (Maggie Q) die Attentäter und später auch andere Staatsfeinde.

    Kreativ war „Designated Survivor“ von Anfang an ein Scherbenhaufen – in den zwei Jahren gab es gleich vier unterschiedliche Showrunner, die der Serie jeweils unterschiedliche Richtungen aufdrückten. Laut THR war zusammen mit der Verlängerung auch die Bestellung eines fünften Showrunners erwartet worden. Unklar ist, wie die Vertragslage bei „Designated Survivor“ ist, das eigentlich vom unabhängigen Studio The Mark Gordon Company hergestellt wurde, welches aber ABC Studios als Partner an Bord holen musste. Netflix hatte die weltweiten Rechte an der Serie gekauft, was für irgendjemanden viel Geld bedeutet – die Frage ist halt nur, ob auch für ABC neben den Werbeeinnahmen etwas absprang. Dazu kamen deutlich verbesserungswürdige Quoten und ein hoher Gehaltsscheck für Hauptdarsteller/Produzent Sutherland.

    Die Verschwörungsserie „Quantico“ galt vor zwei Jahren als ein neuer Hit, zumal sie in Chopra einen weiblichen Star hatte, der international vermarktbar erschien. Doch auch hier sanken die Quoten recht bald, wie bei vielen komplexen Networkserien, die eine Verschwörungshandlung über 22 Folgen auswälzen.

    Schon nach Staffel zwei galt „Quantico“ als Wackelkandidat. Staffel drei startete im April mit einem Reboot und einem neuen Showrunner. Genutzt hat es augenscheinlich nichts.

    Sowohl „Designated Survivor“ (eine verbleibende Episode) wie „Quantico“ (zehn Folgen) werden trotz Nicht-Verlängerung ihre aktuellen Staffeln wie zuvor geplant zum Abschluss bringen.

    Upfronts 2018: Die jüngsten Überlebensprognosen der US-Serien: Was wurde bereits verlängert, was muss noch zittern?

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • (geb. 1960) am melden

      Zugegeben: bisweilen vergallopierte sich die serie wirklich arg! Unerwartete Freude, nicht allein mit meiner Sympathie für den DS zu sein: eine wenn auch fiktive Figur, die eine Wohltat ist zwischen Frank Underwood und Donald Trump; erinnert ein bißchen an den leider völlig verkannten Jimmy Carter...
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      • (geb. 1986) am melden

        Oh Nein, wir lieben Designated Survivor! Eine tolle und interessante Serie und ein sehr sympathischer Mr. President!

        @Peter 123: ich würde schon sagen dass es sich lohnt. Ich hoffe ja nicht dass sie die Serie mit der Ausstrahlung der letzten Folge dann runter nehmen!?
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        • am melden

          Sehr SCHADE für DS. Ich schaue zur Zeit Staffel 2.
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            Lohnt es sich dann noch mit DS anzufangen?
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              Ja, Staffel 1 ist sehenswert, wenn man mit amerikanischem "Hurra-Patriotismus" leben kann. Die Handlung ist auch nahezu abgeschlossen. Ab Staffel 2 kann man es in der Pfeife rauchen. Von da an wissen sie wirklich nicht mehr, wo es denn hingehen soll.

              Ich wusste nicht, dass es da gleich mehrere Showrunner-Wechsel gegeben hat, aber es erklärt, warum es ab Staffel 2 nichts mehr taugte. Wir sind hier nach S2E04 ausgestiegen.
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