50 Jahre „Polizeiruf 110“: Erster Fall für neues Team pünktlich zum Jubiläum

    Peter Kurth und Peter Schneider ermitteln in Halle/​Saale

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 15.04.2021, 16:59 Uhr

    Kommissar Henry Koitzsch (Peter Kurth, l.) und Kommissar Michael Lehmann (Peter Schneider. r.) – Bild: MDR/filmpool fiction/Felix Abraham
    Kommissar Henry Koitzsch (Peter Kurth, l.) und Kommissar Michael Lehmann (Peter Schneider. r.)

    Ende Mai steigen in der ARD die Jubiläumsfeierlichkeiten zu „Polizeiruf 110“. Zum 50. Geburtstag werden eine ganze Woche lang ausgewählte Folgen aus der langen Historie des Krimidauerbrenners im MDR Fernsehen wiederholt (fernsehserien.de berichtete). Darüber hinaus nimmt das neue Ermittlerteam aus Halle, gespielt von Peter Kurth und Peter Schneider, seine Arbeit auf: Die ganz neue Folge „An der Saale hellem Strande“ wird am Sonntag, 30. Mai zur gewohnten Zeit um 20:15 Uhr im Ersten ausgestrahlt.

    In ihrem ersten Fall bekommen es die beiden Kripo-Ermittler Henry Koitzsch (Peter Kurth) und Michael Lehmann (Peter Schneider) mit einem mysteriösen Mord zu tun, der auch nach mehreren Monaten noch nicht aufgeklärt ist. Vor drei Monaten wurde Uwe Baude (Sven Reese) tot im Eingang seines Hauses aufgefunden, ermordet durch Stiche in Unterleib und Lunge. Es gibt keinerlei Anzeichen auf ein Motiv, der Täter verschwand spurlos. Indizien liegen nicht vor, niemand hat etwas gesehen. Koitzsch und Lehmann gelang es bisher nicht, einen Verdächtigen ausfindig zu machen, Was geschah bloß in jener Nacht vor Uwe Baudes Haus?

    Eine groß angelegte Funkzellenauswertung soll nun als letztes Mittel helfen. Es werden Personen vorgeladen, die in der Mordnacht in der Umgebung des Tatorts telefoniert haben. Koitzsch und Lehmann werden mit einer Vielzahl an Aussagen und möglichen Zeugen konfrontiert. Sie befragen akribisch und sortieren aus, geraten jedoch auch an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Drei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, geraten schließlich in den Fokus: der vorbestrafte Maik Gerster (Till Wonka), der desorientierte alte Eisenbahner Günter Born (Hermann Beyer) und das sprunghafte Irrlicht Katrin Sommer (Cordelia Wege). Bei ihren Aussagen widersprechen sich die Zeugen und geraten ins Straucheln. Haben sie etwas gesehen oder sogar mit dem Fall zu tun? Die Kommissare blicken in ganz verschiedene Leben und Welten, in Alltagstragödien und Schicksale. Uwe Baudes Mörder bleibt dabei ein Phantom, das stets die Wege der Zeugen gekreuzt haben muss.

    Produziert wurde der Film von filmpool fiction in Zusammenarbeit mit 42film mit Iris Kiefer als Produzentin. Thomas Stuber führte Regie nach einem Drehbuch, das er gemeinsam mit Clemens Meyer verfasste. Die Dreharbeiten fanden im November und Dezember 2020 statt.

    Zu später Stunde strahlt Das Erste um 23:35 Uhr noch „Polizeiruf 110 – Die Krimidokumentation“ aus. Es handelt sich hierbei um eine 45-minütige Kurzfassung der Dokumentation, die in voller, 90-minütiger Länge am 22. Mai um 20:15 Uhr im MDR Fernsehen erstausgestrahlt wird.

    ARD-Programmdirekter Volker Herres über die Bedeutung von „Polizeiruf 110“: Gestartet 1971 als Konkurrenzunternehmen der DDR, um dem ein Jahr zuvor erfundenen ‚Tatort‘ des ‚kapitalistisch brutalisierten‘ Westens einen attraktiven Krimi aus dem real existierenden Sozialismus entgegenzusetzen, trug der ‚Polizeiruf 110‘ von Anfang an eine ganz eigene Handschrift. Der Fokus der Geschichten lag weniger auf Kapitalverbrechen als auf kleineren Delikten und Konflikten der Menschen im Alltag; Mentalitätsfragen gingen vor Mordfälle; weibliche Ermittler waren eine Selbstverständlichkeit. Von vielen in den ersten Jahren der Nachwendezeit gern etwas herablassend als ‚der kleine Bruder des ‚Tatort‘’ bezeichnet, war der ‚Polizeiruf 110‘ in Wahrheit inhaltlich wie formal alles andere als das, so Herres. Der ‚Polizeiruf 110‘ hatte mehr zu bieten als DDR-Nostalgie und Retro-Charme. Er brachte einen echten Innovationsschub für den gesamtdeutschen Krimi.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am

      Werde ich mir mal ansehen. Peter Kurth ist immer gut. Ansonsten halte ich vom Polizeiruf derzeit nur Rostock für sehenswert.

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