Bericht über CDU-Parteitag: ARD korrigiert und entschuldigt sich

Klatschende Angela Merkel aus dem Kontext gerissen

Christopher Diekhaus
Christopher Diekhaus – 24.02.2026, 16:48 Uhr

Bericht über CDU-Parteitag: ARD korrigiert und entschuldigt sich – Klatschende Angela Merkel aus dem Kontext gerissen – Bild: ARD Design

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk und seine Politberichterstattung kommen in den letzten Tagen einfach nicht zur Ruhe. Nachdem erst jüngst das ZDF im „heute journal“ in einem Beitrag über Donald Trumps Einwanderungsbehörde ICE KI-Bilder als echt verkauft und ein altes Video in einen anderen Kontext gestellt hatte (fernsehserien.de berichtete), sah sich nun die ARD kritischen Fragen ausgesetzt.

Stein des Anstoßes: Aufnahmen in der Sendung „Bericht aus Berlin“ von Sonntag, dem 22. Februar, die eine klatschende Angela Merkel am vergangenen Wochenende auf dem CDU-Bundesparteitag in Stuttgart zeigen. Im Einspieler wurde der Eindruck erweckt, die Ex-Kanzlerin habe so auf die mit großer Mehrheit erfolgte Wiederwahl von Friedrich Merz als Parteivorsitzender reagiert. Das Problem: Zum Zeitpunkt der Bekanntgabe des Wahlergebnisses hatte die zuvor anwesende Merkel den Ort des Geschehens schon wieder verlassen.

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Unter anderem der Journalist Hans-Ulrich Jörges machte am Montag auf diese „Schieflage“ aufmerksam, was die ARD zu einer schnellen Korrektur veranlasste. In der Mediathek des Senders ist die besagte Stelle nun nicht mehr zu finden. Erklärend fügte die Redaktion unter dem Video hinzu: „In der ursprünglichen Fassung war in einem Beitrag über den CDU-Parteitag zu sehen, wie Angela Merkel nach der Wiederwahl von Friedrich Merz zum CDU-Chef Beifall spendet. Dieses Bild ist jedoch früher, nach der Rede von Friedrich Merz, entstanden. Die Redaktion hat das Bild aus dem Beitrag entfernt und eine neue Fassung online gestellt. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.“

Dass im hektischen und oft unübersichtlichen Nachrichtenalltag Missgeschicke passieren, dafür dürfte jeder Verständnis haben. Gerade nach dem ZDF-Aufreger aus der letzten Woche ist es aber umso wichtiger, die viel zitierten hohen journalistischen Standards ständig zu prüfen und einzuhalten. Anders als die ARD demonstrierte das ZDF beim kritisierten „heute journal“-Beitrag übrigens, wie eine Aufarbeitung nicht ablaufen sollte. Erst nach einigem Herumgeeiere entschuldigte sich der Sender für den Fehler und ergriff mit der Abberufung der New Yorker Korrespondentin Nicola Albrecht verzögert eine harte Maßnahme.

Kommentare zu dieser Newsmeldung

  • (geb. 1976) am

    Deswegen gehört die Zwangsgebühr erhöht. Überbezahltes Personal ist motivierter
    • am via tvforen.de

      Nicht das erste und das letzte Mal.

      Wer denkt, dass die letzten Verfehlungen Ausrutscher sind/waren, der glaubt auch daran, das Zitronenfalter Zitronen falten.

      Der schwarze Kanal lässt grüßen.

      Wir brauchend dringend eine umgehende Reform, kein Einfluss von Politikern in den Gremien, unabhängiger Journalismus.

      GEZ, ich weiß, das heißt jetzt anders, ist aber das gleiche, abschaffen.

      ARD und ZDF soll sich nur noch auf Kernaufgaben konzentrieren.
      Sport und Entertainment können die Privaten machen.
      Wir brauchen keine Hunderte Multimedia Kanäle der öffentlichen rechtlichen, und wozu fünf verschiedene Radiosender, ā la Bremen 1-5?
      NDR und MDR ähnlich viele.

      Oder die Monster-Verträge der Intendanten.
      Oder Florian Silbereisen, Lanz, Maischberger, irre!

      Silbereisen:
      Allein für seine Moderationen der „Feste“-Shows im Ersten erhielt er 2021 ein Honorar von über 900.000 Euro. Die Produktionskosten für seine Shows betrugen von 2020 bis 2023 insgesamt rund 35 Millionen Euro.
      • am

        Erst ZDF nun ARD! Vorriges Jahre die Verschwiegenheit der Staastsbürgerschaften von Straftätern und nun diese Fehler. Und dann immer diese Scheinheiligen Entschuldigungen. Das nimmt denen doch niemand mehr ab. Man kann den Öffentlich-Rechtlichen Nachrichten nichts mehr glauben.

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