Pächter Malte blickt auf ein Wochenende voller Reservierungen mit einem unterbesetzten Team.
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Steigende Kosten, fehlendes Personal und immer mehr Beschäftigte, die überlegen, der Gastronomie den Rücken zu kehren: Die Branche steht vor großen Herausforderungen. Was bedeutet das für die Menschen, die Gasthof, Bar, Restaurant trotzdem mit Leidenschaft für ihre Gäste am Laufen halten? Um das herauszufinden, arbeiten die Reporterinnen Kathrin Muckel und Saïda Belaatel ein langes Wochenende selbst in Küche und Service mit. Sie erleben hautnah, was es bedeutet, wenn Personal fehlt und der Druck auf die Betriebe steigt.
Der große Traum vom eigenen Laden „Im Inneren sieht es dunkel aus und trotzdem muss man die ganze Zeit lächeln“, sagt der 33-jährige Malte. Vor einem Jahr hat er den alteingesessenen Landgasthof Waldeslust in Hamfelde in Schleswig-Holstein übernommen, sich den Traum vom eigenen Laden erfüllt. Schon bald wird dieser Traum auf die Probe gestellt. Kurz vor einem langen sommerlichen Wochenende kündigt eine wichtige Mitarbeiterin. Plötzlich muss Malte selbst in der Küche stehen. Was folgt, ist für alle Beteiligten eine Belastungsprobe.
Krise trifft auch etablierte Gaststätten Auch Falco spürt, wie sehr sich die Branche verändert. Seit fast 30 Jahren führt er das Lokal Gloria in Hamburg-Eimsbüttel. Es läuft eigentlich gut, trotzdem machen ihm die steigenden Kosten für Lebensmittel, Energie und Personal zu schaffen. Gleichzeitig verändert sich das Verhalten der Gäste: Viele geben weniger Geld aus. Für Falco bedeutet das, neu zu kalkulieren, sein Konzept zu überdenken und sich mit einer schwierigen Frage auseinanderzusetzen: Wer wird das Gloria unter diesen Bedingungen demnächst weiterführen? Wenn der Beruf krank macht Nicht alle halten dem Druck stand.
Silvana und Burkhard haben lange Zeit in der Gastronomie gearbeitet. Beide berichten von körperlichen und psychischen Belastungen, von Leistungsdruck und einem Arbeitsalltag, in dem Alkohol und andere Drogen für sie zum Problem wurden. Ihre Geschichten zeigen, welche persönlichen Folgen die Arbeitsbedingungen in der Branche haben können. Eine Studie der BARMER hat gezeigt, dass das Gastgewerbe von allen Branchen das höchste Risiko für Suchterkrankungen mit sich bringt.
Auch die ungewöhnlichen und oft langen Arbeitszeiten werden als belastend empfunden. In einer nicht repräsentativen, aktuellen Umfrage der Gewerkschaft NGG sagen etwa 80 Prozent der Befragten, sie dächten – manchmal bis häufig – über einen Ausstieg aus der Gastronomie nach. Die „NDR Story“ zeigt den Alltag hinter den Kulissen einer Branche, die für viele Gäste mit Genuss und Auszeit verbunden ist, für Gastwirte und Beschäftigte aber häufig mit extrem harten Arbeitsbedingungen. (Text: NDR)
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Lange Zeit wurden in Deutschland mit Büromieten Milliarden verdient. Dann kamen Corona und das Homeoffice. Immer weniger Büros wurden gebraucht, der Leerstand nahm dramatisch zu. In den sieben größten Städten des Landes hat er sich sogar verdreifacht. Und eine Besserung ist am Markt nicht in Sicht. Jetzt fordern Architekten und Ökonomen, die leeren Büroflächen anders zu nutzen. Denn in Deutschland fehlen aktuell 1,4 Millionen Wohnungen, eines der drängendsten sozialen Probleme mit dem Potenzial, das Vertrauen in die Demokratie zu untergraben. Da wäre jedes leer stehende Bürohaus, das zu Wohnraum umgewandelt wird, hilfreich. Noch dazu würde die Umwelt profitieren: Denn moderne Gebäude müssen zwar höhere Ökostandards erfüllen.
Dem stehen jedoch enorme Klimaschäden gegenüber, die der Abriss der Altbauten sowie der Neubau verursachen. Erste erfolgreiche Beispiele für die Umnutzung leer stehender Büros gibt es schon, wie diese „NDR Story“ an Beispielen auch aus dem Norden zeigt. Auch Verena Hubertz (SPD), Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, unterstützt die Idee mit einem neuen Förderprogramm und 300 Millionen Euro. Und trotzdem zögern in der Immobilien- und Bauwirtschaft noch immer viele. Weil sie von einer Wiederbelebung des Büromarktes und von Renditen in zweistelliger Prozenthöhe träumen? Weil steuerliche Abschreibungen, die sich für die nicht vermieteten Flächen nach Schätzungen auf dreistellige Millionenbeträge addieren, den Leerstand erträglich machen? Um herauszufinden, warum die üblichen Marktmechanismen zwischen Überangebot an Büros und ungedeckter Nachfrage an Wohnraum nicht funktionieren, machen sich Grimme-Preisträger Hauke Wendler und sein Kamerateam auf eine Reise einmal quer durch die Republik.
Warum droht eine Idee, von der Mensch und Umwelt profitieren würden, zu scheitern? Und was könnte geändert werden, damit nicht etwa internationale Investoren bestimmen, wohin es mit dem deutschen Immobilienmarkt geht? (Text: NDR)