• Folge 512 (45 Min.)
    NDR Fernsehen NDR STORY – DIE KINDER VOM BÜRGERZENTRUM. Zum ersten Mal spricht Familie Tali über die herausfordernden ersten Jahre in Achim. – Bild: NDR/​Carsten Janssen
    NDR Fernsehen NDR STORY – DIE KINDER VOM BÜRGERZENTRUM. Zum ersten Mal spricht Familie Tali über die herausfordernden ersten Jahre in Achim.
    Jahrzehntelang lagen sie unbeachtet in einem Schrank: VHS-Filme, die jetzt erstmals öffentlich zu sehen sind und seltene Einblicke in eine vergangene Zeit geben: Ein norddeutsches Viertel in den 1980er-Jahren: Beton, Hochhäuser, kaum Platz zum Spielen. Mittendrin Kinder, die dicht gedrängt vor einer verschlossenen Tür warten. Die Gesichter gegen die Scheibe gepresst, aufgeregte Rufe. Dann öffnet sich die Tür und es gibt kein Halten mehr. In Scharen stürmen sie los – hinein ins Bürgerzentrum. Seit 1981 ist das BÜZ, wie das Bürgerzentrum kurz genannt wird, ein beliebter Treffpunkt im Norden der Stadt Achim bei Bremen. Für Generationen von Kindern aus zugewanderten Familien ist die Einrichtung wie ein zweites Zuhause. Mitten im Magdeburger Viertel, einem Stadtteil, der lange von außen als Brennpunkt wahrgenommen wurde. Hier fanden viele Teilhabe und Raum, sich zu entfalten. Beim Ententanz auf Faschingspartys, bei hitzigen Kicker-Turnieren oder bei Mädchenabenden, an denen hinter zugezogenen Vorhängen ausgelassen zu den Backstreet Boys getanzt wurde. Dirk Ysker leitete fast 40 Jahre lang das Bürgerzentrum. Gemeinsam mit seinem Team unterstützte er Hunderte Familien aus unterschiedlichen Herkunftsländern, die in Achim ein neues Leben begannen: von den damals sogenannten „Gastarbeitern“ der ersten Generation über kurdische Geflüchtete bis zu den Menschen, die 2015 nach Deutschland kamen. Heute, im Ruhestand, öffnet der Sozialarbeiter erstmals sein Archiv. Auf zahlreichen Dias, Fotos und Videos lassen sich die Lebenswege ganzer Familien erahnen, Geschichten mit Brüchen, Hoffnungen und Wendungen. Was ist aus den Kindern von damals geworden? Und was lässt sich aus ihren Geschichten heute lernen – auch über Deutschland als Einwanderungsland? Nach Jahren trifft Dirk Ysker die Menschen, die er lange begleitet hat, wieder und blickt gemeinsam mit ihnen auf die prägenden Jahre zurück. So wird aus der Geschichte eines Bürgerzentrums eine Langzeitbeobachtung über mehr als vier Jahrzehnte deutscher Migrationsgeschichte, erzählt aus der Perspektive der Kinder von damals. (Text: NDR)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 16.10.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Mo. 19.10.2026 NDR
  • Folge 513 (45 Min.)
    Landgericht Ingolstadt: Der Wuppertaler und seine frühere Partnerin im Prozess wegen Geldfälschung.
    Falschgeld gilt bei vielen als Relikt aus alten Krimis. Tatsächlich ist es Teil des heutigen Alltags: an der Supermarktkasse, an der Tankstelle, sogar im Festzelt in Friesland, wo der Wirt jeden einzelnen Schein am Biertresen überprüft. Immer bessere Kopiertechnik und das Internet machen den Betrug leichter denn je. Falsche Scheine im Nennwert von rund vier Millionen Euro zog die Deutsche Bundesbank 2025 aus dem Verkehr, rund 68.000 Blüten. In öffentlichen Gruppen beim Messengerdienst Telegram werben Verkäufer mit Preislisten, Qualitätsversprechen und Kundenservice. Doch was bedeutet das für Menschen, die am Ende auf so einem wertlosen Schein sitzen bleiben? Und was für die, die diesen Markt bekämpfen? Für die „NDR Story“ folgen die Autorinnen Natalie Beck und Margareta Kosmol den Spuren des Falschgeldes: von denen, die es drucken, über die, die es kaufen, bis zu denen, die es jagen. Deutschlands größter Geldfälscher Eine Spur führt nach Wuppertal. „Marktführer“ nennt sich ein 32-Jähriger, der gefälschte Euroscheine ins gesamte Bundesgebiet verkauft hat. Im Herbst 2025 nehmen Ermittler ihn fest; für die Polizei ist er „der wohl größte aktiv tätige Geldfälscher im Bundesgebiet“. Im Sommer 2026 muss er sich vor Gericht dafür verantworten, dass er rund 450.000 Euro in seiner Dachgeschosswohnung gefälscht haben soll. Von der Durchsuchung bis ins Labor Wie solches Falschgeld wieder aus dem Verkehr gezogen wird, zeigt sich auch in Norddeutschland. Frühmorgens durchsuchen Fahnder des Landeskriminalamts in Kiel eine Wohnung und finden falsche Hunderteuroscheine. Der mutmaßliche Täter hatte vorher versucht, einen dieser Scheine im Supermarkt zu Wechselgeld zu machen. Die Blüten werden beschlagnahmt und zur Sicherung der Fingerspuren ins Labor gebracht. Wer Falschgeld in Umlauf bringt, muss mit harten Strafen rechnen. Denn Falschgeld beschädigt das Vertrauen in die Währung. Die perfekte Fälschung? In der „NDR Story“ geben Ermittler, Täter und Fachleute von Bundesbank und Europol Einblick, wie Falschgeld hergestellt wird, was eine täuschend echte Fälschung ausmacht und ob es die perfekte Blüte gibt. Hinter allem steht die Frage, die so alt ist wie das Geld: Wie bewahrt man Vertrauen in etwas, um das sich alles dreht – und das doch nur ein Stück Papier ist? (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 26.10.2026 NDR
  • Folge 514 (45 Min.)
    Es wird wieder heftig diskutiert über das Beamtentum in Deutschland: Vor dem Hintergrund der großen Reformen der Renten-, Pflege- und Krankenversicherung und den damit verbundenen sozialen Einschnitten stellen sich die Fragen: Sind die Privilegien, die Staatsdiener genießen, noch zeitgemäß? Ist es gerecht, dass Beamte von der Sozialversicherungspflicht befreit sind, dass ihr Pensionsniveau deutlich über dem der Rente bei Angestellten liegt und sie in der Regel privat krankenversichert sind? Kann sich Deutschland eine solche privilegierte Gruppe noch leisten? Wie reformfähig ist das Land, wenn es um das Beamtentum geht? Diesen Fragen geht Jessy Wellmer in ihrer neuen Reportage „Deutschland, deine Beamten: Zeit für Reformen?“ nach. „Ohne Beamte würden Teile unseres Staates nicht funktionieren. Unser Anspruch ist es, einmal ganz sachlich zu schauen, in welchen Bereichen wir noch Beamte brauchen und welche Privilegien noch gerechtfertigt sind“, so Jessy Wellmer. Auf der Suche nach Antworten besucht Jessy Wellmer unter anderem zwei Gymnasiallehrerinnen in Chemnitz. Beide arbeiten an derselben Schule – eine ist verbeamtet, eine nicht. Obwohl sie die gleiche Arbeit leisten, verdient die Beamtin mehr und ist im Alter deutlich besser abgesichert. Empfinden die Kolleginnen das als gerecht? Und wünschen sie sich eine Änderung des bestehenden Systems? Müssen Lehrerinnen überhaupt verbeamtet sein? Jessy Wellmer trifft andererseits die oberste Steuerfahnderin von Nordrhein-Westfalen, Stephanie Thien, für deren Arbeit der Beamtenstatus elementar wichtig ist. Mit der Komikerin Tülin Sezgin, die früher auch Beamtin war, spricht Jessy Wellmer über Klischees und Wirklichkeit des Beamtenalltags. Und sie erfährt bei einem weiteren Dreh, dass nicht jeder Beamte auf Rosen gebettet ist. Schließlich beschäftigt sich Jessy Wellmer mit der Frage, wie eine Reform aussehen könnte – in Gesprächen mit Politikern und dem Chef des DBB Beamtenbundes, Volker Geyer. Ihre Recherche führt sie zudem nach Österreich, wo das Beamtensystem schon Anfang der 2000er-Jahre grundlegend reformiert wurde. Ergänzt wird die Reportage mit einer exklusiven infratest-dimap-Umfrage: Wie blicken die Deutschen auf die Beamten? Und wie notwendig erachten sie Reformen? „Deutschland, deine Beamten: Zeit für Reformen?“ ist der erste Film einer zweiteiligen Reihe „Wie reformfähig ist Deutschland?“. In dem zweiten Film beschäftigt sich Caren Miosga mit dem Thema Pflege. „Häusliche Pflege: Wenn würdevolle Betreuung zur Zerreißprobe wird“ wird am 26. Oktober 2026 um 20:15 Uhr im Ersten ausgestrahlt. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 02.11.2026 NDR
  • Folge 515 (45 Min.)
    Gülleausbringung auf Grünland von Helge Blankemeyer.
    Für den jungen Landwirt Helge Blankemeyer aus dem Landkreis Oldenburg ist Gülle kein Abfall, sondern wertvoller Dünger. Sie versorgt die Pflanzen auf seinen Feldern mit Nährstoffen und ist Teil eines Kreislaufs, von dem sein Hof lebt. Doch Helges Betrieb hat ein Problem: Sein Hof liegt in einem sogenannten roten Gebiet. Das bedeutet: Er muss den Dünger auf seinen Flächen eigentlich reduzieren, weil die zulässigen Nitratwerte im Grundwasser in diesen Gebieten per Definition überschritten werden. Mehrere Monate lang hat ein Team des NDR Helge Blankemeyer durch seinen Alltag begleitet: vom „Güllesilvester“ im Frühjahr über Aussaat und Ernte bis in den Herbst. Helge Blankemeyer ist überzeugt: Er ist zu Unrecht in einem roten Gebiet, das Grundwasser unter seinem Hof sei nicht belastet. Mit seinem Vater arbeite er seit Jahren daran, nicht mehr zu düngen als wirklich erforderlich ist. Landwirte wie er würden zu Unrecht für die Belastung der Gewässer verantwortlich gemacht, findet er: „Es kommt mir immer so vor, dass der Landwirtschaft das pauschal angekreidet wird. Obwohl wir seit fast 20 Jahren Dünger einsparen.“ Und er fragt: „Wer bezahlt mir am Ende den finanziellen Ausgleich für die Einbußen, die ich habe?“ Tatsächlich haben Gerichte inzwischen festgestellt, dass die Methode der Behörden zur Bestimmung der roten Gebiete unzureichend ist; Niedersachsen hat die Regelung zwischenzeitlich ausgesetzt. Andernorts zeigen sich unterdessen die möglichen Folgen einer zu hohen Nährstoffbelastung: in der See. Über Flüsse gelangen die Nährstoffe aus den ländlichen Gebieten ins Meer. Die Algen wachsen und nehmen den Lebewesen den Sauerstoff. Und was in der Nordsee schon kritisch ist, führt in der Ostsee zu toten Zonen, in denen kein Fisch mehr schwimmt. Anne Hamester von Greenpeace beobachtet die Folgen der Nährstoffbelastung in Flüssen und Meeren: „Immer, wenn zu viel Gülle oder andere Düngemittel auf dem Feld landen, sickert dieser überschüssige Dünger in die Gewässer und landet teils im Grundwasser, teils in Seen, aber auch von den Flüssen dann im Meer und hier in der Ostsee“, sagt sie. Die bestehenden Düngeregeln hält sie für nicht streng genug. Die Wissenschaft ist in ihren Augen viel weiter. Weniger Dünger müsse nicht weniger Ertrag bedeuten, sagt sie. Wirtschaftliche Zwänge hier – Gefahren für Mensch und Tiere dort: wie lässt sich dieser Konflikt lösen? Lässt er sich überhaupt lösen? Und was passiert, wenn der Landwirt und die Umweltschützerin aufeinandertreffen? Die „NDR Story“ betrachtet beide Seiten: Sie bringt den Landwirt und die Umweltaktivistin zusammen. Helge und Anne begegnen sich auf dem Hof, streiten über Grenzwerte, Düngevorgaben und Verantwortung und suchen trotz gegensätzlicher Positionen nach Lösungen. Wie groß ist das Verständnis der beiden Seiten für die Nöte des anderen? Und: Was muss passieren, damit am Ende beiden geholfen ist – dem Landwirt und der Umwelt? Ein Film über einen Stoff, der auf dem Acker landet und dessen schädliche Wirkungen viele Kilometer entfernt in der See sichtbar werden; über einen Landwirt, der darum kämpft, den Hof seiner Eltern in eine sichere wirtschaftliche Zukunft zu führen und eine Umweltschützerin, die den Spagat versucht zwischen dem Verständnis für wirtschaftliche Nöte in der Landwirtschaft und dem Kampf um wirksamen Meeres- und Trinkwasserschutz. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 09.11.2026 NDR
  • Folge 516 (45 Min.)
    Roberto Goncalves, Leiter des Umweltamtes im Landkreis Grafschaft Bentheim, im Interview
    Der Torfabbau in Deutschland neigt sich dem Ende zu. Große Torfflächen in Naturschutzgebieten sollen stattdessen wieder zu klimafreundlichen nassen Mooren zurückgewandelt werden. Doch monatelange NDR Recherchen zeigen: entgegen der vereinbarten Planung fehlen nicht selten auf den Flächen große Mengen Resttorf. Wurde tiefer abgebaut als erlaubt? Die Torfindustrie rückte deshalb zuletzt in den Fokus von Strafverfolgern und Gerichten. Es geht um Millionensummen, um Behörden, die vermutlich jahrelang nicht einschritten, und um eine Industrie im Überlebenskampf. Von umweltpolitischen Zielen beim Torfausstieg ist die Branche mithin noch weit entfernt. Dazu kommt, dass auf EU-Ebene noch immer jedes Limit fehlt, offenbar auch dank einer einflussreichen Lobbyistin der Branche. Geht es nach ihr, brauche es für eine grünere Zukunft sogar mehr Torf. Dabei arbeiten Unternehmen gerade in Norddeutschland seit Jahren an Torf-Alternativen. Die „NDR Story“ deckt auf, wie groß der Schaden ist, den der Torfabbau mutmaßlich hinterlässt. Und fragt, wo die Zukunft der Branche liegen könnte. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 16.11.2026 NDR
  • Folge 517 (45 Min.)
    Viele Menschen fühlen sich in Bus und Bahn nicht mehr sicher. Es stellt sich die Frage, wie es um die Sicherheit im öffentlichen Nahverkehr steht und was nötig ist, damit Fahrgäste sowie Fahrerinnen und Fahrer sich wieder geschützt fühlen. Die Doku begleitet Beschäftigte und Fahrgäste im Nahverkehr und zeigt, wie sie mit Gewalt, Bedrohungen und Angst umgehen. Fahrerinnen und Fahrer der Rheinbahn in Düsseldorf berichten von Beleidigungen, Bedrohungen und Übergriffen. „Wenn Männer aggressiv und laut werden, hat man immer ein mulmiges Gefühl“, sagt Straßenbahnfahrerin Sabine Weigle. Die Rheinbahn reagiert mit neuen Sicherheitskonzepten. Dazu gehören KI-gestützte Kameras, Bodycams und zusätzliche Sicherheitskräfte. „Der öffentliche Nahverkehr muss objektiv sicher sein und sich für die Menschen auch so anfühlen“, sagt Annette Grabbe, Vorstandsvorsitzende der Rheinbahn AG. Die Doku nimmt auch die Perspektive der Fahrgäste in den Blick und fragt nach den Möglichkeiten und Grenzen von Zivilcourage. Ein Dortmunder Fahrgast berichtet, wie er nach einem Streit in der Bahn durch einen Messerangriff verletzt wurde: „Plötzlich sah ich in die Gesichter der anderen Fahrgäste und realisierte, dass mich der Mann mit einem Messer verletzt hatte, aus meinem Nacken lief Blut“. Die Story sucht Antworten auf die Frage, wie der öffentliche Nahverkehr wieder ein sicherer Ort für alle werden kann. (Text: NDR)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 23.11.2026 NDR

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