Folge 36

  • Wie sozial sind Tiere: Strategie vs. Instinkt?

    Folge 36
    Ob Rudel, Herde oder Einzelgänger – jedes Tier wählt seine eigene Lebensweise. Welche Vorteile bringen Gruppen? Und warum sind auch für Einzelgänger soziale Kontakte unverzichtbar? Die Tierwelt bietet eine große Vielfalt an Sozialsystemen, die je nach Lebenssituation innerhalb einer Spezies variiert. Als Paar oder in einer Gruppe – die Lebensform wählen Tiere zum Überleben und Fortpflanzen oder auf der Suche nach Gemeinschaft. Erdmännchen leben in einem Familienverbund, in dem ein dominantes Pärchen den Ton angibt. Viele männliche Tiere verlassen die Gruppe nach der Geschlechtsreife. In der Regel bleiben die Stärksten und Dominantesten an ihrem angestammten Platz – und die Jüngeren und Schwächeren ziehen weiter. Schweine bilden starke soziale Beziehungen. „Sie verlassen sich ein Leben lang auf ihre Gruppenmitglieder und sind sehr sensibel für die Gefühle der anderen“, wie Studien der Verhaltensphysiologin Liza Moscovice vom Forschungsinstitut für Nutztierbiologie in Dummerstorf belegen. So konnte ihr Forschungsteam bei hilfsbereiten Schweinen einen gesteigerter Oxytocinspiegel feststellen. Mäuse schöpfen aus ihren sozialen Kontakten Freude und
    Kraft. Sie verfügen, ähnlich den Vögeln, über einen Gesang im Ultraschallbereich. Diesen nutzen die Mäuse zur Kommunikation und zur Partnerwahl. Auch Rabenvögel suchen die Gemeinschaft. „Das geht so weit, dass Rabenvögel auf ihre Artgenossen warten und erst dann gemeinsam fressen“, so der Biologe und Verhaltensforscher Thomas Bugnyar von der Universität Wien. Doch was ist Instinkt – und was ist gelerntes Verhalten oder Strategie? Tierisches Sozialverhalten lässt sich nicht einmal für eine einzelne Art generalisieren. „Es sind eigenständige Lebewesen, die sich mit individuellen Strategien an die ökologischen Bedingungen anpassen“, weiß Verhaltensbiologe Norbert Sachser von der Universität Münster. Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse aus der Tierwelt lassen sich auf uns Menschen übertragen? Was lernen wir aus dem Sozialleben der Tiere für das menschliche Zusammensein? Um 20:15 Uhr beleuchtet die „NANO Doku“ relevante wissenschaftliche Themen, die uns bewegen. Um 21:00 Uhr diskutieren die Moderatorinnen Alena Buyx und Stephanie Rohde im Wechsel im „NANO Talk“ mit ihren Gästen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven über das Thema. (Text: 3sat)
    Deutsche TV-Premiere Do. 19.11.2026 3sat

Sendetermine

Do. 19.11.2026
20:15–21:00
20:15–
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