3. Vom Mont Blanc zum Pic du Midi
Folge 3 (45 Min.)Im Osten der Mont Blanc, im Süden der Pic du Midi: Die Alpen und Pyrenäen markieren die Höhenlinien Frankreichs. Zwei Gebirge, geprägt von Eis, Fels und extremen Bedingungen. Über allem: der Mont Blanc. Mit über 4800 Metern ist er nicht nur der höchste Berg der Alpen, sondern auch ein Rückzugsort für Arten, die weiter unten keinen Platz mehr finden. Der Klimawandel verändert die Regeln: Schnee schmilzt, Gletscher schwinden, die Lebensräume verschieben sich. Einige Tiere passen sich an. Murmeltiere verkürzen ihren Winterschlaf, sobald die Nahrung sprießt.Kaum ist der Bau verlassen, beginnen Kämpfe um die Rangordnung – nicht alle dürfen bleiben. Alpendohlen haben sich den Tourismus zunutze gemacht: Sie folgen Menschen bis an die Gipfel auf der Suche nach Essbarem. Ihr Verhalten geben sie an die nächste Generation weiter. Auch Sperlingskäuze profitieren: milde Winter, frühe Beute, die kleinsten Eulen Europas breiten sich aus. Ähnlich wie die Steinböcke, denen Felsen genügen. In den Pyrenäen wurden sie wieder angesiedelt, seither springen Jungtiere über die Hänge, während brunftige Böcke den Geißen folgen. Der Wandel zeigt sich nicht nur im Großen. Forscher entdeckten, dass Rotalgen den Schnee schneller schmelzen lassen. Im Tauwasser erwachen Tiere, die Jahrzehnte im Eis überdauert haben: Bärtierchen, Gletscherflöhe, winzige Überlebenskünstler. Der Film taucht ein in diese wenig bekannte Welt – mithilfe von Makro- und Nestkameras, spektakulären POV-Drohnenflügen und über 100 Drehtagen in den Hochlagen. Eine filmische Bestandsaufnahme zweier Landschaften im Umbruch – und ein Blick auf das, was bleibt, wenn das Eis geht. (Text: NDR) Deutsche TV-Premiere Mi. 08.04.2026 NDR 2. Von der Provence zu den Pyrenäen
Folge 2 (45 Min.)Der Süden Frankreichs ist bekannt für sein mediterranes Lebensgefühl. Doch abseits der Mittelmeerstrände offenbart sich eine faszinierende Welt, die den meisten verborgen bleibt. Der Film taucht an unerwarteten Schauplätzen in die Natur ein und zeigt die heimlichen Helden dieser Region. In den lila blühenden Lavendelfeldern der Provence verbirgt sich das kleinste Säugetier der Welt: die Etruskerspitzmaus. Leichter als eine Eincentmünze, führt ein Weibchen eine Karawane ihrer Jungen von einem Bau zum nächsten – ein beeindruckendes Schauspiel des Überlebens.Als Fisch an Land Beute machen? In Albi geht eine Welsart mit spektakulärer Methode auf Vogeljagd. Selbst die Wanderfalken, die hoch über der Stadt auf der Kathedrale nisten, spüren die neue Konkurrenz aus dem Wasser. Ein tierisches Duell zwischen Himmel und Fluss. Nahe der Pont du Gard liegen die Gorges du Gardon, eine naturnahe, weitgehend unregulierte Flusslandschaft. Ideale Lebensbedingungen für eine große Biberpopulation. Anders als die meisten ihrer Artgenossen bauen sie keine typischen Burgen, sondern leben in Erdhöhlen. Biberforscher Gilles Larnac folgt ihren geheimen Wegen, die für ihn selbst dann noch sichtbar sind, wenn das Flussbett im Hochsommer austrocknet. Die Camargue ist berühmt für ihre Flamingos und deren spektakuläre Balz. Doch nicht jeder ist ein geborener Tänzer. Ein junger Flamingo, der noch nicht mit der synchronen Choreografie mithalten kann, sucht seinen eigenen Weg zur Liebe. In den Pyrenäen begegnen sich Frankreich und Spanien, Kolkraben und Gänsegeier. Mit List und Geschick versuchen die Kolkraben, den mächtigen Geiern ihre Beute zu entreißen. Ein faszinierendes Spiel aus Taktik und Intelligenz. Karawanenführer, Traumtänzer und Nervensägen: Der Süden Frankreichs bringt erstaunliche Charaktere hervor. Modernste Kameratechniken erlauben tiefe Einblicke: Makrolinsen zeigen das Nest der Etruskerspitzmaus, Unterwasserkameras folgen der Vipernatter bei der Jagd und Drohnen fangen den majestätischen Flug der Gänsegeier über den Pyrenäen ein. Die Musik des Films entstand in monatelanger Arbeit. Ein Highlight: der Titelsong der jungen französischen Sängerin Lucie Cano, aufgenommen in einem Pariser Tonstudio. Ihre einzigartige Stimme verleiht dem Film eine besondere Atmosphäre. (Text: NDR) Deutsche TV-Premiere Mi. 15.04.2026 NDR Original-TV-Premiere Di. 30.09.2025 ORF 2 4. Von der Loire ins Elsass
Folge 4 (45 Min.)Im Schatten der berühmtesten Monumente Frankreichs tobt das geheime Leben der Tiere. Im Zentrum des Landes liegt das Tal der Loire, bekannt für seine prachtvollen Schlösser und für einen der letzten wilden Flüsse Europas. In einem versteckten Seitenarm hat ein Fischotterweibchen seinen Bau gegraben. Drei winzige Otterwelpen krabbeln über ihren Bauch, blind, aber zielsicher auf der Suche nach Milch. Schon bald wird sie sie ins Wasser führen. Doch die ersten Begegnungen mit dem Nass verlaufen zögerlich. Über ihnen kreist ein Fischadler.Mit gezielten Stößen greift er ins Wasser: Beute für seine Küken im Horst. Doch das Füttern hat bald ein Ende: Die Jungen müssen lernen, selbst zu jagen. Im Schloss Villandry, bekannt für seine Gärten, fliegen Hunderte Fledermäuse durch ein einziges Loch aus dem Dachstuhl ins Freie. Beim Schloss Chenonceau herrscht dichtes Gedränge: Mehlschwalben aus ganz Europa kehren zurück und bauen ihre Nester an der Fassade. Währenddessen liefern sich Prachtlibellen im Wasser erbitterte Kämpfe um Paarungspartner, so heftig, dass selbst andere Arten ins Kreuzfeuer geraten. Auch beim Château de Chambord wird gekämpft. Hier stehen sich zwei Rothirsche in der Brunft gegenüber. Der Platzhirsch? Beobachtet gelassen. Noch. Weiter östlich, am Rande der Vogesen, wacht die Hochkönigsburg über das Elsass. Zwischen dichten Wäldern, wo einst Soldaten marschierten, schleichen heute Wildkatzen zu ihren Jungen. Und sogar Dachse wagen sich bei Tageslicht aus der Deckung. Allerdings nicht ohne Sorgen: Zwei Jungtiere sind auf der Erkundungstour verschwunden. Die Mutter macht sich auf die Suche. „Von der Loire ins Elsass“ ist wohl der typischte Film für Frankreich aus der Reihe „Magisches Frankreich“. Berühmte Orte zeigen ein anderes Gesicht überraschend naturverbunden. Gedreht wurde mit Spezialkameras an Land und unter Wasser. Herzstück der Technik: eine ferngesteuerte Nestkamera, weltweit steuerbar über ein eigens entwickeltes Onlinesystem. Ein Film über das Leben abseits des Offensichtlichen und über die wilde Seite Frankreichs, die nur wenige zu sehen bekommen. (Text: NDR) Deutsche TV-Premiere Mi. 15.04.2026 NDR
