Hände hoch oder ich schieße

    DDR 1966
    Spielfilm (75 Min.)
    Bild: mdr
    Hände hoch oder ich schieße – mdr
    Leutnant Holms langweilt sich. Weil es in seiner sozialistischen Kleinstadt Wolkenheim keine Kriminalität gibt, wird er immer schwermütiger. Das kann sein Freund und Ex-Ganove Pinkas nicht mehr mit ansehen. Er organisiert den Raub des Denkmals vom Fürsten Nepomuk vom Rathausplatz. So beginnt eine turbulente Verfolgungsjagd, bei der Holms endlich sein kriminalistisches Talent entfalten kann. Leutnant Holms (Rolf Herricht) wollte schon immer Kriminalist werden, doch nun langweilt er sich wegen mangelnder Kriminalität im DDR-Provinzstädtchen Wolkenheim. Seine Hauptaufgabe ist es, Vergehen oder Verbrechen zu verhindern, bevor sie überhaupt geschehen können. So träumt er sich, manchmal mit offenen Augen, manchmal im Schlaf, weit weg: zum Beispiel in die Londoner Unterwelt, wo er im Auftrag des Scotland Yard den Einbruch in die Bank von England aufklärt … Holms leidet sehr unter seiner von außen aufgezwungenen Untätigkeit. Sein Freund Pinkas (Zdenek Štepánek), ein längst ehrlich gewordener Alt-Ganove, der als untadeliger Portier des HO-Hotels arbeitet, muss mit ansehen, wie der arbeitslose Holms sogar zum Psychiater Dr. med. Irrwitz (Gerd E. Schäfer) läuft, um seine Depressionen loszuwerden. Da beschließt er, ihm zu helfen und ihm endlich den Fall seines Lebens zu verschaffen. Er lädt Gaunerfreunde aus alten Tagen ein, die mit ihm gemeinsam das Denkmal des Fürsten Nepomuk vom städtischen Marktplatz klauen und bis nach Leipzig entführen. Während die Gaunerbande verzweifelt versucht, das feudale Monument wieder loszuwerden, jagt Holms ihr hinterher, prügelt sich mit den vermeintlichen Entführern in einer Künstlergemeinschaft, wird festgenommen und wieder auf freien Fuß gesetzt. Schließlich findet Nepomuk nach Wolkenheim zurück; der Bürgermeister (Manfred Uhlig) lässt die Anzeige gegen die Alt-Ganoven fallen, weil Wolkenheim sonst die Wettbewerbs-Wanderfahne um die schönste Stadt verloren hätte. Holms ist endlich von seinen Depressionen befreit. Nun kann er sich um die schon lange angebetete Lucie (Evelyn Cron) kümmern, die nur darauf wartet, von ihm angesprochen zu werden. Die Gangsterkomödie „Hände hoch oder ich schieße“ entstand 1965/66, wurde trotz zahlreicher Änderungen und Schnitte aber im September 1966 verboten, weil sie eine „versteckt ironische Haltung zu unserer Wirklichkeit“ (Protokoll) einnehme und den Eindruck erwecke, dass die Sicherheitsorgane der DDR überflüssig seien. So kam der in Leipzig, Altenburg und Naumburg gedrehte Film erst 2009 in die Kinos. Komödienspezialist Rudi Strahl hatte die kleine Geschichte Rolf Herricht auf den Leib geschrieben, Hans-Joachim Kasprzik hat sie bis in die Nebenrollen mit der ersten Garde der DDR-Komiker jener Zeit inszeniert, u.a. Herbert Köfer, Eberhard Cohrs, Hans-Joachim Preil, Agnes Kraus, Manfred Uhlig und Gerd E. Schäfer, an den das MDR-Fernsehen mit diesem Film besonders erinnern möchte. Schäfers Metier war stets das Komödiantische – ob als Kabarettist an dem Berliner Kabaretttheater „Distel“ oder als Schauspieler in DEFA- und zahlreichen Fernsehproduktionen. Nach der Wende nahm Schäfer, auch als Autor tätig, nur noch gelegentlich Fernsehangebote wahr, u.a. spielte er an der Seite seines Schulfreundes Günter Pfitzmann in der Serie „Praxis Bülowbogen“ mit. 1997 zog sich Gerd E. Schäfer endgültig ins Private zurück. Er starb am 20. September 2001. Leutnant Holms: Rolf Herricht Pinkas: Zdenek Štepánek Josef, Heuschnupf das Aas: Herbert Köfer Jimmy: A. P. Hoffmann Brechstange: Gerd Ehlers Der sanfte Waldi: Walter Lendrich Der Hinker: Axel Triebel Lucie Nimmich: Evelyn Cron Dr. med. Irrwitz, Psychiater: Gerd E. Schäfer Major der Kriminalpolizei: Bruno Carstens Bohrs, Fleischermeister: Eberhard Cohrs Frau Schulze: Agnes Kraus Bürgermeister von Wolkenheim: Manfred Uhlig Kriminalist in Leipzig: Otto Stark Elster-Paul, Antiquar: Hans-Joachim Preil (75 Min. – Zum 95. Geburtstag von Gerd E. Schäfer 14.07.). (Text: mdr)
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