Die Söhne der großen Bärin

DDR 1966 (A Nagy Medve fiai‎, 92 Min.)
  • Western
Tohei-ihto (Gojko Mitic), der Sohn des getöteten Häuptlings Mattotaupa, lässt sich nicht von den Angeboten der Weißen bestechen. Er will den Tod seines Vaters rächen und seinem Stamm das ihnen vertraglich zugesicherte Gebiet in den Black Hills zurückgeben. – Bild: MDR/​Progress Filmverleih/​Waltraut Pathenheimer
Tohei-ihto (Gojko Mitic), der Sohn des getöteten Häuptlings Mattotaupa, lässt sich nicht von den Angeboten der Weißen bestechen. Er will den Tod seines Vaters rächen und seinem Stamm das ihnen vertraglich zugesicherte Gebiet in den Black Hills zurückgeben.

Nur ungern reitet der junge Indianer-Häuptling Tokei-ihto zum Fort Smith. Was soll er dort? Verhandeln? Hat er nicht erst vor Tagen vergeblich versucht, mit den Weißen die Pfeife zu rauchen und Worte des Friedens zu wechseln? Viel lieber würde er mit seinen Kriegern kämpfen. Doch Tokei-ihto muss sich dem Spruch des Ältestenrates beugen. Die Söhne der großen Bärin verdanken ihren Namen dem Mythos der Dakota, nach welchem ihre Stammmutter eine große Bärin gewesen sei. Einer ihrer tapferen Söhne ist der junge Häuptling Tokei-ihto (Gojko Mitic). Von Leutnant Roach (Gerhard Rachold) nach Fort Smith bestellt, ahnt der junge Indianer nichts Gutes, beugt sich aber der Entscheidung des Ältestenrates.

Begleitet wird er von Red Fox (Jirí Vrstála), einem Mann, dem er misstraut. In Fort Smith angekommen, bestätigt sich seine Ahnung. Weil auf dem Gebiet der Dakota Gold gefunden wurde, sollen die Indianer das ihnen vertraglich zugesicherte Land verlassen. Als Tokei-ihto das ablehnt, nimmt man ihn gefangen. Ihres Häuptlings beraubt, haben die Weißen nun leichtes Spiel mit seinen Stammesbrüdern. Sie werden in die Reservation getrieben und müssen dort unter der Aufsicht der Soldaten leben.

Tokei-ihto wird wieder freigelassen. Im Reservat, so glaubt man, ist er ungefährlich. Doch seine Feinde verkennen den Mut und den Freiheitswillen des jungen Häuptlings. Er sammelt seine Stammesbrüder um sich, um mit ihnen nach Kanada zu gehen. Gnadenlos werden sie von ihren weißen Verfolgern gejagt. An der Grenze stehen sich Rex Fox und Tokei-ihto ein letztes Mal gegenüber. Ein Kampf um Leben und Tod beginnt. „Die Söhne der großen Bärin“ ist der erste Indianerfilm der DEFA – und war gleich ein Kassenschlager.

Von 1966 bis 1976 entstanden in den Studios von Babelsberg noch elf weitere. Nachdem zu jener Zeit als Folge der verhärteten Kulturpolitik viele Gegenwartsfilme nicht fertig gestellt bzw. nicht aufgeführt wurden, hatte die DEFA ein neues, weniger problematisches Genre entdeckt. Außerdem boomten in der Bundesrepublik Deutschland seit 1962 die Karl-May-Filme, und auch der Zuschauer im Osten lechzte nach Indianerromantik. Der Tscheche Josef Mach inszenierte den Streifen mit sicherem Gespür für wirkungsvolle Wildwestromantik.

„Indianer vom Dienst“ wurde der wegen seiner athletischen Figur und seines markanten Profils für die Rolle prädestinierte Jugoslawe Gojko Mitic. Wie kein anderer der mitwirkenden „Indianer“ war er fortan auf dieses Rollenfach festgelegt und wurde damit über Jahre hinweg zum Publikumsliebling. Tokei-ihto: Gojko Mitic Red Fox: Jirí Vrstála Tobias: Rolf Römer Major Smith: Hans Hardt-Hardtloff Leutnant Roach: Gerhard Rachold Adams: Horst Jonischkan Tschetansapa: Jozef Majercik Tschopa: Jozef Adamovic Donner vom Berge: Milan Jablonsky Pitt: Hannjo Hasse Ben: Helmut Schreiber und andere (Text: MDR)

Internationaler Kinostart1966

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