Das Leben der Anderen

    D 2006
    Spielfilm (137 Min.)
    Christa-Maria Sieland (Martina Gedeck) und Georg Dreyman (Sebastian Koch). – Bild: StarTV
    Christa-Maria Sieland (Martina Gedeck) und Georg Dreyman (Sebastian Koch). – Bild: StarTV
    Ost-Berlin, November 1984. Der Stasi-Hauptmann Wiesler erhält den Auftrag, den erfolgreichen Schriftsteller Georg Dreyman und dessen Lebensgefährtin, die bekannte Theaterschauspielerin Christa-Maria Sieland, auszuspionieren. Doch was als kühl kalkulierter, Karriere fördernder Spitzeldienst geplant war, stürzt Wiesler zusehends in einen moralischen Konflikt. Durch die Beschäftigung mit dem Leben dieser „anderen“ Menschen, mit Kunst und Literatur, lernt er Werte wie freies Reden und Denken kennen, die ihm bislang fremd waren. Auch die Liebe des intellektuellen Paares zueinander beeindruckt ihn. Doch trotz seiner erwachenden Selbstzweifel sind die Mechanismen des Systems nicht zu stoppen. 1984, fünf Jahre vor dem Ende der DDR, steht vor allem die lebenslustige Künstlerszene in Ost-Berlin unter Beobachtung der Stasi. Ein ganz scharfer Hund ist Stasi-Hauptmann Gerd Wiesler (Ulrich Mühe), der bei Verhören kein Druckmittel auslässt und sogar an der Stasi-Hochschule als unmenschlich verschrien ist. Als er auf den Theaterregisseur Georg Dreyman (Sebastian Koch) angesetzt wird, dessen schöne Lebensgefährtin, die Schauspielerin Christa-Maria Sieland (Martina Gedeck), beim Kulturminister Hempf (Thomas Thieme) Hormonalarm auslöst, scheint das einer dieser üblichen Jobs zu sein: Wohnung verwanzen, Nachbarn einschüchtern, observieren, einen dunklen Punkt finden. Doch das übliche Spiel entgleitet dem sonst so gefühlsmäßig beherrschten, unscheinbaren Mann. Die fremde Welt von Kunst und Literatur, freiem Denken und Reden, Liebe und Leidenschaft fasziniert ihn, immer mehr dringt er in „das Leben der Anderen“ ein, schreibt nach Lustschreien akribisch ins Protokoll „vermutlich Geschlechtsverkehr“. Irgendwann macht der sonst so trockene Technokrat nicht mehr mit, schützt die ahnungslosen Opfer, die er durch den „operativen Vorgang“ zu „Staatsfeinden“ stempeln sollte. Florian Henckel von Donnersmarcks sauber recherchierter Blick in Grenzbereiche der Seele verzichtet auf Ostalgie mit falschen Tönen, trifft immer den richtigen Ton. Er entlarvt die Mechanismen eines monströsen Überwachungssystems, das auf die Zerstörung jeglicher Individualität zielt, demaskiert die Verantwortlichen, die im Dunstkreis von Ideologie ihre persönlichen Ziele verfolgen, zeichnet Brüche in den Biografien, seismografische Erschütterungen im Räderwerk der Macht. Der Film wirft Fragen auf, die weit über die sozialistische Ideologie hinausgehen, und übertragbar sind auf jede Form des Fundamentalismus, sei es in Religion oder Politik. Ausstattung, Visualität, Stilisierung, Ensemble, besser geht es nicht. Mit Martina Gedeck als psychisch zerbrechlichem Objekt der Begierde, Sebastian Koch als visionärem Theatermann, Ulrich Tukur als widerlichem Karrieristen. Wenn „Observateur“ Ulrich Mühe, eingezwängt im engen Wams, ohne große Gesten oder Worte seinem Selbstzweifel Ausdruck verleiht und sukzessive seine eiskalte Präzision verliert, ist das größte Schauspielkunst. Ulrich Mühe, an dessen 10. Todestag das MDR FERNSEHEN erinnern möchte, wurde für diese Rolle 2006 mit dem Deutschen Filmpreis, dem Europäischen Filmpreis und der Goldenen Henne ausgezeichnet. Der gebürtige Grimmaer studierte von 1975 bis 1979 an der Theaterhochschule „Hans Otto“ in Leipzig. 1983 wurde er Ensemblemitglied am Deutschen Theater Berlin. Er spielte am Wiener Burgtheater und bei den Salzburger Festspielen. Gleichzeitig wirkte er in verschiedenen Kino- und Fernsehfilmen mit, u.a. in der oscarnominierten Satire „Schtonk!“ über die gefälschten Hitler-Tagebücher. 2007, nur wenige Monate, nachdem „Das Leben der Anderen“ den Oscar als bester fremdsprachiger Film erhielt, erlag der Schauspieler mit nur 54 Jahren einem Krebsleiden. (Text: mdr)
    Deutsche TV-Premiere: 29.09.2008 arte
    Alternativtitel: The Lives of Others
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