Anastasia, die letzte Zarentochter

    D 1956
    Spielfilm (107 Min.)
    Bild: BR Fernsehen
    Anastasia, die letzte Zarentochter – BR Fernsehen
    Im Jahr 1920 wird eine unbekannte 24-Jährige (Lilli Palmer) nach einem Selbstmordversuch aus dem Berliner Landwehrkanal gefischt. Da sie keine Papiere hat und auf Fragen keine Antwort gibt, weist man sie bald in die Irrenanstalt Dallendorf ein. Eine Mitpatientin glaubt in ihr die Zarentochter Anastasia Romanowa zu erkennen – die offenbar als Einzige die Ermordung der Zarenfamilie im Jahr 1918 überlebte. Die russischen Emigranten in Berlin wittern eine Chance, um an 25 Millionen Goldrubel zu kommen, die der Zar auf der Bank von England deponierte, und erkennen Anastasia an. Tatsächlich kann die junge Frau über sehr intime Details des Hoflebens berichten – aber standen solche Dinge nicht auch ausführlich in der Klatschpresse? Die in Kopenhagen lebende Zarenmutter Maria Feodorowna (Tilla Durieux) und auch die Großfürstin Olga (Dorothea Wieck), eine Schwester des Zaren, bezeichnen Anastasia als Schwindlerin. Die verwirrte junge Frau aus der Nervenheilanstalt gerät in ein kompliziertes Ränkespiel aus politischen und finanziellen Interessen. Vorübergehende Ruhe findet sie auf dem Sitz des Herzogs von Leuchtenberg (Otto Graf), wo sie ihren Jugendfreund Gleb Botkin (Ivan Desny) trifft. Sie folgt seiner Einladung nach New York, von wo aus es ihr gelingt, das Vermögen der Romanows auf der Bank von England zu blockieren. Die Romanow-Erben bieten ihr viel Geld unter der Bedingung, dass sie auf die Anerkennung verzichtet – doch Anastasia weigert sich. Mit Hilfe der US-Millionärin Mrs. Stevens (Susanne von Almassy) unternimmt Anastasia einen weiteren Versuch, an das Zarenvermögen zu kommen. Doch nach dem Zerwürfnis lässt die knallharte Geschäftsfrau Anastasia für verrückt erklären und nach Deutschland zurückschicken. Wochenlang lebt sie allein in einem Wald bei Hannover, bis der Prinz von Sachsen-Altenburg (Hans Krull) ihr eine kleine Hütte im Schwarzwald schenkt, in der sie ihren Lebensabend verbringt … Der spannend und vielschichtig inszenierte Schwarzweißfilm erzählt in epischer Breite ein bewegendes Frauenschicksal und ist für eine deutsche Produktion der 50er Jahre erstaunlich unsentimental inszeniert. Im Gegensatz zur zeitgleich entstandenen US-Produktion „Anastasia“ mit Ingrid Berman in der Titelrolle basiert Falk Harnacks vielschichtiges Porträt auf zahlreichen Dokumenten, Gerichts- und Polizeiakten sowie eidesstattlichen Erklärungen und hält sich dichter an die Fakten. Lilli Palmer besticht durch ihre zurückhaltende Darstellung der labilen Frau, von der die Zeitgenossen nicht wussten, ob sie tatsächlich die letzte Zarentochter oder eine begnadete Hochstaplerin war. Erst nach ihrem Tod im Jahr 1984 konnten Biologen mit Hilfe einer genetischen Analyse eindeutig nachweisen, dass die vermeintliche Anastasia keine Romanow war, sondern eine polnische Landarbeiterin mit Namen Franziska Schanzkowska. Berlin, Anfang der 1920er-Jahre: Eine junge Frau wird aus dem Landwehrkanal gerettet. Da die Unbekannte keine Papiere bei sich trägt und nicht spricht, wird sie in eine Nervenheilanstalt gebracht. Dann wird bekannt, dass es sich bei der 24-Jährigen um Anastasia handeln könnte, die jüngste Tochter des Zaren. Fortan bestimmt die Frage nach ihrer Identität das ereignisreiche Leben der vermeintlichen Großfürstin. (Text: One)

    Sendetermine

    Mo21.12.201507:20–09:00WDR
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    So21.06.201513:50–15:30Bayerisches Fernsehen
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    So01.03.201511:40–13:20einsfestival
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    Di14.07.199809:05–10:45ORF2 (A)
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