Dokumentation in 4 Teilen
1. Ein Mann des Volkes
Folge 1 (45 Min.)1994 ist Recep Tayyip Erdoğan ein politischer Nobody – doch er hat ein Ziel: Er will ganz nach oben. Mit einer überraschenden Strategie gewinnt er die Bürgermeisterwahl in Istanbul – er mobilisiert die Frauen, sie tragen ihn zum Sieg. Als Bürgermeister inszeniert er sich erfolgreich als Stimme der Unterdrückten und als Macher einer Millionenstadt. Für viele wird er zum Hoffnungsträger. Andere sehen ihn als islamistische Gefahr. Sein Aufstieg ruft mächtige Gegner auf den Plan: Das Militär, Hüter des säkularen Staates, zwingt seine politische Bewegung in die Knie. Erdoğan widersetzt sich – und zahlt einen hohen Preis. Als er religiöse Diskriminierung anprangert und ein Gedicht rezitiert, wird er verurteilt, muss ins Gefängnis und erhält Politikverbot. Seine Karriere scheint beendet. Doch auf dem Weg in die Haft geschieht das Unerwartete: Hunderttausende feiern ihn wie einen Popstar. Ist dies wirklich sein Ende – oder erst der Anfang? (Text: WDR)Deutsche TV-Premiere So. 28.06.2026 WDR Deutsche Streaming-Premiere Mo. 29.06.2026 ARD Mediathek 2. Gegen alle Widerstände
Folge 2 (45 Min.)Gegen alle Widerstände Nach nur vier Monaten Haft kehrt Erdoğan zurück – in ein Land am Abgrund. Ein verheerendes Erdbeben, eine schwere Wirtschaftskrise und das Versagen der politischen Elite erschüttern die Türkei. Millionen verlieren das Vertrauen in den Staat. Erdoğan erkennt seine Chance – und erfindet sich neu. „Er war wie ein guter Teig“, erinnert sich Nihal Olçok, die schon seinen Bürgermeisterwahlkampf unterstützte, „man konnte Börek aus ihm machen, oder Baklava“. Mit der Gründung der AKP legt er sein islamistisches Image ab. Erdoğan trifft den Nerv einer wütenden Nation.Der Plan geht auf, die AKP gewinnt die Wahlen. Trotz Politikverbots bahnt er sich mit taktischem Geschick den Weg an die Spitze – und wird Premierminister. Erdoğan treibt Reformen voran, führt die Türkei auf EU-Kurs und entfacht eine Aufbruchsstimmung. Doch der Widerstand wächst. Als Europa auf Distanz geht, richtet er den Blick nach innen – und riskiert alles im Kampf gegen die alten Eliten. Verhaftungswellen erschüttern das Land, Kritiker schlagen Alarm. Ist das der Aufbruch einer neuen Türkei – oder der Beginn eines gefährlichen Machtumbaus? (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere So. 28.06.2026 WDR Deutsche Streaming-Premiere Mo. 29.06.2026 ARD Mediathek 3. Im Rausch der Macht
Folge 3 (45 Min.)Im Rausch der Macht Als Barack Obama nach seinem Amtsantritt die Türkei 2009 als erstes Ziel für einen Staatsbesuch auswählt, steht Recep Tayyip Erdoğan auf dem Höhepunkt seines internationalen Ansehens. Er gilt jetzt als Brückenbauer zwischen Islam und Demokratie. Beim Arabischen Frühling lässt er sich in Kairo wie ein Heilsbringer feiern. Ein Moment, der ihm – so Beobachter – „den Kopf verdreht“. Weggefährten berichten, Erdoğan sei „ein anderer geworden“, getrieben von dem Gefühl: „Es gibt niemanden, der größer ist als wir.“ Erdoğan entpuppt sich als Machtpolitiker, der keine Grenzen mehr akzeptiert.Er beschwört eine „neue Türkei“, orientiert am Erbe des Osmanischen Reichs, und treibt das Land auf einen religiös geprägten Kurs. Als Hunderttausende dagegen bei den Gezi-Protesten 2013 aufbegehren, duldet Erdoğan keine Kritik. Er sieht die Demonstranten nicht als Bürger, sondern als Feinde. Der Konflikt spaltet das Land – und trifft ihn persönlich: „Das war der größte Schock seiner bisherigen Karriere – denn damit hat er nicht gerechnet“, erinnert sich der damalige WELT-Korrespondent Deniz Yücel. Trotz immer neuer Skandale baut Erdoğan seine Macht weiter aus. 2014 lässt er sich zum Präsidenten wählen, inszeniert sich auch im Ausland als Stimme der Türken und lässt sich einen gigantischen Präsidentenpalast bauen – gegen alle Widerstände. Sein Ziel ist klar: mehr Macht, ein neues System, eine Türkei nach seinen Regeln. Doch im Verborgenen formiert sich Widerstand. Für Erdoğan unsichtbar – aber entschlossen, ihn zu stürzen. (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere So. 28.06.2026 WDR Deutsche Streaming-Premiere Mo. 29.06.2026 ARD Mediathek 4. Der Unantastbare
Folge 4 (45 Min.)Der Unantastbare Am 15. Juli 2016 kippt die Türkei in eine Nacht des Chaos: Panzer auf der Bosporusbrücke, Kampfjets über Ankara und Istanbul, besetzte Flughäfen und Behörden. Das Militär putscht und versucht, Erdoğan zu stürzen. Doch er wendet sich per Video-Livestream an das Volk, fordert, sich den Putschisten entgegenzustellen, und verändert so den Verlauf dieser Nacht. Mehr als 250 Menschen sterben. Danach folgt eine beispiellose Welle von Verhaftungen und Entlassungen. Zehntausende verlieren ihre Ämter oder ihre Freiheit.Erdoğan macht den Prediger Fethullah Gülen zum Hauptverantwortlichen. „Verrat verzeiht er nicht“, sagt Bülent Arınç über Erdoğans Reaktion. Der Staat wird radikal umgebaut, unter dem Ausnahmezustand entsteht ein Klima der Angst und Kontrolle. Der Putsch wird zum Wendepunkt. Unter dem Ausnahmezustand treibt Erdoğan die Machtkonzentration voran und schafft 2017 ein Präsidialsystem, das ihn zum nahezu uneingeschränkten Herrscher macht. „Erdoğan ist der erste demokratisch gewählte Sultan der Türkei“, bringt es der deutsch-türkische Autor Fatih Çevikkollu auf den Punkt. Auch die Opposition gerät ins Visier. Der Istanbuler Bürgermeister Ekrem İmamoğlu wird zum wichtigsten Gegenspieler und gewinnt Wahlen trotz Annullierung erneut. Aber Erdoğan sorgt auch für dessen Verhaftung. Während der Rechtsstaat erodiert, die Inflation große Teile der Bevölkerung in die Armut treibt und Hundertrausende junge Menschen das Land verlassen, lebt Erdoğan abgeschottet in seinem Palast. Und die Machtfrage bleibt offen: Wie lange noch?“ (Text: WDR) Deutsche TV-Premiere So. 28.06.2026 WDR Deutsche Streaming-Premiere Mo. 29.06.2026 ARD Mediathek
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