Wohin mit meiner Trauer?
Folge 4 (30 Min.)
Andrea Schürgut, Keramikerin und Trauerbegleiterin.Bild: NDR/Eddy ZimmermannDer Tod von Anjas Mutter kam plötzlich. Anja stand ihr sehr nah, sie war nicht nur ihre Mutter, sondern auch Vertraute und beste Freundin. Schließlich war sie noch so jung, erst 55 Jahre alt. Nach dem Verlust bleibt eine Leere, auf die Anja nicht vorbereitet war. „Ich dachte, ich würde nie wieder lachen können“, sagt sie. Die Trauer stellt alles infrage: Prioritäten, Beziehungen, den Blick auf das Leben selbst. Nichts fühlt sich mehr an wie zuvor – und Anja erkennt, dass sie nicht mehr derselbe Mensch ist wie vor diesem Verlust. Sie fragt sich: Warum war sie so unvorbereitet? Wo hat Trauer in der Gesellschaft eigentlich ihren Platz? Und was kann Trauernden wirklich helfen? In der ARD-Dokumentation begibt sich Anja auf die Suche nach Antworten.Sie trifft Menschen, die Trauer auf ganz unterschiedliche Weise leben. Mit dem Benediktinermönch Anselm Grün spricht sie über die Bedeutung von Ritualen als Halt in Zeiten des Verlusts. Rituale begegnen ihr auch im außereuropäischen Kontext beim Dia de los Muertos in Berlin, wo Trauer sichtbar und lebendig gefeiert wird. Und innerhalb der eigenen Familie zeigt sich, wie verschieden Trauer sein kann. Anjas Vater geht ganz anders mit dem Tod seiner Frau um. Erst nach Jahren finden Anja und er wieder zueinander – ein Prozess, den der Film begleitet. Anja Umland entscheidet sich zudem, ihre Kinder in der Trauer mitzunehmen. Während andere sagen: „Nicht weinen vor den Kindern …“, geht sie ehrlich und offen mit ihnen um. Heute hat die Trauer einen festen Platz in ihrem Leben gefunden. Sie ist nicht verschwunden, sondern integriert. Kleine persönliche Rituale helfen, die Erinnerung an die Mutter zu bewahren. Es ist ein anderes Leben als vorher, aber eines, in dem Trauer, Liebe und das Leben nebeneinander bestehen dürfen. (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere Di. 31.03.2026 Das Erste Affenretterin ohne Erinnerung: Kann Michi zurück nach Afrika?
Folge 5 (30 Min.)Michi mit dem acht Wochen alten Pavianbaby Bodhi, dessen Mama leider von Wildhunden getötet wurde.Bild: WDR/Michi und Marc SchreiberMichi Schreiber ist erfolgreiche Buchautorin und Affenforscherin. Die 29-Jährige hat ihren Abschluss als Primatologin an der renommierten Oxford Universität gemacht und sich ganz der Arbeit mit Affen in Südafrika verschrieben. Alles wirkt wie eine Bilderbuchgeschichte, bis Michi Schreiber bei einem schweren Autounfall Anfang 2025 ihr Gedächtnis verliert. Jetzt lebt sie wieder in der Eifel und kämpft dafür, nach Afrika zu ihren geliebten Affen zurückzukehren. Nur Wochen vor ihrem Unfall war Michi Schreiber kurz davor, in Südafrika ihren Lebenstraum wahr werden zu lassen: eine Auffangstation für Affen zu gründen, die verletzt oder im illegalen Tierhandel beschlagnahmt wurden.Und Michi hatte auch schon das passende Grundstück gefunden. Aber dann haben sie und ihr Mann Marc unverschuldet einen Autounfall. Michi erleidet ein Schädel-Hirn-Trauma. Die letzten zwei Jahre ihres Lebens sind wie ausgelöscht, die Erinnerungen weg. Zurück in ihrer Heimat in der Eifel ist Michi häufig erschöpft, hat Migräne, kann sich nicht konzentrieren. Sie ist überfordert und fühlt sich verloren, weil ihr so vieles plötzlich fremd ist. Wird die Affenforscherin es mit Unterstützung ihres Mannes schaffen, wieder in ihr altes Leben zu finden? Kann sie ihren großen Traum doch noch realisieren und ihre eigene Affen-Farm aufbauen? Für die Reportage „Affenretterin ohne Erinnerung“ hat Autorin Nina Müller-Rositzke das Paar aus der Eifel ein halbes Jahr lang begleitet: von der Reha, über den ersten öffentlichen Auftritt, bis zu dem Moment, als Michi Schreiber zum ersten Mal nach dem folgenschweren Unfall wieder südafrikanischen Boden betritt. (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere Mi. 01.04.2026 Das Erste Kirche, Krieg und mein Gewissen
Folge 6 (30 Min.)Der Abiturient Leo hat einen Schülerstreik gegen den Wehrdienst in Koblenz mitorganisiert.Bild: SWR/Harry SchlundWas bewegt junge Menschen, wenn sie den Musterungsbogen zum freiwilligen Wehrdienst erhalten? Viele fühlen sich vor existenzielle Fragen gestellt und suchen Beratung. Für was leiste ich den Dienst an der Waffe? Lehne ich Waffengewalt ab? Lange waren die Kirchen eine Beratungsinstitution für Kriegsdienstverweigerung. Nun haben die Kirchen sich eine neue Friedensethik gegeben und auch sie ringen um ihre Haltung dazu. Melde ich mich freiwillig für den Wehrdienst oder lehne ich den Dienst an der Waffe ab? Junge Menschen stehen aktuell vor dieser Gewissensentscheidung.Was tun die Kirchen, um Orientierung bei dieser sehr persönlichen Entscheidung zu geben? Frieden durch Verhandeln oder Sicherheit durch militärische Verteidigungsfähigkeit, diese Frage wird intensiv und kontrovers in den Kirchen diskutiert. Wie stehen katholische und evangelische Christen in Ost und West angesichts der aktuellen politischen Lage zu Aufrüstung, Wehrdienst und Verweigerung? Und um was geht es den betroffenen jungen Männern, die derzeit die Musterungsbögen erhalten? (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere Di. 07.04.2026 Das Erste Priester, Zölibat und das verborgene Leid
Folge 7 (30 Min.)„Priester, Zölibat und das verborgene Leid“: eine Dokumentation über verbotene Nähe, gelebte Doppelmoral und die Sehnsucht nach einem Leben ohne Lüge. Ein katholischer Priester, der am Altar steht – und abends zu seiner Freundin nach Hause fährt. Ein Kind, das seinen Vater nur im Verborgenen „Papa“ nennen darf. Homosexuelle Priester, die ihre Beziehungen geheim halten (müssen). Die „STATIONEN“-Dokumentation erzählt von Menschen, die Liebe erfahren, aber unter dieser Liebe auch leiden. Was macht es mit Pfarrern, die unter Einsamkeit leiden, die eine Beziehung führen, die es nicht geben darf oder deren Liebe an der Geheimhaltung, am Zölibat zerbricht? Was macht es mit Partnerinnen, Partnern und Kindern, die in die Unsichtbarkeit gedrängt werden und vor dem Gesetz immer Fremde sein werden? Der Film „Priester, Zölibat und das verborgene Leid“ schaut hinter die Fassade.Die Protagonistinnen und Protagonisten sprechen über Einsamkeit, Scham, Loyalitätskonflikte und die Zerrissenheit zwischen Berufung und Liebe. Sie thematisieren die Widersprüche, ihre Verletzungen und ihre Hoffnung. Im Kontrast zum Familienleben eines orthodoxen Priesters wird sichtbar: Der Zölibat ist keine göttliche Naturgegebenheit, sondern eine kirchliche Regel – mit weitreichenden Folgen, die alle Bereiche des Lebens prägen – nicht nur für den jeweiligen Pfarrer. (Text: ARD) Deutsche TV-Premiere So. 12.04.2026 Das Erste
