2026
Von der Leipziger Buchmesse
Folge 86 (60 Min.)Jedes Frühjahr wird Leipzig zum Treffpunkt der internationalen Literaturszene. Am 19. März 2026 öffnet die Leipziger Buchmesse ihre Tore erneut – „Buchzeit“ ist wieder dabei. Das „Buchzeit“-Team stellt neue Romane vor und gibt Lesetipps. Auf der Literaturbühne von ARD, ZDF und 3sat diskutieren Sandra Kegel, Kai Sina und Kais Harrabi über ausgewählte Titel. Moderiert wird die Runde von Katrin Schumacher. Vier herausragende Neuerscheinungen aus dem internationalen Frühjahrsprogramm stehen im Mittelpunkt der Sendung – Bücher, die sich mit Erinnerungen und Abschieden beschäftigen, mit Liebe, Schuld und der spannenden Frage, wie Geschichten weiterleben.In „Ghost Stories. Ein Buch der Erinnerung“ schreibt die amerikanische Autorin und Essayistin Siri Hustvedt über den Tod ihres Mannes Paul Auster. Hustvedt zählt zu den bedeutendsten literarischen Stimmen der USA. In diesem zutiefst persönlichen Buch verbindet sie Tagebuchnotizen, Briefe und Erinnerungen zu einem vielschichtigen Blick auf Trauer, Liebe und das Weiterleben. „Ghost Stories“ ist ein berührendes Erinnerungsbuch – und ein Nachdenken darüber, wie Schreiben dabei helfen kann, mit einem Verlust umzugehen. Der italienische Schriftsteller und Journalist Roberto Saviano erzählt in „Meine Liebe stirbt nicht“ eine wahre Geschichte: Saviano, 1979 in Neapel geboren und seit seinem Buch „Gomorrha“ unter permanentem Personenschutz, widmet sich dem Schicksal von Rossella Casini. Die junge Frau verliebt sich in einen Mann aus einer Mafiafamilie der ’Ndrangheta und weigert sich, Gewalt und Schweigen hinzunehmen. Aus dokumentarischen Fakten formt Saviano einen packenden Roman über Mut, Idealismus und den hohen Preis der Wahrheit. Mit „Erzähl mir alles“ kehrt die amerikanische Pulitzer-Preisträgerin Elizabeth Strout in die fiktive Küstenstadt Crosby in Maine zurück. Die Autorin ist bekannt für ihre präzisen, unaufgeregten Erkundungen menschlicher Beziehungen. In ihrem neuen Roman begegnen sich vertraute Figuren wie Lucy Barton und Olive Kitteridge erneut. Vor dem Hintergrund eines rätselhaften Verschwindens erzählt Strout von Freundschaft, Einsamkeit, unerfüllter Liebe und dem, was im Leben unausgesprochen bleibt. In „Ich möchte zurückgehen in der Zeit“ setzt sich die Berliner Autorin Judith Hermann mit der eigenen Familiengeschichte auseinander. Ausgangspunkt ist die lang verdrängte Vergangenheit ihres Großvaters, der während des Zweiten Weltkriegs für die SS in Polen stationiert war. In ihrer charakteristisch leisen Sprache verbindet Hermann Erinnerung, Reisen und Gegenwart zu einem literarischen Essay über Schuld, Herkunft und das Schweigen der Generationen. (Text: 3sat) Deutsche TV-Premiere So. 22.03.2026 3sat Von der Frankfurter Buchmesse
Folge 87 (60 Min.)Jeden Herbst wird Frankfurt zum Hotspot der internationalen Literaturszene. Die Buchmesse öffnet am 7. Oktober 2026 ihre Pforten – und wie immer ist auch „Buchzeit“ in 3sat mit dabei. Das „Buchzeit“-Team stellt neue Romane vor und gibt persönliche Lesetipps. Auf der Literaturbühne von ARD, ZDF und 3sat diskutieren Sandra Kegel, Kai Sina und Kais Harrabi über ausgewählte Titel. Moderiert wird die Runde von Katrin Schumacher. Vier herausragende Neuerscheinungen aus dem internationalen Herbstprogramm der Verlage stehen im Mittelpunkt der Talksendung. Allen gemeinsam ist der Blick auf Menschen an Wendepunkten ihres Lebens, an denen Liebe und Freundschaft, die Vergangenheit und persönliche Verantwortung neue Bedeutung gewinnen.In diesem Jahr ist Tschechien Gastland der Frankfurter Buchmesse – und mit Jaroslav Rudiš ist einer der prominentesten Gegenwartsautoren des Landes in „Buchzeit“ vertreten. In seinem neuen Roman „Wo die Toten sprechen“ schickt er drei Freunde auf einen ebenso skurrilen wie berührenden Roadtrip zu den Friedhöfen Mitteleuropas und erkundet, was uns in Europa zusammenhält. Emma Cline zählt zu den wichtigsten Stimmen der jüngeren amerikanischen Gegenwartsliteratur. In ihrem aktuellen Roman „In die Schweiz“, auf der Longlist des Booker Prize 2026, schreibt sie über einen Mann, dessen Gedächtnis durch eine fortschreitende Erkrankung zunehmend zerfällt. Auf seiner letzten Reise in die Schweiz verschwimmen für ihn Gegenwart und Erinnerung. Es stellt sich die Frage, was von einem Menschen bleibt, wenn die eigene Identität zu verblassen beginnt. In „Das tickende Herz“ schickt Büchner-Preisträger Lutz Seiler seinen Protagonisten auf eine außergewöhnliche Reise von Berlin quer durch Europa bis in die kasachische Steppe. Entstanden ist ein vielschichtiger Roman über Liebe, Sehnsucht, Zugehörigkeit und die Frage, wie eng persönliche Lebenswege mit den Umbrüchen ihrer Zeit verbunden sind. Mit „Schiffbruch“ legt der französische Schriftsteller und Philosoph Vincent Delecroix einen ebenso eindringlichen wie hochaktuellen Roman vor, der in der französischen Ausgabe 2025 auf der Shortlist des International Booker Prize stand. Ausgehend von einer realen Flüchtlingstragödie im Ärmelkanal erkundet Delecroix Fragen von Schuld, persönlicher Verantwortung und den moralischen Herausforderungen einer Gesellschaft gegenüber Menschen in Not. (Text: 3sat) Deutsche TV-Premiere So. 11.10.2026 3sat
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