13. Jazz im Bergson Kunstkraftwerk (13)
Folge 13Im Programm- und Albumtitel „AMARÉ“ verschmelzen zwei portugiesische Wörter: „a maré“ – die Gezeiten – und „amar é“ – „zu lieben heißt’“. Damit spannt das Trio einen thematischen Bogen von Veränderung und Verwandlung als Konstante des Lebens über Hingabe und Abenteuer bis zu Verspieltheit, Tiefe und universeller Energie. Die Musik der drei Seelenverwandten ist von großer Beweglichkeit: rhythmisch, harmonisch und melodisch. Die wandlungs- und farbenreiche Stimme von Céline Rudolph verwebt sich in fließenden Wellen und Wendungen mit den kristallinen Läufen und klangsatten Akkorden von Gitarrist João Luis Nogueira und Pianist Henrique Gomide.Ihre gemeinsame Klangwelt vereint afrikanisches Erbe, kammermusikalische Tongebung und jazztypische Improvisationslust zu einem „Contemporary Brazilian Chamber Jazz“. Der gemeinsame Puls des Trios ist Brasilien mit seinem Lebensgefühl und seiner Musikgeschichte. Von dort stammen Nogueira und Gomide, dort hat Rudolph mehrere ihrer insgesamt zwanzig Alben eingespielt. Mit diesem Trio setzt die vielfach preisgekrönte Sängerin und Komponistin ein besonderes Glanzlicht in ihrer seit den frühen 1990er-Jahren andauernden Karriere. (Text: ARD alpha) Deutsche TV-Premiere So. 19.07.2026 ARD alpha 14. Jazz im Bergson Kunstkraftwerk (14)
Folge 14Die intensive Beschäftigung mit der Musik des Pianisten Lennie Tristano, einem stilistischen Solitär der Bebop-Ära, bewog den Altsaxophonisten Julian Bossert 2020 zur Gründung von „Tristano Unchained“. Dieses Quintett widmet sich, wie sein historisches Vorbild, einer Kompositionstechnik, die schon im Barock verwendet wurde: der Kontrafaktur. Neue Melodien werden da über die Akkordfolge eines schon vorhandenen Stücks gelegt. Die Musiker wandten diese Vorgehensweise zunächst mit einem besonderen Kniff an: Alle memorierten 40 bekannte Standards und überraschten sich dann im Konzert gegenseitig. Indem etwa eine freie Solo-Introduktion, mit kleinen melodisch-harmonischen Querverweisen auf einen Jazzklassiker ausgestattet, zum Startpunkt einer, in alle Richtungen freien Ausgestaltung und Neuschöpfung des Originals wurde.In ihrem Programm „ID Entity“ überträgt die Band diese Form der musikalischen Metamorphose auch auf eigene Kompositionen. Im spielerischen Ad hoc loten die Musiker so ihre kollektive Identität als Band immer wieder neu und anders aus. Jeder Einzelne trägt mit seinen Ideen zu einem spannenden Diskurs der Töne bei, der mit seiner großen emotionalen Intensität auch das Publikum beim BR Clubkonzert in seinen Bann schlug. (Text: ARD alpha) Deutsche TV-Premiere So. 26.07.2026 ARD alpha
