Deutsche Erstausstrahlung: 18.12.1994 Das Erste

    Der schlitzohrige arbeitslose Ost-Berliner Benno Grimm wird samt seiner Familie zum Studienobjekt des West-Schriftstellers Steinheim (Dietrich Mattausch); der Zuschauer durchschaut, was dem naiven Steinheim lange noch ein Rätsel bleiben wird: Realität muss inszeniert werden, damit sie in ihren tatsächlichen Ost-West-Unterschieden deutlich wird. Die Aufhebung dieser Ost-West-Entfremdung erfordert längere Zeiträume als politischer Voluntarismus es möchte. Eine Thematisierung von Ost-West-Vorurteilen, kurzweilig-überdreht gespielt und inszeniert, mit exzellenten Dialogen und dem unübertroffenen Witz des Autors Jurek Becker. (Text: Odeon Film)

    Wir sind auch nur ein Volk – Kauftipps

    Cast & Crew

    Dies und das

    Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

    8 tlg. dt. Satire von Jurek Becker, Regie: Werner Masten.

    Wenn Ossis und Wessis einander nicht verstehen, kann eigentlich nur einer Abhilfe schaffen. Richtig: das Fernsehen. Also beschließen die Programmdirektoren der ARD fünf Jahre nach der Wiedervereinigung, eine Familienserie zu produzieren. Der westdeutsche Autor Anton Steinheim (Dietrich Mattausch), der noch nie im Osten war und keine Ossis kennt, soll das Drehbuch schreiben und bekommt dafür von Produzent Eugen Meister (Hans Korte) eine Ostfamilie als Studienobjekt zur Verfügung gestellt: die des arbeitslosen Berliner Schlitzohrs Benno Grimm (Manfred Krug) und seiner Frau Trude (Christine Schorn), einer Lehrerin, die mit Sohn Theo (Marco Bahr) und Opa Karl Blauhorn (Ferdinand Dux) am Prenzlauer Berg leben. Lucie (Julia Heinemann) ist Antons Frau, die natürlich in Charlottenburg zu Hause ist.

    Nach Motzki und Trotzki sollten in dieser Serie Ost und West gleichermaßen karikiert werden. Doch die Serie blieb hinter den Erwartungen zurück, die nicht zuletzt der Name Jurek Becker (Liebling – Kreuzberg) weckte. Die dreiviertelstündigen Folgen liefen ohne berauschende Zuschauerresonanz auf dem etablierten Serienplatz am Dienstag um 20.15 Uhr.