V.I.P.-Schaukel

    V.I.P.-Schaukel

    D 1971–1980
    Deutsche Erstausstrahlung: 09.05.1971 ZDF

    Glamour und VIPs aus der nahen Vergangenheit. Magret Dünser war in den sechziger und siebziger die VIP-Kennerin. Immer im Hintergrund, elegant gekleidet und mit den richtigen Fragen an die großen dieser Welt. Und das zu einer Zeit, in der es noch keine PR-Berater gab und die wichtigen dieser Welt noch mehr oder weniger ehrlich antworten konnten.

    Die Sendung hat mittlerweile Kultstatus und ein echtes Muss für die „Gala-Fraktion“ von heute. (Text: Alina)

    gezeigt bei Vor 30 Jahren

    V.I.P.-Schaukel – Community

    Olli (geb. 1966) am 28.01.2014: Die Folge 15 vom August 1974 gefiel mir insbesondere, da hier die Shaw Brothers (Runme und Run Run Shaw) interviewt wurden. Leider kritisiert Margret Dünser hierbei auch das Genre des Eastern-Films, hätte da mehr journalistisches Fingerspitzengefühl von ihr erwartet. Dennoch sehenswert, und mE das einzige Interview, dass Run Run Shaw für das dt. TV gab.
    Olaf (geb. 1965) am 11.05.2010: Schön war's. Gestern lief die letzte VIP Schaukel. Leider hat das ZDF nicht alle Folgen in den vergangenen 10 Jahren wiederholt. So fehlen mir ein paar Ausgaben. Macht nichts, denn in 10 jahren gibt es ja dann hoffentlich die Serie "Vor 50 Jahren". Danke ZDF für die schönen Momente der VIP Schaukel die seit 2000 ausgestrahlt wurden. ....und auch Danke Magret Dünser..... Servus bis in 10 Jahren......
    unbekannt am 27.03.2009: Sehr geehrter Herr von Waldeck, gibt es ein Photo Ihre Vaters, der selbst so viel photographiert hat? Gibt es ein Archiv seiner Arbeiten? Mit den besten Grüßen aus Berlin, Jörn Jacob Rohwer
    Alina (geb. 1965) am 19.12.2007: Achtung liebe V.I.P. Schaukel Fraktion: Ab 22.12.2007 gibt es eine umfangreiche Wiederholung der VIP Schaukel auf dem ZDF Dokukanal unter dem Titel "das beste aus..." Wie schön das mal wieder Auschnitte von Frau Dünser gezeigt werden.
    Brigitte Stalder-Semang (geb. 1938) am 30.12.2006: Es ärgert mich schon seit Jahren, dass es einer derartig brillanten Sendung mit einer noch brillanteren Frau Dünser nicht vergönnt war, des öfteren wiederholt zu werden, oder, wie viele jüngere Leute es hier im Forum wünschen, nicht schon lange auf DVD gebrannt wurde. Wir "Alten", die gewissermaßen mit Frau Dünser und der VIP-Schaukel unsere Jahre, (mit Frau Dünser etwa gleich alt) verbracht haben , werden in den Medien ohnehin sträflich vernachlässigt, das wäre doch wirklich mal eine Möglichkeit auch diesem Personenkreis wieder eine Fernsehkost zu geben, die verdaulich ist und nicht diese entsetzlichen Serien, in denen sich die Leute nur zoffen und ankeifen und unflätig beschimpfn, man sollte sich an Frau Dünser ein Beispiel nehmen, mit welch einer Eleganz und Zurückhaltung sie alles Wesentliche aus ihren Gesprächspartnern herausgeholt hat, ohne jemals wenn auch, hartnäckig, so doch niemals penetrant gewesen zu sein. Leider gibt es solche feinen Leute in den Medien nicht mehr .. Das Buch high life habe ich sozusagen "Alle jahre wieder" gelesen und es liegt auch zufällig jetzt wieder auf meinem Nachttisch, und ich habe mich gefreut, daß ich heute, 30.12.2006 auf Phönix eine Sendung entdeckt hatte, wo einige Folgen der VIP-Schaukel wiederholt wurden. Leider ist mein VHS-Band mit mehreren Folgen nicht mehr abspielbar, weil mir auch noch das entsprechende Gerät fehlt. Vielleicht sollte ich das Band überspielen lassen. Wer hat Erfahrung damit, wie sowas geht? fragt ein "älteres Semester" - nicht ganz firm mit den modernen Techniken Noch eine Frage: wer weiß, wer der gewisse Phil in Frau Dünsers Leben war? Lebensgefährte kann man ja nicht sagen, aber eng liiert....?

    V.I.P.-Schaukel – News

    Cast & Crew

    Dies und das

    Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

    Promimagazin mit Margret Dünser, die Einblicke in das Privatleben der internationalen Prominenz erhält und gewährt. Dünser besucht, interviewt und porträtiert in vier bis fünf Beiträgen pro Sendung die Wichtigen auf allen Kontinenten, meistens in Amerika. Regie: Edgar von Heeringen.

    Die V.I.P.-Schaukel bestand nicht aus dem unreflektierten Glamourparty-Tourismus, der die Promimagazine ab den 90er-Jahren prägte; hier wurde man noch von Mitteilungen verschont, welche Frauen gerade schwanger sind und wer mit wem knutscht. Die österreichische Journalistin Dünser, die fließend Englisch, Französisch und Italienisch sprach, besuchte die Stars meistens zu Hause, stellte sich auf sie und ihr Umfeld ein, war immer höflich, aber hartnäckig, ging bei den Gesprächen in die Tiefe und erreichte auf diese Weise, dass sich die Stars öffneten, den PR-Text vergaßen und von ihren Ängsten und Träumen redeten.

    Sie bekam Termine bei Prominenten, die Interviews sonst scheuten. Die Bandbreite war enorm; sie umfasste Filmstars (John Wayne, Anthony Quinn, Jerry Lewis, Peter Ustinov, Jack Lemmon, Marcello Mastroianni, Shirley MacLaine, Louis de Funès, Bob Hope und Regisseur Alfred Hitchcock), Aristokraten (den König von Nepal, das Königspaar von Thailand, Prinz Bernhard der Niederlande, Prinz Louis Ferdinand von Preußen), Politiker (Ronald Reagan, Edward Kennedy, Kurt Waldheim, Francisco Franco, Nelson Rockefeller), Schriftsteller (Truman Capote, John Osborne, Eugène Ionesco), Künstler (Salvador Dalí) und Menschen, die auf andere Weise Einfluss erlangt hatten, sei es durch brillante Geschäftsideen, Firmenimperien oder Verwandtschaft. Nicht alle waren prominent, manche auch nur wichtig, aber nichts anderes besagt der Begriff V.I.P. („Very Important Person“).

    Die Liste der porträtierten Prominenten in einer typischen Sendung sah so aus: der Millionenbetrüger Bernie Cornfeld, Omar Sharif, die asiatischen Brüder Shaw, die durch ihr Filmstudio Millionen gemacht hatten, Lassie und die Tochter von Hedwig Courths-Mahler (Sendung vom 7. August 1974). Mussolinis Witwe erzählte, dass der Duce spurte, wenn sie befahl, vor allem wenn das Essen auf dem Tisch stand. Über seine Affären sagte sie: „Wenn die Frauen ihm hinterhergelaufen sind, was sollte er denn tun, der arme Kerl? Wegen der Frauen hat man Mussolini angegriffen. Und wegen dem Bündnis mit Hitler natürlich.“ Tennessee Williams sagte den einzigen Satz, den er in deutscher Sprache beherrschte: „Ficken ist gesund“. Und Zsa Zsa Gabor teilte mit, sie sei Jahre nicht in Deutschland gewesen, vielleicht finde sie ja dort den richtigen Mann.

    Margret Dünser selbst hielt sich im Hintergrund. Sie kommentierte ausschließlich aus dem Off und war in den Filmbeiträgen allenfalls kurz beim Händeschütteln oder während des Gesprächs von hinten zu sehen. Im Kommentar hob sie die Vorzüge ihrer Interviewpartner hervor, ging aber auch auf Schwächen und Misserfolge ein. Im Falle Zsa Zsa Gabors erwähnte sie deren Speckröllchen, dass sie nie auf der Bühne oder in Filmen wirkliche Leistungen gezeigt habe und dass ihr Alter, irgendwo über 50, „von Experten errechnet“ wurde. Rita Hayworth attestierte sie: „Ihre Patina ist nicht echt“ und zitierte aus der „Los Angeles Times“: „Rita Hayworth ist nicht tot. Sie lebt auch nicht in Europa. Man hat sie bloß vergessen.“ Dünser meinte das nie böse oder reißerisch, sie schilderte nur ehrlich ihre gewonnenen Eindrücke.

    Zu Beginn der meisten Beiträge fuhr die Kamera über die Städte und Gegenden, in denen die Stars wohnten (quasi die Anreise zum nächsten Ziel). Währenddessen erzählte Dünser etwas über die Stadt und über die Herkunft ihres nächsten Gesprächspartners. Wegen ihrer vielen Flugreisen nannte man sie „Düsen-Dünser“.

    Die Sendung war anfangs eine Stunde und ab 1973 noch 45 Minuten lang und lief sechs bis acht Mal jährlich an verschiedenen Sendeplätzen, aber immer im Abendprogramm. Es war das erste Prominentenmagazin seiner Art. Viele folgten, bessere nicht. Im Juni 1980 starb Dünser nach längerer Krankheit im Alter von nur 53 Jahren. Noch vom Krankenhaus aus sprach sie den Off-Kommentar zur letzten Folge mit Robert Redford und Dustin Hoffmann.

    Eine Schaukel kam nicht vor. Nachfolgesendung wurde zwei Jahre später exklusiv.

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