Hurra Deutschland!

    Hurra Deutschland!

    D 1989–1991
    Deutsche Erstausstrahlung: 19.06.1989 Das Erste

    Als eine Art „Kasperltheater mit Prominenten“ startete die Adaptation der britischen Puppensatire „Hurra Deutschland!“ im Juni 1989. „Moderator“ Georg von Storch ermöglichte einen Blick hinter die Bonner Kulissen und enthüllte allzu menschliches über die Spitzenpolitiker seiner Zeit, von Blüm bis Stoltenberg, Genscher und Geißler und natürlich Bundeskanzler Helmut Kohl. Aber auch Stars und Sternchen wurden durch den Kakao gezogen – von Gottschalk bis Biolek, von Peter Alexander bis Harald Juhnke.

    Leider erreichte die Produktion der „GUM Studios“ nicht ganz die Bissigkeit ihres angelsächsischen Vorbilds und wurde nach drei Staffeln wieder eingestellt, bis sie 2003 als „Hurra Deutschland! Jetzt erst recht“ kurzzeitig für RTL II wiederbelebt wurde. (Text: RS)

    Adaption von Spitting Image

    Hurra Deutschland! – Kauftipps

    Hurra Deutschland! – Community

    MichaelAliensBiehn (geb. 1984) am 25.02.2014: Eine weiter Sendung von RTL 2 für Leute aus der geistigen Unterschicht.
    Ronny (geb. 1977) am 18.08.2009: Es gibt 34 reguläre Folgen, davon 12/1991, die auf der DVD zu finden sind. Die anderen 22 Folgen verteilen sich auf 1989 und 1990. Ich habe die DVD gekauft, die ist klasse! Wir sollten alle an GUM schreiben und klar machen dass auch an den 89/90 Folgen Specials ein Interesse besteht
    Max (geb. 1973) am 28.10.2006: Was ich in meinem vorangegangenen Eintrag vergessen habe anzumerken: Sowohl hier als auch im Wikipedia-Artikel zu "Hurra Deutschland" sind die Ausstrahlungsdaten mit "von 1987 bis 1991" angegeben. Nach meiner Erinnerung lief die erste Staffel aber erst 1989, und ich meine auch, dass die letze Staffel nicht vor 1992 oder gar '93 ausgestrahlt wurde. Weiß es jemand besser? Würde mich interessieren. Ach, und wer das Original kennen lernen oder mal wieder sehen möchte: Auf YouTube gibt's eine ganze Menge Auszüge aus verschiedensten Spittting Image-Folgen. Einfach "Spitting Image" als Suchbegriff eingeben. Gute Politik- und sehr gute Englischkenntnisse sind aber für den kompletten Genuss unabdingbar.
    Max (geb. 1973) am 25.10.2006: Die erste Staffel von "Hurra Deutschland" war schlappe Comedy mit harmlosen Gags. Später wurde die Serie dann bissiger, (politisch) härter und um einiges besser. Das Niveau des großartigen Originals "Spitting Image" wurde aber nie ganz erreicht.
    Sven B. (geb. 1976) am 02.08.2006: Was habe ich die alte Serie geliebt. Was habe ich mich gefreut, als ich las, dass eine Neuauflage bei RuNTeL2 ins Haus stand. Wie masslos enttaNuscht war ich, als ich dieses Desaster dreimal angesehen hatte. Zwischen den beiden Serien liegen nicht nur zeitlich Welten. Was auf ARD noch politisch und hoch satirisch war, mit unzaNhligen witzigen Wortspielen und Pointen, verkam auf RTL2 zu platter Albernheit in aNrmlicher Kulisse, in der die Hauptaufgabe der Figuren zu sein schien, sich gegenseitig runterzuputzen und aufs Maul zu hauen. Schade, dass es nur die Folgen von 1991 auf DVD gibt. Da fehlt so vieles, was ich noch dunkel in Erinnerung habe...

    Hurra Deutschland! – News

    Dies und das

    Aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier (Stand 2005):

    Viertelstündige wöchentliche Comedyshow, in der das aktuelle Geschehen in Politik und Gesellschaft aufs Korn genommen wird.

    In den Hauptrollen: Die deutsche Prominenz als Gummipuppen, ihre Stimmen gesprochen von Stephan Wald und Thomas Freitag, später von Hans-Jürgen Schlupp. Zum Personal gehören Kanzler Helmut Kohl und diverse Minister, aber auch Unterhaltungsstars wie Alfred Biolek, Heino, Rudi Carrell und Harald Juhnke sowie Journalisten wie Ernst-Dieter Lueg. Alle treffen sich regelmäßig im „Hurra-Club“, wo sie auch fröhliche Lieder anstimmen.

    Hurra Deutschland war die deutsche Variante der legendären britischen Puppenshow Spitting Image (1984–1996), von der 3sat von 1988 bis 1991 einige Folgen zeigte. Die Gummipuppen waren ähnlich aufwendig gestaltet, der Humor allerdings auf deutsche Verhältnisse heruntergebrochen. Schon zum Start kündigte der WDR an, nicht so gnaden- und tabulos mit den Parodierten umgehen zu wollen. Es werde eher ein „Kasperltheater für Erwachsene“, entwarnte der Sender vorab. Die meisten Witze waren eher harmlos und klamaukig als böse oder gar politisch scharf. Der „Spiegel“ nannte die Premierensendung „Bissig wie ein Gummibärchen, witzig wie eine Autopsie und spritzig wie ein Ölteppich auf dem Toten Meer“.

    Die Show lief zunächst montags im Hauptabendprogramm, ab 1991 freitags um 23.00 Uhr. Nach dem Ende der regulären Reihe schickte die ARD am 17. Mai und 26. September 1992 noch zwei Specials hinterher.

    2003 startete eine Neuauflage bei RTL 2 mit dem Untertitel „Jetzt erst recht!“, die knapp zehn Minuten lang war und nun täglich um 19.50 Uhr lief. Neuer Sprecher war Elmar Brandt. Das Publikum selbst konnte nach einem „Wahlk(r)ampf“ entscheiden, wer die Sendung moderieren sollte; Dieter Bohlen mit Assistent Daniel Küblböck machte das Rennen. Das Gummipersonal wurde um weitere zielgruppenaffine Persönlichkeiten wie etwa Verona Feldbusch erweitert, die Bandbreite der Sketche reduziert: Die Sendung bestand nun ausschließlich aus einfältigen Zoten und Runninggags wie einer jedes Mal als Pferd dargestellten Kanzler-Schröder-Gattin Doris. Feste Rubriken waren u. a. „Yoda Kohl“, „Günthers Jauchladen“ und die „Warme Küche“ von Alfred Biolek und Rudolph Moshammer. Die Quoten der Sendung waren überdurchschnittlich, 50 Folgen liefen.

    Die Puppen traten häufig auch bei anderen Gelegenheiten auf, z. B. in den ARD-Magazinen Fakt und ZAK und in den Videos zu Elmar Brandts Kanzlerparodien; Ende 2002 landete dessen „Steuersong“ auf Platz eins der Charts.

    Zwölf Folgen aus dem Jahr 1991 sind auf DVD erhältlich.

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