Ehen vor Gericht

    Ehen vor Gericht

    D 1970–2000
    Deutsche Erstausstrahlung: 10.06.1970 ZDF

    Justizreihe von Heinz Kuntze-Just und Ruprecht Essberger. Nachgestellte und erfundene Ehestreitigkeiten, gespielt von Schauspielern, verhandelt von echten Richtern und Anwälten.

    Die Fälle behandelten die ganze Themenpalette von Ehebruch, Gewalt und Vergewaltigung in der Ehe, Vernachlässigung und sexueller Verweigerung, bis hin zu Güterteilung und Sorgerechtsstreit. In den ersten Jahren spielte auch die Schuldfrage noch eine Rolle. Neben dem Unterhaltungsfaktor – Konflikte ziehen immer Zuschauer an – ging es vor allem um psychologische und juristische Aspekte: Wie konnte es so weit kommen? Und wie ist nun die Rechtslage? Das Scheidungsrecht wurde im Lauf der Zeit geändert, die erfolgreiche Reihe spiegelte dies in ihrer 30 jährigen Laufzeit wider.

    Autor und Regisseur war Ruprecht Essberger, der bereits für Das Fernsehgericht tagt gearbeitet hatte und später das Verkehrsgericht schuf, allesamt langjährige Publikumserfolge. Er leitete die Sendung bis 1997, dann übernahm Clemens Keiffenheim. Die Episodentitel waren jetzt wechselnde Standard-Überschriften wie bei jeder anderen Fernsehserie. Bis dahin waren alle Fälle nach dem gleichen Schema betitelt, z. B. „In Sachen: Weber gegen Weber“. Zu den Moderatoren gehörten Eva Windmöller, Kathrin Brigl, Katja Lührs, Thomas Hegemann und Kurt Lotz. Der Riege der juristischen Berater gehörte u. a. die Anwältin Sina Walden an, die ebenfalls bereits die Reihe Das Fernsehgericht tagt mitentwickelt hatte.

    Insgesamt wurden 89 Folgen ausgestrahlt. Sie dauerten 90 Minuten und liefen in loser Folge im Abendprogramm. Zwischen 1984 und 1989 gab es eine längere Pause. 2000 stellte das ZDF neben dieser auch die Justizreihen Verkehrsgericht und Wie würden Sie entscheiden? ein. (aus dem Fernsehlexikon von Michael Reufsteck und Stefan Niggemeier)

    Ehen vor Gericht – Community

    matthias (geb. 1977) am 23.08.2014: wenn die reihe schon nicht im fernsehen wiederholt wird könnte wenigstens eine DVD box rauskommen ...
    Friedrich (geb. 1972) am 15.08.2006: Eine Folge dieser Sendereihe schloss einmal an eine Folge aus der ZDF-Serie „Verkehrsgericht“ an. Dort hatte ein Mann (gespielt von Will Danin) aus Eifersucht den neuen Liebhaber seiner Frau angefahren, schaffte es aber, die Sache vor dem Verkehrsgericht so darzustellen, dass das Ganze wie ein Unfall ohne Absicht aussah und wurde deshalb freigesprochen. Seine Frau glaubte ihm das aber nicht. Bei der Folge, die dann im Rahmen der Sendung „Ehen vor Gericht“ ausgestrahlt wurde, kam es dann letztendlich zur Scheidung und besonders dramatisch war es dann am Ende der Verhandlung, wie der Mann dann zuerst seine Frau und dann sich selbst erschoss.
    Claus (geb. 1960) am 15.08.2003: Erstaunlich, daß das Privatfernsehen dieses Format noch nicht (wieder)entdeckt hat. Schließlich wurde in Ehen vor Gericht alles geboten, was eine Nachmittagssendung von RTL & Co. ausmacht: Geschichten aus dem Ehebett, fremdgehen und jede Menge schmutzige Wäsche waschen.

    Cast & Crew

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