Wer ist bereit, im Kriegsfall zu kämpfen? Die 18- bis 29-Jährigen, die es am meisten betrifft, sind am wenigsten überzeugt. Schulstreiks, Festivals und Social-Media-Kampagnen richten sich in Deutschland gegen die Wiedereinführung der Wehrpflicht. Trotzdem gibt es sie inzwischen wieder in zehn Nato-Ländern. Was bringt junge Menschen dazu, im Kriegsfall zu kämpfen? Oder eben nicht? In Russland deutet derweil vieles auf eine bevorstehende zweite Mobilisierungswelle hin. In der Stadt Pensa wurden kürzlich ganze Stadtviertel abgeriegelt. Jedes Fahrzeug wurde angehalten, Papiere kontrolliert. Ausnahmslos. Männer, die keine gültigen Dokumente vorweisen konnten, sollten noch am selben Tag einen Vertrag beim Militär
unterschreiben.
Auch in der Ukraine ziehen sich Männer aus dem öffentlichen Leben zurück, meiden belebte Orte, U-Bahnstationen und Märkte, aus Angst vor der Zwangsmobilisierung. Ein Leben im Ausweichzustand: nicht geflohen, nicht eingezogen, nicht wirklich frei. Der Rapper HeXer aus Leipzig schuf mit seinem Song „Gewinner“ den viralen Hit, der sich kritisch mit der möglichen Wiedereinführung der Wehrpflicht auseinandersetzt. Sanata Doumbia-Milkereit widerspricht: Die Bundeswehr-Reservistin und Psychologin hält die Debatte für zu eng auf ein altes Pflichtmodell verkürzt. Es gehe längst nicht mehr um Zwang oder Freiwilligkeit allein, sondern um neue Formen von Verantwortung. (Text: arte)
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