Georges Bizet: Carmen

185 Min.
Jonathan Tetelman singt den Don José. – Bild: Ben Wolf
Jonathan Tetelman singt den Don José.
Souverän, verführerisch und unberechenbar: Asmik Grigorian spielt die Titelrolle in „Carmen“ als vielschichtige und starke Frau: Diese Interpretation legt aber auch die Risse unter der ikonischen Oberfläche frei und lässt Carmens Freiheitspathos ebenso hörbar werden wie ihre Verwundbarkeit. „Carmen“ ist eine der populärsten Opern. Komponiert von Georges Bizet und uraufgeführt 1875 in der Opéra-Comique in Paris. Schauplatz der Handlung ist Sevilla. Das Libretto haben Henri Meilhac und Ludovic Halévy nach der gleichnamigen Novelle von Prosper Mérimée verfasst.
In über 150 Jahren wurde Carmen zum Symbol radikaler weiblicher Selbstbestimmung. Dem bürgerlich-patriarchalen Besitzanspruch von Frauen abtrünnig, beansprucht Carmen in der Habanera und Seguidilla das Recht auf freie Partnerwahl. Ihre Unabhängigkeit und sexuelle Autonomie provozieren, und sie wird zu einer Projektionsfigur als Gegenentwurf zu Konvention und Zwang. Die Inszenierung der Regisseurin und Choreographin Gabriela Carrizo rückt Carmen und Don José, gesungen von Jonathan Tetelman, gleichermaßen ins Zentrum.
Mit ihrer Tanztheater-Compagnie Peeping Tom zoomt sie mit der typischen intensiven Körperlichkeit und der präzisen Bildsprache tief in die Psyche und das Unbewusste der Figuren. Sie zeigt familiäre Prägungen, gesellschaftliche Zwänge und die Dynamik eines toxischen Begehrens. So entsteht gemeinsam mit dem Utopia Orchestra unter der Leitung von Teodor Currentzis eine neue „Carmen“ zu den Salzburger Festspielen 2026 – eine verstörend aktuelle Geschichte von Femizid. (Text: arte)

Cast & Crew

Choreographie: Gabriella Carrizo
PF_BALL: Peeping Tom
Musik: Georges Bizet, Regina Sgier, Wolfgang Götz, Vitaly Polonsky, Salzburger Festspiele und Theater Kinderchor, Bachchor Salzburg, Utopia Choir, Teodor Currentzis, Henri Meilhac, Ludovic Halévy, Utopia Orchestra
Drehbuch: Prosper Mérimée
Produktion: ARTE / BR / Österreichischer Rundfunk (ORF) / Unitel Blue
Kostüme: Christof Hetzer
Szenenbild: Christof Hetzer, Gabriella Carrizo

Regie: Michael Beyer

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