rec. Folge 154: Sexarbeit nach Missbrauch – Bewältigung eines Kindheitstraumas (Teil 2)
Folge 154
154. Sexarbeit nach Missbrauch – Bewältigung eines Kindheitstraumas (Teil 2)
Folge 154 (28 Min.)
Evi erzählt, wie die sexualisierte Gewalt bis heute nachwirkt.
Bild: SRF
Evi wurde als Kind sexuell missbraucht. In der «rec.»-Reportage erzählt sie, wie die sexualisierte Gewalt bis heute nachwirkt. Im Alltag, in ihrer Beziehung und vor allem in ihrer Arbeit als Prostituierte.
Seit ihrem achten Lebensjahr wurde Evi von ihrem Grossvater missbraucht. «Nach dem Missbrauch gab er mir jeweils zehn oder zwanzig Franken». Danach sei sie wie gelähmt gewesen und habe als Kind nicht verstanden, was mit ihr geschah. Vier Jahre bleibt alles unentdeckt. Dann wagt Evi das Unaussprechbare auszusprechen. «Mein Vater schlug mich, als ich vom Missbrauch erzählte. Er stelle mich als Lügnerin dar.»
Heute ist Evi 42
Jahre alt und arbeitet seit über zwanzig Jahren in der Prostitution. «Meine Vergangenheit hat mit meinem heutigen Job zu tun. Ich bin quasi an diese Arbeit herangeführt worden.» Grenzen habe sie sich erst mit der Zeit erarbeitet. Heute sei sie kein Spielball mehr.
Mit ihrem Mann Tom führt Evi ihre bislang längste Beziehung. «Ich kenne ihre Triggerpunkte», sagt er. Und Evi ergänzt: «Manchmal weiss er sogar vor mir, wie am besten zu reagieren ist.»
Den Umgang mit dem Erlebten bleibt ein fortlaufender Prozess. Mit Strategien, die sich im Laufe der Zeit verändern. Dazu gehört auch das zeitweise Verdrängen. (Text: SRF)
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