bisher 43 Folgen, Folge 23⁠–⁠43

  • Folge 23 (20 Min.)
    Seit Sonnabend ist für tausende Menschen im Südwesten Berlins alles anders. Nach einem Brandanschlag an einer Kabelbrücke in Steglitz-Zehlendorf ist der Strom weg. Betroffen sind zunächst 45.000 Haushalte, auch Geschäfte und Betriebe. Stromnetz Berlin versucht, die Versorgung schnell wieder herzustellen. Denn ohne Strom wird es nachts sehr kalt in vielen Wohnungen. Menschen ziehen zu Verwandten, viele Berliner bieten ein Bett an. Notunterkünfte werden eingerichtet. Aber viele fragen sich, warum die Stadt nicht besser vorbereitet ist? In unserer rbb24 Reportage „Der Berlin-Blackout – die langen Tage ohne Strom“ blicken wir auf mittlerweile vier Tage Ausnahmezustand in Teilen der deutschen Hauptstadt. (Text: rbb)
    Deutsche TV-Premiere Di. 06.01.2026 rbb
  • Folge 24 (30 Min.)
    Steigende Preise, hohe Mieten, Personalmangel – und Gäste, die immer genauer rechnen: Die Gastronomie in Berlin und Brandenburg steht unter massivem Druck. Während Fastfood und Take-away boomen, kämpfen Inhaber von klassischen Restaurants, Kneipen und Gasthöfen ums Überleben. Was bedeutet dieser Wandel für Esskultur, Nachbarschaft und regionale Identität? Die Reportage blickt auf mutige Erfolgsgeschichten, boomende Nachbarkneipen wie den „Tresentreff“ in Wilmersdorf und erzählt vom harten Kampf von Traditionshäusern wie dem „Hotel Fliegerheim“ in Borkheide und dem leisen Verschwinden jahrhundertealter Gasthöfe in Brandenburg. Sie zeigt, warum einige Konzepte derzeit noch funktionieren – und andere trotz großer Anstrengungen scheitern. Am Ende steht eine zentrale Frage: Welche Zukunft hat die Branche – und was muss sich ändern. (Text: rbb)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 26.01.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Di. 27.01.2026 rbb
  • Folge 25 (30 Min.)
    Berlin galt lange als Magnet für Millionen Gäste aus aller Welt: Mauerfall, Clubszene, Opernhäuser und Museen, kreativ und günstig. Doch diese Versprechen scheinen nicht mehr zu ziehen. Berlin braucht eine neue Verheißung. Die Reportage geht der Frage nach, warum Hotels schließen, Übernachtungszahlen sinken, zentrale Lagen an Strahlkraft verlieren und der internationale Tourismus abnimmt – während andere europäische Metropolen weiter boomen. Wir fragen, warum der Hauptstadt-Tourismus ins Stocken geraten ist und welche Perspektiven Berlin in Zukunft hat. Was muss sich ändern, damit Berlin als Reiseziel wieder überzeugt? (Text: rbb)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 02.02.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Di. 03.02.2026 rbb
  • Folge 26 (30 Min.)
    Schutzgelderpressungen, bewaffnete Gruppen, immer wieder Schüsse auf Geschäfte und Menschen: In der Hauptstadt eskaliert die Gewalt zwischen rivalisierenden Banden. Junge türkisch geprägte Gruppierungen mit niedlich klingenden Namen wie Daltons, Casper oder Schlümpfe fordern die alten Machtstrukturen heraus – mit brutaler Konsequenz. Ihr Markenzeichen: offene Gewalt. Die Polizei reagiert mit einer BAO (Besonderen Aufbauorganisation) – der Ermittlergruppe FERRUM – und schlägt Alarm. Die Szene gilt als hochgradig bewaffnet, die Eskalationsspirale dreht sich weiter. Die 30-minütige Reportage begleitet Ermittler bei ihren Einsätzen, blickt auf die neue Dynamik im Berliner Milieu und fragt: Hat die Polizei noch Kontrolle über Berlins Straßen – oder sind bewaffnete Banden dem Staat einen Schritt voraus? (Text: rbb)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 09.02.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Di. 10.02.2026 rbb
  • Folge 27 (30 Min.)
    Zugbegleiterin Lucyna Jablonski wird häufiger Ziel von verbalen und auch körperlichen Attacken.
    Immer wieder sorgt Vandalismus in Berlin und Brandenburg dafür, dass Züge nicht fahren, Pendler längere Wege haben und Bahnhöfe in Mitleidenschaft gezogen werden. So wie am S-Bahnhof Wedding, an dem in der Silvesternacht das Abfertigungshäuschen in Brand gesetzt wurde und deshalb fünf Wochen lang keine Züge halten konnten. Oder auch am Regionalbahnhof Zehdenick, an dem regelmäßig ein Fahrkartenautomat mutwillig beschädigt wird. Und die Zerstörungswut richtet sich nicht nur gegen Züge und Stationen. Auch Zugbegleiter werden bepöbelt und angegriffen. Die rbb24 Reportage von Helena Daehler und David Donschen begleitet Fahrgäste und Bahnpersonal, trifft Graffiti-Sprayer und Ermittler. (Text: rbb)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 16.02.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Di. 17.02.2026 rbb
  • Folge 28 (30 Min.)
    Die Wurstfabrik in Britz bei Eberswalde schließt Ende Februar 2026 ihre Werkstore. 500 Menschen verlieren ihre Arbeit. Fast 50 Jahre nach Gründung des einstigen Schlacht- und Verarbeitungskombinates geht damit eine Tradition zu Ende. In den 80er Jahren war Eberswalde Europas größte Fleisch- und Wurstfabrik. In der Stadt entstanden ganze Neubauviertel, Schulen und sogar eine Schwimmhalle für die damals 3000 Beschäftigten und deren Familien. Die beliebten Würstchen und andere Eberswalder Fleischprodukte sollen zukünftig in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen produziert werden – so entschieden es die Eigentümer der zum Tönnings-Konzern gehörenden Zur-Mühlen-Gruppe, die das Werk erst 2023 übernommen hatte. Die rbb-Reporter Andreas Jacob und Fred Pilarski begleiten die letzten Tage des Werks. Und geben seltene Einblicke in die noch laufende Produktion und das 65Hektar große Betriebsgelände, mit Ecken und Hallen, die schon seit Jahren nicht mehr genutzt werden. Die Reporter waren im Gespräch mit ehemaligen und aktuell noch Beschäftigten, dem Management, der Gewerkschaft und der Kundschaft. Warum ist das Werk nicht mehr rentabel? Warum haben die wechselnden Eigentümer nicht genügend investiert? Wollte der Tönnies- Konzern nur die Marke „Eberswalder“ und war eine Marktbereinigung in der Branche das Übernahme-Ziel? Und es gibt erste Antworten, wie es mit den Beschäftigten und dem Fabrikgelände weitergehen könnte. (Text: rbb)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 23.02.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Di. 24.02.2026 rbb
  • Folge 29 (30 Min.)
    Wie fühlt es sich an, jeden Tag in einer Arbeitswelt zu bestehen, in der man auffällt, bevor man überhaupt etwas sagt? Die Reportage erzählt von Frauen, die Jobs haben, die auch 2026 fest in männlicher Hand sind – Frauen aus der Region, die sich bewusst gegen immer noch existierende Rollenbilder entschieden haben. – Gewichtheberin Antonia Ackermann beim Training.
    Eine davon ist Kathleen Andersohn aus Nudow in Potsdam-Mittelmark. Seit fast 15 Jahren arbeitet die KFZ-Meisterin beim ADAC in der Pannenhilfe. Ein Job, der sie glücklich macht – auch, wenn sie fast nur mit Männern arbeitet. Früher wurde sie häufig von Kunden gefragt, ob sie überhaupt wisse, was sie da tue – inzwischen freuen sich vor allem Kundinnen, wenn Kathleen Andersohn als gelber Engel zur Hilfe kommt. „Baubabe“ Vanessa Albrecht ist Handwerkerin und damit auch in den sozialen Medien erfolgreich. Gerade macht sie eine Ausbildung zur Anlagenmechanikerin im SHK-Handwerk. Hätte es früher weibliche Vorbilder im Handwerk für sie gegeben, hätte sie anstelle ihres Studiums gleich eine handwerkliche Ausbildung gemacht, sagt sie. Umso mehr will sie heute Vorreiterin sein und Vorurteilen gegenüber Frauen entgegentreten. Für Antonia Ackermann muss eine starke Frau nicht unbedingt körperlich stark sein. Aber sie kann! Die 23jährige Berlinerin war Junioren-Europameisterin im Gewichtheben und trainiert gerade für die Olympischen Spiele 2028. Ihr Trainer ist ein Mann – weibliche Trainerinnen gibt es in dem Sport kaum. Und während die Anzahl der Athletinnen wächst, verändert sich das Image des „Männersports“ nur langsam. Zwischen Stolz, Zweifel, Rollenbildern und dem Wunsch nach Anerkennung zeigt die Reportage, wie es sich anfühlt, immer wieder beweisen zu müssen, dass Kompetenz kein Geschlecht hat. (Text: rbb)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 02.03.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Di. 03.03.2026 rbb
  • Folge 30 (30 Min.)
    Schüler Elias an seinem 18. Geburtstag.
    Elias ist 18, gerade geworden – für die große Geburtstagsparty hat er sich mitten in Potsdam eine Location gemietet. Über hundert junge Erwachsene feiern mit ihm das Leben. Wenige Tage später hat er die sogenannte „Bereitschaftserklärung“ im Briefkasten. Und jetzt? Zwar befürwortet er grundsätzlich die Aufstockung der Bundeswehr, um Deutschland verteidigungsfähig zu machen – für sich selbst schließt er den Dienst an der Waffe jedoch aus. Auch Max und Johann wollen nicht zur Bundeswehr. Sie lehnen die Aufrüstung und den damit verbundenen Wehrdienst entschieden ab. Deshalb organisieren sie den bundesweiten Schulstreik am 5. März 2026 mit. Deutschland müsse in Schulen statt in Rüstung investieren. Gleichzeitig wirbt die Bundeswehr auf der größten Jobmesse in Brandenburg Jugendliche an. Einer von ihnen ist Tom. Er ist 16, ehrenamtlich beim DRK und will Notfallsanitäter werden. Und die Bundeswehr? Lockt mit überdurchschnittlich gutem Ausbildungsgehalt, einem Führerschein und kostenlosem Bahnfahren in Uniform. Die rbb24-Reportage zeigt junge Erwachsene, für die die sicherheitspolitische Debatte nun persönlich wird. Sie bekommen Post von der Bundeswehr, organisieren in Potsdam einen Schulstreik oder posieren mit Waffen auf einer Jobmesse in Cottbus. Die Reportage zeichnet das Porträt einer Generation zwischen Protest, Zweifel und konkreter Karriereplanung. (Text: rbb)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 09.03.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Di. 10.03.2026 rbb
  • Folge 31 (30 Min.)
    Die Reportage will die Hintergründe der Eskalation verstehen: Wie spiegeln sich soziale Spannungen, sprachliche Hürden und möglicherweise mangelnde Unterstützung außerhalb des Schullebens im Schulalltag wider? Neben Interviews mit betroffenen Eltern und der Schulleitung kommen auch Vertreter der Stadtverwaltung, Schulsozialarbeit und Bildungsforschung zu Wort. Die Autoren wollen die Beteiligten bei dem Versuch begleiten, wieder ein Klima von Vertrauen und Gemeinschaft zu schaffen. (Text: rbb)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 16.03.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Di. 17.03.2026 rbb
  • Folge 32 (30 Min.)
    Manni lebt seit Jahren auf dem Helmholtzplatz in Berlin-Prenzlauer Berg.
    Wer durch Berlins Straßen läuft, begegnet ihnen: Menschen wie Bülent, Daniel oder Manni. Menschen ohne Wohnung, die immer wieder neue Orte finden müssen, wo sie schlafen können: in einer Notunterkunft, in Hauseingängen oder auf provisorischen Lagern aus Schlafsäcken und Pritschen. Manche versuchen, mit dem Verkauf von Straßenzeitungen über die Runden zu kommen. Andere leben seit Jahren an denselben Orten im öffentlichen Raum, sind im Kiez längst bekannt und nicht von allen gern gesehen. Berlin ist die Stadt in Deutschland mit den wohl meisten wohnungslosen Menschen, geschätzt sind es mehr als 50.000. Nach dem letzten aktuellen Wohnungslosenbericht von 2025 leben außerdem rund 6.000 Personen dauerhaft auf der Straße, sie gelten als obdachlos. Die Gründe, warum Menschen wohnungslos oder obdachlos werden, sind vielfältig. Persönliche Schicksalsschläge gehören genauso dazu wie Armut. Manchmal beginnt das Leben auf der Straße mit einer Kündigung oder Schulden; manchmal sind es die Folgen von Sucht und Kriminalität, die Menschen aus der Bahn werfen und den Weg zurück in ein stabiles Leben erschweren. Die Reportage begleitet drei Berliner, die alle in dieser Stadt aufgewachsen sind und heute ohne eigene Wohnung leben. Bülent verkauft sechs Tage die Woche Straßenzeitungen vor einem Einkaufszentrum in Moabit. Alles, was er besitzt, passt in einen Rucksack. Ohne gültige Papiere hat er keinen Anspruch auf Sozialleistungen und lebt von Spenden und dem Zeitungsverkauf. Manni dagegen hat sein Zelt seit Jahren auf dem Helmholtzplatz im Prenzlauer Berg aufgeschlagen. Der Park ist für ihn sein Zuhause, auch wenn das Ordnungsamt sein Lager immer wieder räumt. Daniel verlor vor sechs Jahren durch eine Zwangsräumung seine Wohnung. Heute lebt er in einer geförderten Übergangswohnung und engagiert sich politisch gegen Obdachlosigkeit. In der Reportage begleiten die Autorinnen die drei Männer durch ihren Alltag. Sie zeigen Begegnungen mit Menschen, die helfen und mit solchen, die sich abwenden. Und sie erzählen von drei Berlinern, deren Lebenswege sehr unterschiedlich verlaufen sind und die den Wunsch nach Normalität nicht aufgegeben haben. (Text: rbb)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 23.03.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Di. 24.03.2026 rbb
  • Folge 33 (30 Min.)
    Aufräumaktion im Wald.
    Berlin hat ein massives Müllproblem. In vielen Kiezen türmen sich Sperrmüll, Möbel, Bauschutt, Farbeimer und Elektroschrott – oft illegal abgeladen, besonders nachts. Parks und Grünflächen leiden unter Müllbergen und mangelnder Pflege, weil Bezirke zu wenig Geld und Personal haben. Inzwischen gibt das Land Berlin weit mehr als zehn Millionen Euro im Jahr für die Beseitigung und Entsorgung von illegalem Müll, Sperrmüll, Bauschutt und Autowracks an Straßen und in Parks aus. Doch das Müllproblem ist nicht auf Berlin beschränkt. Müll und Bauschutt aus der Hauptstadt landet häufig in Brandenburgs Wäldern nahe der Autobahn und wird dort zu einer versteckten Umweltlast. (Text: rbb)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 13.04.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Di. 14.04.2026 rbb
  • Folge 34 (30 Min.)
    Wie kommt man raus aus der Gesundheitsfalle? Die Reportage begleitet Menschen, die die Situation bessern wollen, in einem kleinen Krankenhaus in Prenzlau, einem mobilen Schwesternmodell in Elsterwerda und einer digitalisierten Poliklinik in Lauchhammer. – Notfallversorgung im Krankenhaus.
    Viel Geld steckt im Gesundheitssystem. Und trotzdem mangelt es an Ärzten und guter Versorgung. Besonders auf dem Land, wo Mobilität schwer ist und der nächste Arzt weit. Wie kommt man raus aus der Gesundheitsfalle? Die Reportage begleitet Menschen, die die Situation bessern wollen, in einem kleinen Krankenhaus in Prenzlau, einem mobilen Schwesternmodell in Elsterwerda und einer digitalisierten Poliklinik in Lauchhammer. (Text: rbb)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 27.04.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Di. 28.04.2026 rbb
  • Folge 35 (30 Min.)
    Nach fast genau zwei Monaten macht sich der Irankrieg längst in den Portemonnaies der Brandenburger und Berliner bemerkbar. Vor allem beim Tanken werden alle deutlich mehr zur Kasse gebeten. Pendler, Handwerk und Unternehmen sind besonders hart getroffen. Manche fürchten mittlerweile um ihre Existenz. Im Fokus der Kritik steht die Mineralölindustrie. Der RBB begleitet in einer Reportage unter anderem einen Mineralölhändler aus Beeskow im Spagat zwischen steigenden Einkaufspreisen und dem Frust seiner Kunden. Und welche Alternativen gibt es zu immer weiter steigenden Kosten? (Text: rbb)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 29.04.2026 rbb
  • Folge 36 (30 Min.)
    Schwarzfahrer büßt seine Geldstrafe im Gefängnis ab
    Ohne Ticket in Bus und Bahn unterwegs. Das ist schon vielen passiert, unbeabsichtigt oder beabsichtigt. Doch wer schwarzfährt, begeht eine Straftat. Und so landen jedes Jahr tausende Menschen im Gefängnis, oftmals über mehrere Monate: weil sie ihre Strafe für einige Fahrten ohne Ticket nicht bezahlen können. Strafe muss sein, finden die einen, für die das eine Frage von Wertschätzung, Lastenverteilung und Gerechtigkeit ist. Ungerecht finden das die anderen, weil es fast immer die Schwächsten trifft, etwa weil sie süchtig oder psychisch krank sind und ihr Leben nicht ausreichend im Griff haben. Gefängnis hilft vielen nicht weiter, doch umso teurer wird es dadurch für uns alle. Denn jeder Haft-Tag kostet den Staat um die 200 Euro. Bundesjustizministerin Hubig hat Anfang April 2026 vorgeschlagen, das Delikt aus dem Strafgesetzbuch zu streichen. Seitdem gibt es eine breite gesellschaftliche Debatte über das Für und Wider. Die rbb24 Reporter treffen Menschen, die in der JVA Plötzensee ihre Strafe verbüßen und solche, die im wahrsten Sinne des Wortes freigekauft werden – von Aktivisten, die sich für die Entkriminalisierung von Schwarzfahren einsetzen. Sie sind in Brandenburg unterwegs mit einer Zugbegleiterin, die täglich mit Kunden ohne Fahrkarte zu kämpfen hat und sprechen mit einem Ex-Gefängnisdirektor, der eine klare Meinung dazu hat. Und sie beobachten Guerilla-Aktionen für ein 0-Euro-Ticket. Immer auf der Suche nach der Antwort auf die Frage: Ist das Gefängnis für eine „unbezahlte Freifahrt“ die richtige Lösung? (Text: rbb)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 04.05.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Di. 05.05.2026 rbb
  • Folge 37 (30 Min.)
    Im Berliner Kiez an der Kurfürstenstraße prallen zwei Realitäten aufeinander: Der Wunsch nach einem sicheren Zuhause – und eine Situation rund um den Straßenstrich, die sich zuspitzt. Die Reportage „Prostitution unterm Penthouse – Leben am Straßenstrich“ erzählt nah, direkt und beobachtend von einem Ort mit wachsender gesellschaftlicher Sprengkraft. Rund um die Kurfürstenstraße an der Bezirksgrenze von Mitte und Schöneberg sind in den vergangenen Jahren moderne Wohnhäuser entstanden. Neue, zahlungskräftige Mieter und Eigentümer sind eingezogen – viele in der Erwartung, dass sich das Milieu mit der Gentrifizierung zurückziehen würde. Doch das Gegenteil ist eingetreten: Drogenkonsum, Gewalt und Verwahrlosung prägen zunehmend das Straßenbild. Für die Anwohnenden bedeutet das einen Alltag zwischen Verunsicherung und Ohnmacht. Die Kamera begleitet Bewohnerinnen und Bewohner in ihrem direkten Lebensumfeld. Viele von ihnen möchten aus Angst anonym bleiben. Sie berichten von Einbrüchen, beschädigtem Eigentum und fremden Personen im Haus. Einige sprechen offen von Angst, andere von Frustration – und davon, sich von Politik und Behörden im Stich gelassen zu fühlen. Gleichzeitig blickt die Reportage auf die Entwicklung eines Kiezes im Wandel. Prostitution gehört hier seit Jahrzehnten zum Alltag. Doch was früher zumindest teilweise von Austausch und gewachsenen Strukturen geprägt war, ist heute zunehmend von Anonymität und Härte bestimmt. Der evangelische Pfarrer Burkhard Bornemann, der lange als Vermittler im Kiez aktiv war, beschreibt eine spürbare Verschärfung der Lage in den vergangenen Jahren. Stationäre Hilfsangebote mussten sogar eingestellt werden, nachdem selbst diese Räume vom Milieu vereinnahmt wurden. „Prostitution unterm Penthouse – Leben am Straßenstrich“ führt diese Perspektiven zusammen, ohne einfache Antworten zu liefern. Die Reportage zeigt einen Kiez am Kipppunkt: zwischen Aufwertung und Verdrängung, zwischen Sicherheitsbedürfnis und sozialer Realität. Ein System aus Armut, Abhängigkeit und Gewalt lässt sich nicht wegmodernisieren – und stellt Politik, Gesellschaft und Anwohner gleichermaßen vor Herausforderungen. (Text: rbb)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 11.05.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Di. 12.05.2026 rbb
  • Folge 38 (30 Min.)
    Spaltung, Empörung, Aufregung. Viele reden – kaum jemand hört noch zu. Wir haben es uns bequem gemacht in unseren Filterblasen, zusammen mit ähnlich Denkenden. Es fällt uns schwer, Menschen mit anderen Meinungen zu zuhören, zu akzeptieren und im besten Fall wertschätzend miteinander zu diskutieren. Die Gründe dafür sind vielfältig. Umso wichtiger ist es, wieder miteinander ins Gespräch zu kommen. Doch wie soll das gehen? Und vor allem wo? Die rbb-Reporterin Leonie Schwarzer ist in Berlin unterwegs und entdeckt verschiedene Orte, an denen Menschen ihre Komfortzonen verlassen, sich zuhören und miteinander reden. Zum Beispiel im Workshop „demoSlam“, einem innovativen Dialogformat aus Charlottenburg, bei dem sich Menschen mit unterschiedlichen Meinungen vor Publikum austauschen. Hier gibt es keine Gewinner – oft aber gegenseitiges Verständnis und Respekt. Auch im Prenzlauer Berg werden „Orte des Miteinanders“ mehr denn je geschätzt. Im Kultur- und Kiez-Treffpunkt „La Boheme“ kommen seit zwanzig Jahren Nachbarn und Fremde, Alte und Junge, Kulturinteressierte und Kaffeeliebhaber zusammen, um gemeinsam Zeit zu verbringen, sich auszutauschen. Ein Wohnzimmer für Viele, das heute nicht mehr selbstverständlich scheint, da es um seine Existenz ringen muss. Offen für alle ist auch der Chor „Die Weltberliner“, in Treptow-Köpenick. Regelmäßig treffen sich hier Menschen aus verschiedenen Lebenswelten, um gemeinsam zu singen und miteinander zu diskutieren. Egal ob Supermarktmitarbeiter, Ärztin, Studierende oder Rentner – Musik verbindet, schafft Nähe und Austausch. Eine Berliner Spurensuche nach dem Miteinander in unruhigen Zeiten. (Text: rbb)
    Deutsche TV-Premiere Di. 19.05.2026 rbb
  • Folge 39 (30 Min.)
    Mixed Martial Arts boomt – auch in Berlin und Brandenburg. Was lange als Nischensport galt, füllt heute Hallen, Fitnessstudios und Social-Media-Feeds. Immer mehr Jugendliche entdecken MMA, Kickboxen oder Thaiboxen für sich. Die Reportage „Käfig statt Bolzplatz – der neue Kampfsportboom“ begleitet junge Kämpferinnen und Kämpfer, Trainer und Familien – und zeigt, warum Kampfsport für viele weit mehr ist als körperlicher Wettkampf. Im Berliner Wedding trainiert der 23-jährige Oneel Agbanama für seinen großen Traum: Er will MMA-Profi werden. Europameister bei den Amateuren ist er bereits. Ein- bis zweimal täglich steht er im größten MMA-Gym Europas im Käfig oder im Kraftraum. Die Reportage begleitet ihn beim harten Sparring, im Fitnessstudio und zu einem Kampf nach Köln – und zeigt, wieviel Disziplin es braucht und auf was er verzichten musste, um seinen Traum zu verwirklichen. Ein gutes Beispiel wie sehr Kampfsport ein Leben verändern kann, erzählt die Geschichte von Emre Arslan. Der ehemalige Straßenkämpfer mit Knasterfahrung hat über den Sport ein neues Lebensziel gefunden: Heute arbeitet er als Trainer mit Jugendlichen, die ähnliche Erfahrungen machen, wie er selbst damals. Emre Arslan versucht, seinen Schützlingen genau das weiterzugeben, was ihm selbst geholfen hat: Kontrolle, Respekt und die Chance, ein Leben ohne Straftaten zu leben). Gleichzeitig wächst die Szene rasant – Gyms verzeichnen steigende Mitgliederzahlen, große Veranstaltungen wie OKTAGON 90 in der Berliner Uber Arena machen die Hauptstadt zu einem internationalen Hotspot des Kampfsports. Doch der Boom hat viele Gesichter – auch immer mehr Mädchen und Frauen begeistern sich für den Trendsport. Im Kampfsportverein Combat in Wilmersdorf trainiert Rouida Iriz Kinder ab drei Jahren ebenso wie ambitionierte Wettkämpferinnen und Wettkämpfer. Mit dabei: ihre zwölfjährige Tochter Selma, die bis zu fünfmal pro Woche trainiert und bei den Berlin-Brandenburg-Meisterschaften unbedingt gewinnen will. In Bad Freienwalde baut Thaiboxer Stefan Grasse währenddessen sein eigenes Gym auf – getragen von der wachsenden Begeisterung für den Sport. Und auch die Schüler Philipp Tornow und Nick Voß leben den Kampfsport längst als Lifestyle: Gesunde Ernährung statt Fast-Food, Training statt Party. Die Reportage erzählt von einem Sport zwischen Disziplin und Risiko – und von der Frage, warum ausgerechnet MMA für viele junge Menschen zum Ort der Orientierung geworden ist. (Text: rbb)
    Deutsche Streaming-Premiere Fr. 22.05.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Di. 26.05.2026 rbb
  • Folge 40 (30 Min.)
    Knapp 6 Quadratmeter für 600 Euro. Wer gerade nach Berlin zieht, hat es schwer, etwas anderes als möblierte Zimmer auf Zeit zu überteuerten Mieten zu finden. Die angespannte Lage am Wohnungsmarkt in Berlin macht es Vermietern möglich „Mondpreise“ zu verlangen, denn beim „Wohnen auf Zeit“ gilt die Mietpreisbremse nicht. Einige Wohnungsbesitzer gehen sogar noch weiter: Sie trennen die Zimmer in ehemaligen Mietwohnungen einfach durch Rigips-Wände und bieten diese neuen Mini-Zimmer gewinnbringend an. In einer ehemaligen 4-Raum Wohnung in Neukölln können so jetzt acht Menschen unterkommen. Die Bezirke Pankow und Neukölln wollen dieses lukrative Geschäftsmodell mit geteilten Zimmern jetzt zumindest in Milieuschutzgebieten abschaffen und gehen dagegen vor. Seit April müssen Zimmervermietungen auf Zeit im Milieuschutz außerdem von den Bezirken genehmigt werden. So will Berlin die Auswüchse auf dem Mietmarkt eindämmen – denn Mietrecht ist eigentlich Bundessache. Rbb24 Reporter besuchen, junge Neu-Berliner in ihren möblierten Minizimmern oder Wohnungen. Sie zeigen wie sie sich mit Mietaktivisten gemeinsam gegen ihre Vermieter wehren, denn sie wollen auf Dauer in Berlin bleiben und nicht ständig umziehen müssen. (Text: rbb)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 01.06.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Di. 02.06.2026 rbb
  • Folge 41 (30 Min.)
    Eine Stadt – 175 marode Brücken. Dazu noch 86 mit „mangelhaft“ bewertete Bahnbrücken, etliche Autobahnviadukte. Die Brückenstadt Berlin hat ein Problem. Größte Sorgen bereiten den Fachleuten brüchige Stahlverbindungen im Inneren von Betonbrücken. „Das Problem ist, man kanns von außen nicht sehen“, erklärt Gino Ebell vom Bundesamt für Materialforschung. Berlin reagiert mit dem milliardenschweren „Masterplan Brücken“. Was bevorsteht, ist ein Jahrzehnt großer Abrisse, Neubauten, aufwändiger Sanierungen – und Stau. „Ich habe jetzt schon einen Blutdruck von 200“, sagt Anwohner Wolfgang Drost, der an einer der Ausweichstraßen in Charlottenburg lebt. „Tagsüber 12 Stunden lang Stau, nachts dieses LKW-Gedonner. Das hält doch keiner aus.“ Doch auch die Brückenverantwortlichen können nicht immer gut schlafen. „Wir versuchen schon lange, vor die Welle zu kommen, aber es gelingt uns einfach nicht, weil immer neue Bauwerke auf die Sanierungsliste kommen“, sagt Daniel Schramm von der Senatsverwaltung für Verkehr. An der Ringbahnbrücke, die im vergangenen Jahr spektakulär schnell abgerissen wurde, will der Bund zeigen, dass Bauen in Berlin schnell gehen kann. Während sich die Sanierung der Elsenbrücke in Berlin-Treptow nun schon gut 8 Jahre hinzieht, soll der betroffene Autobahnabschnitt am Funkturm in Rekordgeschwindigkeit hochgezogen werden. Ein österreichischer Konzern und viele Facharbeiter aus ganz Europa packen an. Der Film erzählt von den Anstrengungen, das Berliner Brückenproblem in den Griff zu bekommen und begleitet Bauarbeiter, Brückenprüfer und Anwohner durch das Frühjahr 2026. (Text: rbb)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 08.06.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Di. 09.06.2026 rbb
  • Folge 42 (30 Min.)
    Neues Bahnwerk Cottbus.
    Der Kohleausstieg ist in vollem Gange. Bis 2038 wird auch das Lausitzer Revier Geschichte sein. Und was kommt dann? Der Bund investiert 10 Milliarden Euro, um Südbrandenburg eine Zukunft ohne Kohle zu ermöglichen. Während Cottbus dadurch zur dynamischsten Stadt in Deutschland geworden ist, bekommen kleinere Städte im Umkreis kaum etwas vom Wandel mit. Wir beleuchten in der Reportage beide Seiten: die Leuchttürme, das Bahnwerk, den Science Park, Aufbruch und neue Institute plus Forschungen. Das alles zieht bundes- und weltweite Aufmerksamkeit auf sich. Wir schauen aber auch in Regionen, die nichts vom Wandel mitbekommen. Am Ende steht die Frage: Was wird aus der Lausitz? (Text: tagesschau24)
    Deutsche TV-Premiere Mi. 10.06.2026 rbb
  • Folge 43 (30 Min.)
    Kamila Gierko und ihr Mann Zbyszek Perzyna sind zurück nach Stettin gezogen.
    Philip Panek hat sich seinen Studienort bewusst ausgesucht: die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder), an der deutsch-polnischen Grenze. Noch zu Beginn seines Studiums war für ihn klar: Er will in Deutschland bleiben, Karriere machen. Heute sieht er das anders. Er möchte sein Referendariat in Polen absolvieren. Denn dort, sagt er, wartet nicht nur seine Familie, dort wartet auch eine Wirtschaft im Aufbruch. Dass Deutschland für viele Polinnen und Polen keine Option mehr ist, merkt auch Michael Sünkler: Er kennt die Entwicklung aus einer anderen Perspektive. Der Geschäftsführer eines Transportunternehmens hat die Hälfte seiner Belegschaft aus Polen aufgebaut. Doch in den letzten Jahren hat er mehrere Mitarbeiter verloren. Für ihn ist die Abwanderung polnischer Arbeitskräfte kein abstraktes politisches Problem: Es ist ein konkretes wirtschaftliches Risiko. Einer seiner LKW-Fahrer, Tomasz, sitzt schon auf gepackten Koffern. Seit über 10 Jahren arbeitet der Pole in Berlin. Doch die Stadt und Deutschland haben sich verändert, sagt er. Vor allem teure Lebensmittel und gestiegene Miete machen ihm zu schaffen. Sparen ist für ihn längst nicht mehr in dem Maße möglich, wie früher einmal. Sobald seine Tochter die Schule abgeschlossen hat, will er mit seiner Familie zurückgehen. Kamila Gierko und ihr Mann Zbyszek Perzyna haben diesen Schritt bereits getan. Vor sechs Monaten haben sie ihr Leben in Berlin-Charlottenburg hinter sich gelassen und sind ins polnische Stettin gezogen. Berlin war für sie lange eine Möglichkeit, um ihren Traum der erfolgreichen Selbstständigkeit zu leben. Doch aus dem Traum wurde Erschöpfung. Bürokratie, fehlende Digitalisierung, hohe Steuern, aber auch ein Gefühl der Unsicherheit in der Hauptstadt, begleitete sie. In Stettin erleben sie das Gegenteil: moderne digitale Verwaltung, niedrigere Steuerlast und Sauberkeit. Deutschland, sagen sie, habe aufgehört, sich weiterzuentwickeln. Die rbb24-Reportage folgt Menschen, deren Entscheidungen mehr verraten als eine Statistik. Sie zeigt einen Jurastudenten, der Karriere und Familie jetzt in Polen vereinen will, einen Unternehmer, der um jeden polnischen Mitarbeiter kämpft, einen LKW-Fahrer, der die Kosten-Nutzen-Rechnung seines Lebens neu aufmacht und ein Paar, das den Schritt schon gewagt hat. (Text: rbb)
    Deutsche Streaming-Premiere Mo. 15.06.2026 ARD MediathekDeutsche TV-Premiere Di. 16.06.2026 rbb

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