Hat Frankenwein eine Zukunft? Winzer müssen Weinberge roden: Die Krise hatte sich lang angekündigt: Die fränkischen Weinlagen sind immer seltener profitabel. Zu Trockenheit, gestiegenen Energie- und Personalkosten kam zuletzt noch fehlender Absatz. Weil immer weniger Wein getrunken wird – besonders von den Jüngeren – mussten schon viele Winzer aufgeben. Schon jetzt liegen viele Weinberge brach oder werden gerodet. Experten sind sich sicher: Die fränkische Weinlandschaft wird sich verändern. Wo einst Wein wuchs, könnten dann Oliven, Raps oder Lavendel stehen.
/ Das Vermächtnis des Eremiten – Streit um Einsiedelei im Allgäu: Es ist ein ungewöhnlicher Ort, den der Eremit Heinrich Maucher in einem Wald bei Breitenbrunn im Unterallgäu errichtete: Über 40 Hütten, eine Grotte, eine Kirche und sieben Glockentürme zimmerte der „Waldmensch“ in Erwartung der Apokalypse. Von den Behörden wurde das lange geduldet. Doch seit seinem Tod verfällt das sogenannte „Mariental“. Für die Behörden sind die Häuser Schwarzbauten, sollen also zurückgebaut werden.
Anwohner und Amtskirche hätten wohl nichts dagegen: Das Mariental hat keinen kirchlichen Rang. Und die Besuchermassen stören Landwirte und Wildtiere. Trotzdem werden die Besucher gerade durch den drohenden Abriss mehr. / Brenner-Sperre zur Ferienzeit – Anwohner bremsen Urlauber aus: Er ist vielleicht der unbeliebteste Mann bei Italien-Urlaubern aus Bayern: Karl Mühlsteiger, Bürgermeister der Gemeinde Gries am Brenner. Nach jahrelangem Kampf hat er durchgesetzt, die Brenner-Autobahn für eine Demo gegen die Verkehrsbelastung vom Vormittag bis zum Abend sperren zu lassen.
An einem Samstag, mitten in den bayerischen Pfingstferien. Während Italien-Urlauber überall umplanen müssen und die Tourismus-Branche zähneknirschend Stornierungen und Mehrkosten akzeptiert, zeigt sich vor Ort: Was für Urlauber das Nadelöhr ins Ferien-Glück, ist für die Anwohner ein immer weniger hinnehmbares Dauerärgernis. / Pollen-Alarm – Kommunen im Kampf gegen Heuschnupfen: Wenn im Frühjahr die Nase juckt und die Augen tränen, ist das nicht nur unangenehm.
Allergien belasten zunehmend auch die Volkswirtschaft. Allein die Fehlzeiten wegen Heuschnupfens belaufen sich europaweit auf 100 Millionen Arbeits- und Schulausfalltage im Jahr. Und Allergien nehmen zu: Umwelteinflüsse und der moderne Lebensstil machen uns anfälliger. 2050 könnte die Hälfte der Bevölkerung allergisch sein. Kommunen in Bayern versuchen nun gegenzuhalten: Mit mehr Biodiversität und allergie-armen Bäumen etwa.
Doch der Kampf gegen die Pollen ist mühsam. / Die Mauer muss weg! – Streit um Wegerecht am Hachinger Bach: Am Hachinger Bach im Münchner Süden ärgern sich Spaziergänger seit Monaten über eine Betonmauer, die ein Anwohner dort gebaut hat und die den Zugang zu einem beliebten Spazierweg versperrt. Der Weg führt über sein Grundstück, Nutzungsrechte durch die Öffentlichkeit gibt es nicht. 2400 Menschen haben bereits eine Petition unterschrieben, wollen dass die Mauer abgebaut wird. Doch danach sieht es im Moment nicht aus. (Text: BR)