„Wer wird Millionär?“: Zweite Chance für Zocker-Kandidat Niklas Bayer-Eynck

    Uneindeutig gestellte Frage zur „Vogelhochzeit“ sorgt für erneute Einladung

    Dennis Braun – 14.01.2021, 10:14 Uhr

    Fiel einer uneindeutig gestellten Frage im Zocker-Special von „Wer wird Millionär?“ zum Opfer: Niklas Bayer-Eynck (l.) bei Günther Jauch

    Am vergangenen Montagabend zeigte RTL das erste von vier neuen Zocker-Specials seines Quiz-Dauerbrenners „Wer wird Millionär?“. Darin erlebte der 31-jährige Psychologe Niklas Bayer-Eynck einen besonders herben Absturz und fiel von 64.000 Euro auf 1.000 Euro zurück. Glück im Unglück für den Kandidaten: Aufgrund der Uneindeutigkeit der gestellten Frage darf er ein zweites Mal wiederkommen und noch einmal ganz von vorne spielen. Seine zweite Chance erhält er am Freitag, den 5. Februar um 20:15 Uhr – ebenfalls in Form eines Zocker-Specials mit zwei Millionen Euro als Höchstgewinn.

    Was war passiert? Nach einem bis dahin souveränen Auftritt grübelte Bayer-Eynck bei folgender 125.000-Euro-Frage: „Wer ist im bekannten Volkslied ‚Die Vogelhochzeit‘ der Bräutigam?“ Zur Auswahl standen Amsel, Drossel, Fink und Star. Der Dortmunder setzte seinen Zusatzjoker und folgte dem Rat der ehemaligen Kandidatin Andrea Bringenberg, die ihm zur Amsel riet. Diese Antwort wurde allerdings als falsch gewertet, richtig wäre Drossel gewesen – somit stürzte er auf 1.000 Euro.

    Während sich in den sozialen Netzwerken schon zeitgleich zur Ausstrahlung Unmut breit machte, musste sich nach erneuter eingehender Recherche nun auch der Sender korrigieren. So habe der Frage die allgemein bekannte Textfassung zugrunde gelegen, die Heinrich Hoffmann von Fallersleben und Ernst Richter 1842 in ihrer Sammlung „Schlesische Volkslieder mit Melodien“ veröffentlichten. Darin heißt es: Es wollt’ ein Vogel Hochzeit machen, in dem grünen Walde. Didirallala, didiralla, rallala. Die Drossel war der Bräutigam, die Amsel war die Braute.

    Allerdings hatte man übersehen, dass schon mehr als 200 Jahre vor der Version von Heinrich Hoffmann von Fallersleben mehrere gereimte Texte existierten, die von Vogelhochzeiten handelten, so beispielsweise ein Lied namens „Der Stieglitz“, in dem die Rollen des Brautpaares vertauscht sind: Die Amsel war der Bräutigam, die Trossel war die Braute, die war gar schön gezieret, trug ob ein Kranz von Raute.

    Da die Frage nicht eindeutig gestellt worden war, entschied man sich bei RTL, dass der Kandidat noch einmal bei Günther Jauch auf dem heißen Stuhl Platz nehmen und eine komplett neue Fragenleiter spielen darf. Dabei handelt es sich um eine große Ausnahme, im Normalfall ist man lebenslang gesperrt, wenn man es einmal in die Mitte geschafft hat. Es gab jedoch bislang nicht nur ein paar wenige Fälle, in denen Kandidaten aufgrund einer Panne in der Redaktion wiederkommen durften: In einem Special am 23. Dezember 2006 feierten etwa die sogenannten „Nuller“ ihr Comeback, die nicht einmal einen einzigen Euro erspielen konnten.

    Niklas Bayer-Eynck zu seinem unverhofften Glück: Ich freue mich riesig, dass ich eine zweite Chance bekommen habe und danke RTL herzlich dafür. Ich kann es immer noch nicht glauben, dass ich noch einmal bei Günther Jauch von Anfang an spielen darf. Aufgrund der bis 0:00 Uhr anberaumten Sendezeit ist davon auszugehen, dass noch einige weitere Kandidaten nach ihm an die Reihe kommen werden. Ursprünglich war um 23:00 Uhr ein neues Special „Wer wird Millionär? – Das Phänomen“ geplant, dieses wurde vorerst ersatzlos gestrichen.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      @  jeanyfan


      Solch einen ähnlichen Fall gab es schon ein oder zweimal und die betroffenen Kandidaten haben an der entsprechenden Stelle weiter gespielt.
      So wird es auch sicher dieses mal sein.
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      • am via tvforen.demelden

        TV Wunschliste schrieb:
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        > Da die Frage nicht eindeutig gestellt worden war,
        > entschied man sich bei RTL, dass der Kandidat noch
        > einmal bei Günther Jauch auf dem heißen Stuhl
        > Platz nehmen und eine komplett neue Fragenleiter
        > spielen darf.

        Grundsätzlich finde ich gut, dass er nochmal spielen darf. Ich verstehe aber wiederum nicht, wieso er nochmal alle Fragen neu durchspielen muss und nicht einfach ab der fraglichen Frage nochmal mit einer neuen Frage weitermachen darf. Denn so nimmt man ihm ja die bisherige Leistung, die er zweifelsfrei erbracht hat, obwohl er für die nicht eindeutige Frage ja nichts konnte. Es sei denn, die ganzen Frageleitern sind von vorne herein fest vorgegeben, ohne dass man daran etwas ändern will, und man tauscht da aus Prinzip dann nicht einfach nur eine Frage aus und ersetzt sie durch eine neue.

        Ich hab mich das sowieso schon öfter gefragt, ob wirklich für jeden Kandidaten - egal wie weit er kommt - 15 Fragen vorgegeben sind. Und die, die er nicht spielt, weil er soweit nicht kommt, werden dann nie benutzt. Teilweise muss es fast so sein, weil man die Frageleitern mancher (ich glaube nicht aller) Kandidaten im Internet ja nachspielen kann und da dann auch die höheren Fragen sieht, die diese nicht gespielt haben. Allerdings finde ich es auch wiederum seltsam, dass man sich damit dann wahrscheinlich Tausende Millionenfragen ausdenkt, von denen in der Sendung nur wenige Dutzend tatsächlich überhaupt gespielt werden.
        • am via tvforen.demelden

          jeanyfan schrieb:
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          > Grundsätzlich finde ich gut, dass er nochmal
          > spielen darf. Ich verstehe aber wiederum nicht,
          > wieso er nochmal alle Fragen neu durchspielen muss
          > und nicht einfach ab der fraglichen Frage nochmal
          > mit einer neuen Frage weitermachen darf.

          2002 hat man das beim österreichischen Ableger genau so wie von Dir beschrieben gemacht:

          https://www.news.at/a/panne-falsche-antworten-millionenshow-frage-31539

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