SWR startet neues Polit-Magazin in der Primetime

    „Zur Sache Baden-Württemberg!“ mit Clemens Bratzler

    Mario Müller – 27.05.2008

    Wo Das Erste noch zögert, trauen sich die Dritten. Harald Schmidt und Kurt Krömer glühten eins im Dritten vor, bevor sie ihre Chance im Ersten bekamen. Frank Plasberg hat gleich seine ganze Show vom WDR mit in die ARD genommen – und ist dort mit seinem Polittalk am Mittwoch um 21:45 Uhr auch sehr erfolgreich. Doch während man im Ersten noch sehr damit hadert, eine politische Sendung zur besten Sendezeit um 20:15 Uhr ins Programm zu nehmen – evtl. sogar „Hart aber fair“ auf solch einen Platz zu setzen – startet der Südwestrundfunk am kommenden Donnerstag genau solch ein Projekt.

    „Zur Sache Baden-Württemberg!“ heißt das neue 45-minütige Politikmagazin, das Moderator Clemens Bratzler fortan jeweils donnerstags um 20:15 Uhr präsentiert. In der Sendung sollen die politischen Themen der Woche samt ihrer direkten Auswirkungen auf die Bürger verständlich und anschaulich vorgestellt diskutiert werden. Es wird kein Talkshow, sondern ein Magazin mit Reportagen und Hintergrundfilmen, aber auch Interviews mit Verantwortlichen und Betroffenen.

    In der neuartigen so genannten „Wohnzimmer-Konferenz“, die aus insgesamt 15 Bürgern aus Baden-Württemberg besteht, sind pro Sendung vier Teilnehmer per Webcam und Mikrofon live zugeschaltet und nehmen an den Diskussionen teil. Außerdem gibt es ein Internetforum zur Sendung, in dem alle Zuschauer aufgefordert sind, ihre Meinungen kundzutun. Mit diesen und anderen Elementen will man versuchen, auch jüngere Menschen für die besprochenen Themen zu interessieren.

    Moderator Bratzler wird nicht nur im Studio stehen, sondern auch als Reporter im Ländle für die Sendung unterwegs sein. „Eine Sendung dieser Bandbreite ist eine tolle Herausforderung. […] Für die Zuschauer wird es hoffentlich genauso spannend und abwechslungsreich wie für mich“, so der 35-Jährige, der zuletzt die Nachrichtensendung „Baden-Württemberg Aktuell“ moderierte.

    Auch ein alter Bekannter von Radio SWR3 wird regelmäßig in der Sendung zu sehen sein: Parodist Andreas „MüllerMax“ Müller bekommt eine eigene Rubrik und wird in einem ironischen Wochenrückblick „Das letzte Wort“ haben.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am via tvforen.de

      Die ARD-Politmagazine liefen früher um 20.15 Uhr - damals, als man noch meinte, die Zuschauer um diese Zeit mit Schwererem belästigen zu können als Serien um wohlhabende Winzer, Ärzte oder dergleichen oder ebenso seichte Produkte in abendfüllender Länge, welche die Degeto-Schmiede zirka zweimal die Woche ausspuckt, und zwar in immergleicher Form und mit immergleichem Inhalt, in der Regel zugeschnitten auf den Geschmack älterer Frauen.

      Nebenher erinnert die "Wohnzimmerkonferenz" an das einstige Dazwischengequäke irgendeiner WG in "Zimmer frei", welches wohlweislich abgeschafft wurde.
      • am via tvforen.de

        Vielleicht sollte man hinzufügen, dass auf dem Sendeplatz schon immer ein Politikmagazin lag.

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