„Squid Game“ verlängert: Kontroverser Netflix-Hit bekommt zweite Staffel

    Koreanischer Sci-Fi-Thriller ist erfolgreichste Netflix-Serie

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 09.11.2021, 19:42 Uhr

    „Squid Game“ – Bild: Netflix/Youngkyu Park
    „Squid Game“

    Es war davon auszugehen, doch letztendlich dauerte es doch länger als gedacht, bis die Bestätigung kam: Eine zweite Staffel von „Squid Game“ ist beschlossene Sache, wie der Serienschöpfer nun offiziell verkündete. Die brutale, südkoreanische Sci-Fi-Thrillerserie wurde in den vergangenen Wochen weltweit zum viralen Überraschungshit und zum erfolgreichsten Serienstart in der Geschichte von Netflix.

    Es gab so viel Druck, so viel Nachfrage und so viel Liebe für eine zweite Staffel. Ich hatte das Gefühl, ihr lasst uns keine andere Wahl, sagte Serienschöpfer Hwang Dong-hyuk der Nachrichtenagentur Associated Press, nachdem er sich lange gegen eine Fortsetzung gesperrt hatte. Wie diese konkret aussehen wird, ist noch offen, da er sich noch im Planungsprozess befinde. Allerdings versprach der Regisseur, dass Hauptprotagonist Gi-Hun (gespielt von Lee Jung-jae) zurückkehren wird. Seine Geschichte sei noch nicht auserzählt und er werde etwas für die Welt tun. Daher ist derzeit auch noch nicht absehbar, wann die zweite Staffel letztendlich erscheinen wird.

    „Squid Game“ hat sich binnen kürzester Zeit zu einem globalen Phänomen entwickelt – und das, obwohl Netflix im Vorfeld kaum Promo für die am 17. September veröffentlichte Serie machte und wohl selbst von dem Erfolg überrascht wurde. „Squid Game“ ist aktuell weltweit die Nummer 1 bei Netflix und wurde inzwischen von mehr als 142 Millionen Haushalten abgerufen. Zur Klarstellung: Als offiziellen Abruf zählt Netflix jedes Abspielen eines Videos, in das mindestens zwei Minuten am Stück reingeschaut wurde.

    In „Squid Game“ (dt. „Tintenfischspiel“) nehmen insgesamt 456 Menschen, die allesamt hoch verschuldet und verzweifelt sind, an einem mysteriösen Überlebensspiel teil, das scheinbar als Ausweg aus ihrer misslichen Lage dienen könnte. Ihnen winkt ein Preisgeld von 45,6 Milliarden Won (etwa 33 Millionen Euro). Im Mittelpunkt steht Seong Gi-hun (Lee Jung-jae), der auf seinen Jugendfreund Cho Sang-woo (Park Hae-soo) trifft. Abgeschottet von der Zivilisation sollen sie und die anderen Teilnehmer verschiedene traditionelle Kinderspiele aus den 1970er und 1980er Jahren nachspielen. Doch was als harmloses Spiel beginnt, wird schnell zu einem erbarmungslosen Kampf um Leben und Tod, denn es gibt eine Regel: Wer verliert, wird grausam hingerichtet…

    Im Heimatland hat „Squid Game“ aufgrund der angesprochenen Gesellschaftskritik gleichermaßen einen Nerv getroffen. Es werden Probleme wie Diskriminierung von Minderheiten, wachsender Leistungsdruck und Ungleichheit thematisiert. Doch nicht nur in Südkorea ist die Serie ein Phänomen. Mit dem dystopischen, brutalen Thriller-Drama ist Netflix nach einer längeren Durststrecke wieder etwas gelungen, das Serien in jüngster Zeit immer seltener gelang: Es ist zu einem flächendeckenden Gesprächsthema auf Schulhöfen und an Arbeitsplätzen geworden – und das weltweit. Zugute kam Netflix die Investition in Untertitelung und Synchronisation in mehr als 30 Sprachen, so dass die Serie zeitgleich rund um den Globus an den Start gehen und konsumiert werden konnte.

    Der große Erfolg hat allerdings auch seine Schattenseiten. Denn die Serie wird aufgrund der massiven Gewaltdarstellungen als ungeeignet für Unter-16-Jährige eingestuft – doch sie wird natürlich dennoch von Kindern und Jugendlichen enorm konsumiert, was bereits besorgniserregende Konsequenzen hatte. So haben Schüler in verschiedenen Ländern das Spiel aus der Serie nachgespielt, wobei die Verlierer verprügelt wurden. Inzwischen werden in Belgien Elternbriefe versandt, um vor dem Einfluss der Serie zu warnen. In Deutschland warnte die baden-württembergische Landesanstalt für Kommunikation Eltern davor, dass Kinder die Serie nicht sehen sollten, um Nachahmungen gewalttätiger Szenen zu verhindern.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am

      Für mich war der "Inhalt" die Spiele, braucht es da eine 2te Staffel?!

      weitere Meldungen