„Bella Block“: Hannelore Hoger ermittelt zum letzten Mal

    Ein Blick zurück auf die außergewöhnliche Krimi-Reihe

    Ralf Döbele
    Ralf Döbele – 24.03.2018, 10:00 Uhr

    Martensen (Devid Striesow) und Simon (Rudolf Kowalski) stehen Bella bei ihrem letzten Fall noch einmal zur Seite.ZDF/​Hardy Brackmann


    Daneben hatte Bella auch eine urkomische Seite, die lange vor allem in Szenen mit ihrem Lebensgefährten Simon Abendroth (Rudolf Kowalski) zum Vorschein kam. Ob beide wie wild im Abspann Rock’n’Roll tanzten („Bitterer Verdacht“), sich aus Versehen an Haschkeksen im Kino berauschten („Blinde Liebe“) oder er ihr zur Seite stand, als sie sich bei schwerem Seegang auf der Fähre nach Irland herzhaft übergeben musste („Schuld und Liebe“). Bella und Simon führten seit dem ersten Flirt an einer Bar („Auf der Jagd“) eine greifbare Beziehung voller Höhen und Tiefen, mit Streit, Frust und vielen Glücksmomenten – und schließlich mit einer Trennung, die trotz all dem unausweichlich war („Das Schweigen der Kommissarin“).

    Ein weiterer, wichtiger Mann in Bellas Leben war von 2005 bis 2013 der Ermittler an ihrer Seite, Jan Martensen alias Devid Striesow. Leicht hatte es Martensen mit seiner Chefin fast nie. Zunächst brachte sie ihm eigentlich nur genervte Ablehnung entgegen, bevor sich daraus doch noch eine Form ruppig-herzlicher Hochachtung entwickelte. Erst als Bella in Rente ging („Das Schweigen der Kommissarin“) und Martensen sie anschließend wiederholt um Hilfe bat, wurden die beiden tatsächlich noch richtig gute Freunde.

    Im letzten Film brechen schicksalhafte Ereignisse über Bella Block (Hannelore Hoger) herein.ZDF/​Hardy Brackmann


    Der letzte „Bella“-Film „Am Abgrund“ hält nun ein Wiedersehen mit Simon und Jan bereit, wenn auch unter dramatischen Umständen. Mit Staatsanwalt Melhorn (Hansjürgen Hürrig) fällt ein weiterer, langjähriger Begleiter Bellas einem Mordanschlag zum Opfer, dem sie selbst nur äußerst knapp entkommt. Kurz zuvor hatte er Bella noch um Mithilfe in einem letzten, brisanten Fall gebeten. Die Ex-Kommissarin findet sich in einem ungeahnten Sumpf aus Korruption und Amtsmissbrauch innerhalb der Hamburger Justiz und einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft wieder. Bella und Martensen, der ihr aus der Provinz zur Hilfe eilt, schweben schon bald in höchster Lebensgefahr.

    Für Hannelore Hoger war „Bella Block“, wie sie über die Jahre hinweg immer wieder betonte, die „Rolle ihres Lebens“ und eine Rolle, mit der sie alt werden wollte. Warum nun dennoch der Abschied? Hogers Antwort könnte auch von Bella selbst stammen: „Die arbeitet ja schon nach ihrer Rente hinaus. Und es würde mir nicht gefallen, wenn man das sozusagen mit ins Grab nimmt, also mit den letzten Worten noch: Wo waren Sie gestern, und dann fiel sie um. Das wollt ich mir ersparen.“ Gleichzeitig gibt Hoger zu: „Ich bin jetzt auch ein bisschen müde. Aber guter Dinge. Und ich finde es schön, dass das so lange durchgehalten hat und auch dass das Publikum so lange mitgemacht und uns die Treue gehalten hat, denn ohne das Publikum wären wir ja alle gar nicht da.“

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    Über den Autor

    Ralf Döbele ist Jahrgang 1981 und geriet schon in frühester Kindheit in den Bann von „Der Denver-Clan“, „Star Trek“ und „Aktenzeichen XY…ungelöst“. Davon hat er sich als klassisches Fernsehkind auch bis heute nicht wieder erholt. Vor allem US-Serien aus allen sieben Jahrzehnten TV-Geschichte haben es ihm angetan. Zu Ralfs Lieblingen gehören Dramaserien wie „Friday Night Lights“ oder „The West Wing“ genauso wie die Prime Time Soaps „Melrose Place“ und „Falcon Crest“, die Comedys „I Love Lucy“ und „M*A*S*H“ oder das „Law & Order“-Franchise. Aber auch deutsche Kultserien wie „Derrick“ oder „Bella Block“ finden sich in seinem DVD-Regal, das ständig aus allen Nähten platzt. Ralf ist als freier Redakteur für fernsehserien.de tätig und kümmert sich dabei hauptsächlich um tagesaktuelle News und um Specials über die Geschichte von deutschen und amerikanischen Kultformaten.

    Lieblingsserien: Six Feet Under, Star Trek – Enterprise, Aktenzeichen XY…ungelöst

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