Rundfunkrat wählt Peter Limbourg zum Intendanten der Deutschen Welle

    Informationsdirektor von ProSiebenSat.1 wechselt das Lager

    Stefan Genrich – 16.03.2013, 20:13 Uhr

    Peter Limbourg

    Der Rundfunkrat hat Peter Limbourg zum Intendanten der Deutschen Welle (DW) gewählt. Der Journalist galt schon im Vorfeld als Favorit auf den Posten (fernsehserien.de berichtete). Er ist zur Zeit noch als Informationsdirektor von ProSiebenSat1 tätig. Am 1. Oktober übernimmt er die Aufgaben als Nachfolger von Erik Bettermann, der in Pension geht.

    Peter Limbourg tritt beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk als erster Intendant an, der zuvor eine Karriere bei den Privatsendern hingelegt hat. Auf diese Erfahrung baut Valentin Schmidt, Vorsitzender des Rundfunkrats: „Peter Limbourg bringt beste Voraussetzungen mit, die Deutsche Welle als modernes Multimediaunternehmen weiter zu stärken und damit die internationale Medienpräsenz Deutschlands zu verbessern.“ Der neue Intendant muss nicht zuletzt die Politik mit seinen Plänen für die Sparten Radio, Fernsehen und Online überzeugen, denn anders als ARD und ZDF ist der Auslandsrundfunk der Bundesrepublik von Steuergeldern abhängig und erhält keine Rundfunkgebühren. Entsprechend einem eigenen Deutsche-Welle-Gesetz muss sich die Einrichtung gegenüber der Bundesregierung und dem Bundestag rechtfertigen, arbeitet journalistisch allerdings eigenständig.

    Peter Limbourg freut sich auf die Aufgaben, denn „die Programme der Deutschen Welle gehören seit meiner Jugend, die ich im Ausland verbracht habe, zu meinem Erfahrungsschatz.“ Er kündigt an, „das journalistische Profil, die Sprachenvielfalt und Multimedialität des Senders weiterentwickeln“ zu wollen. Überraschend verfolgt er außerdem das Ziel, über die organisatorischen Grenzen hinweg die Kooperation „mit den ARD-Landesrundfunkanstalten und dem ZDF zu intensivieren.“

    Politisches Gespür ist dem Juristen nicht abzusprechen. So ist er Vorsitzender der Jury des Medienpreises des Deutschen Bundestages und Berater in der publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz. Zuschauer kennen Peter Limbourg vor allem als Gesicht der „Sat.1 Nachrichten“. 2002 und 2009 hat er das Kanzlerduell zur Bundestagswahl mitmoderiert. 2006 hat er zusammen mit Stefan Raab den Journalistenpreis Goldener Prometheus erhalten, weil die beiden mit ihrer „TV total“ Sondersendung zur Bundestagswahl 2005 den „Coup des Jahres“ gelandet hätten. Anders als in den Vorjahren ist Peter Limbourgs Beteiligung am Kanzlerduell 2013 nicht mal zur Debatte gestanden: Stefan Raab wird diesen Job übernehmen.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

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      Dann wird ja ein Sprecherposten bei Sat1 frei.
      Vielleicht ein Fall für Hans-Hermann Gockel?

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