Prosit, „Die Pyramide“!

    Vor 35 Jahren startete die Spielshow mit Dieter Thomas Heck – von Ralf Döbele

    Ralf Döbele – 16.03.2014, 10:00 Uhr

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    Dieter Thomas Heck präsentierte „Die Pyramide“ von 1979 bis 1994 im ZDF.

    Unterhaltsam, gewitzt, dreieckig mit 165 Folgen in 15 Jahren, charmanter Gastgeber mit Flirtfaktor inklusive – haben Sie den gesuchten Begriff erraten? Am heutigen Sonntag ist es genau 35 Jahre her, seitdem Dieter Thomas Heck die ZDF-Zuschauer am 16. März 1979 zur ersten Ausgabe der „Pyramide“ begrüßte. Natürlich hatte er auch da schon zwei Prominente im Gepäck, die mit zwei normalsterblichen Kandidaten um die horrende Summe von insgesamt 7.000 D-Mark spielten. Obwohl das Original bereits seit 20 Jahren nicht mehr auf Sendung ist, hat dieses Quiz-Format an seiner Faszination nichts eingebüßt. Das beweisen nicht nur die verschiedenen Neuauflagen, sondern auch die weltweite Verbreitung der Show, die Anfang der 1970er Jahre in den USA ihre Premiere feierte. Greifen Sie also noch einmal mit uns zum roten Telefon und fragen Sie Ihren unbestechlichen Schiedsrichter Dr. Heindl um Rat, wenn wir sagen: Prosit, „Die Pyramide“!

    Ihren Namen bezog „Die Pyramide“ hauptsächlich von der dreieckigen Ratewand im Zentrum des Studios, auf der zunächst die sechs Kategorien und Oberbegriffe aufgeführt waren, aus denen die Kandidaten ihre Raterunden auswählen konnten. So wurde stets abwechselnd gespielt in zwei Teams, die je aus einem Prominenten und einem „mit Hilfe der Rundfunkzeitschriften gesuchten Kandidaten“ bestanden. Pro Runde wurden im besten Fall sieben gesuchte Begriffe innerhalb von 30 Sekunden erklärt, in einer Runde von dem Kandidaten, in der nächsten dann von dem Prominenten. Bei den Erklärungen durfte das gesuchte Wort nie fallen, auch in Teilen nicht (z.B. „Regenschirm“: „Regen“ oder „Schirm“ wären tabu), es durften aber auch Geräusche und Gesten zur Erklärung eingesetzt werden.

    Jenes Team, das nach zwei Raterunden mit den meisten Punkten aufwarten konnte, durfte in eine der drei Finalrunden einziehen, also in die „Pyramide“. Dort mussten die erklärenden Prominenten ihre Hände an ihrem Stuhl festschnallen, damit jede Art von Gesten unterblieb. Als Gewinnsummen enthielten diese Final-Pyramiden je 500, 1.000 und 1.500 D-Mark, welche die Kandidaten zusätzlich zum zuvor bereits gewonnenen Geld erspielen konnten.

    Anders als zum Beispiel bei der US-Version, war eine deutsche Spielshow ohne einen Schiedsrichter zur damaligen Zeit wohl undenkbar. Dem wurde dann bereits in der ersten, ursprünglich nie ausgestrahlten Pilotsendung der „Pyramide“ Rechnung getragen. Dieter Thomas Heck begrüßte in dieser Test-Episode den Justiziar Dr. Josef Heindl noch als Gast im Studio. Besonders gut kam dessen richterliche Präsenz bei einigen Verantwortlichen wohl nicht an, denn bereits ab der ersten regulären Folge war Heindl nur noch durch ein rotes Telefon auf dem Moderationspult präsent. Zu diesem griff Heck immer dann, wenn er gegebene oder nicht gegebene Punktzahlen erörtern oder für einen der Kandidaten ein gutes Wort einlegen wollte.

    Bild: ZDF/Sony Music/Screenshot

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