Netflix: Test mit variabler Abspielgeschwindigkeit sorgt für Aufregung

    Per App kann die Abspielgeschwindigkeit variiert werden

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 29.10.2019, 15:57 Uhr

    Netflix: Test mit variabler Abspielgeschwindigkeit sorgt für Aufregung – Per App kann die Abspielgeschwindigkeit variiert werden – Bild: Netflix

    Netflix hat in der vergangenen Woche mit Tests begonnen, die Zuschauern ermöglichen würden, Serienfolgen mit verlangsamter oder beschleunigter Geschwindigkeit abzuspielen. Wie zu erwarten sind gerade Filmschaffende nicht sonderlich begeistert.

    Wie Deadline meldet, wurden nach technischen Tests vergangene Woche diese Woche via Android-App ein neues Feature freigeschaltet. Demnach können Nutzer (aktuell wohl nur in den USA) sich auch dafür entscheiden, Videos in einer Geschwindigkeit von 50 Prozent, 75 Prozent, 125 Prozent oder 150 Prozent der Geschwindigkeit abspielen zu lassen – oder natürlich auch in „Normalgeschwindigkeit“. Ähnliche Features – vor allem beschleunigtes Abspielen – ist in vielen Podcast-Apps bereits ein Standard, da viele Nutzer möglichst zügig möglichst viel Content konsumieren möchten. Und denen erscheinen leicht verzerrte Stimmen eben als kleineres Übel

    Laut dem Portal Android Police hat Netflix diesen Test bestätigt. Demnach wird die geänderte Abspielgeschwindigkeit durch eine Tonanpassung aufgefangen, ist nur auf mobilen Geräten möglich und muss bei jeder Episode einzeln ausgewählt werden. Damit wagt Netflix die Gratwanderung dazwischen, einerseits den Wünschen von Kunden für das Abspielen gewisser Formate nachzukommen und andererseits die Kreativen nicht zu sehr vor den Kopf zu stoßen. Daneben gab Netflix in seinem Statement an, dass man immer wieder neue Optionen austeste, um den Bedürfnissen der Nutzer gerecht zu werden, und dass die variable Abspielgeschwindigkeit nur einer der laufenden Tests sei.

    Begeistert sind diese allerdings nicht, vor allem nicht die Schöpfer hochwertiger Unterhaltungskunst, etwa Judd Apatow (Produzent „Girls“, „Knocked Up – Beim ersten Mal“). Deadline zitiert einen Tweet des Regisseurs: „Nein, Netflix, nein. Zwingt mich nicht dazu, jeden Regisseur und Serienschöpfer auf der Erde anzurufen, um gegen euch in den Kampf zu ziehen. Spart mir diese Zeit. Ich würde definitiv gewinnen, aber es würde mich viel Zeit kosten. Zerstört nicht unser Timing. Wir produzieren hübsche Sachen für euch. Last sie so, wie sie angeschaut werden sollen.“

    Abstimmung: Schneller bingen?

    Würdet ihr beim Streaming an der Geschwindigkeitstaste spielen? (Diese Abstimmung wurde bereits beendet.)
    • 1.Niemals! (73,26%)
    • 2.Warum nicht? (22,09%)
    • 3.Nur bei Non-Fiction. (4,65%)

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • (geb. 1974) am melden

      Da gibts aber bei Netflix andere Sachen, die ich eher ändern würde. Z.B. das man sofort antippen kann "will ich nicht weiter gucken", und dann auch aus der Weitergucken-Liste verschwindet u. man nicht extra den Titelverlauf durchgucken muss um zu Löschen. Dann werden Filme/SErien die ich negativ bewertet hab weiterhin bei mir vorgeschlagen. Öfters werden bei Filmen keine Untertitel gezeigt, wenn plötzlich mittendrin eine andere Sprache gezeigt wird. Dazu muss ich dann den Film stopppen u. Untertitel eingeben für die paar Augenblicke - ums danach wieder zu ändern. Absolut nervig. Es sollte ausserdem gleich beim Text dazu stehen, ob es im O-Ton zu sehen ist oder Synchro besteht.

      Aber erstmal so einen Spielkram einbauen....nicht verständlich.
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      • (geb. 1963) am melden

        Datenreisender
        Sozusagen hast du sogar Recht, daran habe ich noch gar nicht gedacht
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          Ich finde es schwer, das pauschal mit „Ja“ oder „Nein“ zu beantworten, kommt sehr auf den Fall an: In den meisten Fällen will ich auch weiterhin Dinge mit normaler Geschwindigkeit sehen, aber es gibt spezielle Fälle, in denen ich gerne an der Geschwindigkeit drehen will. Z.B. wenn ich mir von etwas nur einen groben Eindruck verschaffen will um zu beurteilen ob ich es (alleine oder mit z.B. der Familie) „richtig“ sehen will. Oder wenn ich auf der Suche nach einer Stelle bin bei etwas dass ich zuvor schon gesehen habe.

          Der Vergleich mit Podcasts (bei guten Clients empfinde ich die Stimmen als kaum verzerrt) ist naheliegend aber doch auch schwer: Dort geht in die Produktion viel weniger Aufwand als bei den Angeboten auf Netflix, deswegen enthalten viele Podcasts auch viel mehr Längen, bei denen es passender ist sie zu beschleunigen. So höre ich mittlerweile (anfangs nicht) auch viele Podcasts beschleunigt, aber manche auch gerade nicht, weil sie sonst etwas verlören.
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            die "Unangreifbaren" beginnen Fehler zu machen...!
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              Warum sich nicht gleich umbringen, dann ist gleich das ganze Leben schneller konsumiert?? Carpe diem! Das gilt auch für gutes TV.
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                Wenn es nur darum geht, dem Zuschauer zu ermöglichen, mehr Inhalt in kürzerer Zeit zu konsumieren, wozu dann die Optionen für geringere Geschwindigkeit?
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