Netflix bestellt „Tyll“ als Serie bei den „Dark“-Schöpfern

    Drei Literaturverfilmungen in Europa bestellt

    Bernd Krannich
    Bernd Krannich – 16.10.2019, 16:50 Uhr

    Netflix bestellt "Tyll" als Serie bei den "Dark"-Schöpfern – Drei Literaturverfilmungen in Europa bestellt – Bild: Netflix

    Netflix hat am Rande der Frankfurter Buchmesse drei neue Serienprojekte angekündigt, die auf internationalen Bestsellern basieren. Darunter „Tyll“ auf Basis des gleichnamigen Romans von Daniel Kehlmanns um die in Deutschland bekannte Figur des Gauklers Till Eulenspiegel. Die „Dark“-Schöpfer Baran bo Odar & Jantje Friese – die bei Netflix unter einem Rahmenvertrag stehen – werden sich um die Adaption dieses Werkes kümmern.

    Folk med ångest

    Daneben dient „Folk med ångest“ (englisch als „Anxious People“) von Fredrik Backman als Grundlage für eine Dramedy aus Schweden, hinter der die „Quicksand“-Macher stehen.

    In der Serie nimmt ein gescheiterter Bankräuber auf seiner Flucht die Anwesenden bei einer „offenen Wohnungsbesichtigung“ als Geiseln. Schließlich lässt er die Geiseln aber gehen. Als die Polizei die Wohnung dann stürmt, um ihn in Gewahrsam zu nehmen, fehlt vom Geiselnehmer jede Spur. Wie konnte er entkommen? Warum decken sich die Aussagen der Geiseln nicht? Was stimmt nicht mit den Menschen?

    „Die vierzig Geheimnisse der Liebe“

    Basierend auf dem 2011 erschienen Roman von Elif Shafak geht es in dieser türkischen Produktion um eine Geschichte in einer Geschichte. Literatur-Gutachterin Ella ist dreifache Mutter, die eine Leere in ihrem Ehe- und Familienleben empfindet. Als sie die Begutachtung eines Romans über den Sufi-Dichter und Mystiker Rumi und die vierzig ewigen, geheimnisvollen Regeln der Liebe erhält, hat sie das Gefühl, Gedanken über ihr Leben zu lesen – allerdings hatte der Dichter bereits vor siebenhundert Jahren gelebt und seine Regeln formuliert. Als Ella den Autor des jetzigen Romans nach langem Briefwechsel endlich selbst kennenlernt, erfährt sie eine nachhaltige Veränderung.

    Tyll

    Der Roman von Kehlmann wurde laut Netflix in Deutschland 600.000 Mal verkauft und in 22 Länder exportiert. Er erzählt vom Gaukler Till Eulenspiegel – hier Tyll Ulenspiegel genannt – , der in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) als Vagabund durch Deutschland zieht und dabei die unterschiedlichsten Personen trifft. Dabei handelt die Buchvorlage weniger biografisch vom Leben Eulenspiegels, als dass sie durch seine Begegnungen die Zeit des Krieges beleuchtet und wie die Gewalt zum Zerfall der Gesellschaft führte.

    Klappentext: Tyll Ulenspiegel – Vagant und Schausteller, Entertainer und Provokateur – wird zu Beginn des 17. Jahrhunderts in einem Dorf geboren, in dem sein Vater, ein Müller, als Magier und Welterforscher schon bald mit der Kirche in Konflikt gerät. Tyll muss fliehen, die Bäckerstochter Nele begleitet ihn. Auf seinen Wegen durch das vom Dreißigjährigen Krieg verheerte Land begegnen sie vielen kleinen Leuten und einigen der sogenannten Großen: dem jungen Gelehrten und Schriftsteller Martin von Wolkenstein, der für sein Leben gern den Krieg kennenlernen möchte, dem melancholischen Henker Tilman und Pirmin, dem Jongleur, dem sprechenden Esel Origines, dem exilierten Königspaar Elizabeth und Friedrich von Böhmen, deren Ungeschick den Krieg einst ausgelöst hat, dem Arzt Paul Fleming, der den absonderlichen Plan verfolgt, Gedichte auf Deutsch zu schreiben, und nicht zuletzt dem fanatischen Jesuiten Tesimond und dem Weltweisen Athanasius Kircher, dessen größtes Geheimnis darin besteht, dass er seine aufsehenerregenden Versuchsergebnisse erschwindelt und erfunden hat. Ihre Schicksale verbinden sich zu einem Zeitgewebe, zum Epos vom Dreißigjährigen Krieg. Und um wen sollte es sich entfalten, wenn nicht um Tyll, jenen rätselhaften Gaukler, der eines Tages beschlossen hat, niemals zu sterben.

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