Letzte „Tagesschau“ mit Linda Zervakis: Moderatorin verabschiedet sich mit emotionalen Worten

    Abschied von der Nachrichtensendung nach fast acht Jahren

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 26.04.2021, 16:28 Uhr

    Linda Zervakis moderiert heute ihre letzte „Tagesschau“ – Bild: NDR/Thorsten Jander
    Linda Zervakis moderiert heute ihre letzte „Tagesschau“

    Guten Abend, meine Damen und Herren, ich begrüße Sie zur ‚Tagesschau‘. Diesen Satz wird Linda Zervakis heute Abend um 20 Uhr im Ersten das letzte Mal sagen. Es handelt sich um die letzte Ausgabe der Nachrichtensendung mit der langjährigen Moderatorin. Nachdem sich bereits Jan Hofer im Dezember 2020 verabschiedet hatte, verliert die „Tagesschau“ nun binnen weniger Monate ein weiteres beliebtes Gesicht. Auf ihrer Instagram-Seite hat sich Zervakis für die Zeit dort bedankt und findet emotionale Worte.

    Seit 2013 war sie Teil des Moderationsteams der „Tagesschau“. Ihre erste 20-Uhr-Ausgabe präsentierte sie am 17. Mai 2013. Auch wenn das fast acht Jahre her ist, weiß ich noch ganz genau wie es sich angefühlt hat und wie ich mich gefühlt habe. Es war eine Mischung aus kurz vor in Ohnmacht fallen, Wackelpudding in den Beinen und dieses Gefühl wenn man weiß, dass man nur noch zwei Minuten hat, um seinen Zug zu bekommen und es eigentlich unwahrscheinlich ist, dass man seine Sitzplatzreservierung einlösen kann. Stress pur, erinnert sich Zervakis.

    Nach meiner ersten offiziellen Viertelstunde fühlte ich mich einfach nur erleichtert. Ich glaube, heute bei meiner letzten 20 Uhr Tagesschau wird es wieder so sein. Das waren acht aufregende und schöne Jahre. Deswegen möchte ich einmal ein großes Dankeschön an alle meine Kollegen, bei der @tagesschau aussprechen. Und damit meine ich wirklich alle, egal ob hinter oder vor der Kamera. Danke, dass ich ein Teil von euch sein durfte und in den Jahren bei euch sehr viel gelernt habe, das ich niemals missen möchte. Und ich möchte ein großes Dankeschön an euch ausrichten liebe Zuschauerinnen und Zuschauer. Das, was mich in den letzten Tagen an Post erreicht hat ist einfach unbeschreiblich. Aber auch schon vorher. Wahnsinn.…so und bevor ich gleich zu sentimental werde, räume ich lieber schnell die Spülmaschine aus – mein Yoga für heute Abend. Ihr seid toll!!

    So plant Zervakis den Abschied von ihrem Team nach ihrem letzten Einsatz: Ich werde da meine griechischen Wurzeln nochmal betonen und Ouzo verteilen – und zwar abgepackt in kleinen Flaschen, Corona-konform jeder für sich eine. Das Essen müssten sie sich dann dazu denken, das sei im Großraumbüro ja zurzeit nicht so angesagt. Das ist sozusagen der schlanke griechische Abgang.

    Insgesamt arbeitete Linda Zervakis schon seit 2001 für den Norddeutschen Rundfunk, angefangen beim Radiosender N-Joy und später als Hamburger Lokalreporterin für das Regionalfernsehen. 2009 wurde sie Moderatorin des „Nachtmagazins“, bevor sie vier Jahre später zur „Tagesschau“ wechselte. Die Entscheidung, nun einen Schlussstrich zu ziehen, habe sie nicht leichtfertig getroffen: Für mich ist jetzt einfach der Zeitpunkt gekommen, tatsächlich auch nach 19 Jahren im NDR, einfach nochmal etwas Neues auszuprobieren, bevor ich zu alt dafür werde. Es sei schön, wenn man merke, dass man bereit ist, mutig zu sein, dann sollte man auch gehen, weil Veränderung ja immer was Schönes ist.

    So wurde Linda Zervakis bei den „Tagesthemen“ verabschiedet:

    Linda Zervakis freut sich darauf, künftig mehr Freiraum zu haben. Wenn man bei der ‚Tagesschau‘ ist, dann ist auch ganz klar, dass man gewisse Dinge nicht machen kann. Oder dass man immer im Hinterkopf haben muss: Man ist ja auch Sprecherin der ‚Tagesschau‘. Was sie nun vorhat, verrät sie noch nicht, aber es sei nicht irgendetwas Unanständiges. Immer wieder verfolgte Zervakis neben der „Tagesschau“ auch andere Projekte im Doku- und Showbereich. So gab es im NDR die sehenswerten Formate „Linda Zervakis: Alles auf Anfang“ und „Das Experiment mit Linda Zervakis“ – außerdem führte sie einmal durch den deutschen Vorentscheid zum „Eurovision Song Contest“. Dennoch, so sagt Zervakis, sei sie zum Teil schon ein bisschen eingeschränkt gewesen.

    Gerüchteweise soll Zervakis zum Privatsender ProSieben wechseln, bestätigt ist dies aber nicht (fernsehserien.de berichtete).

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am

      Sachliche Sendung ;-)
      Der war gut
      • (geb. 1963) am

        Sie war mir irgendwie immer zu kalt und zugeknöpft. Sah immer aus als ob sie schlechte Laune hatte. Selten daß die mal locker war und auch mal lächelte am Schluss oder zur Begrüssung. Mag die Susanne Daubner lieber lächelt immer und macht ein freundliches Gesicht und die Judith Radke die ist mein Favorit, auch freundlich lächelt auch. Natürlich sind die Nachrichten ernst aber zur Begrüssung oder zum Schluss muß man nicht so zugeknöpft sein als wäre man auf dem Nordpohl. Nicht mal in einer Tiefkühltruhe ist es so kalt wie bei Lindas kalte Art
        Heute war sie erstaunlich locker und lächelte wenigstens auch. Das kann sie wenn sie will
        • am

          Bei der Tagesschau ist sowas nicht angesagt. Sie ist dort keine Animierdame oder Hostess, sondern geht einer ernsthaften Tätigkeit nach. Da wäre ständiges Lächeln und das heute so moderne aufgesetzte Pseudogutgelauntsein einfach fehl am Platze. Mit ihrer Laune o.Ä. hat das genau gar nichts zu tun, denn die muss sie eben aus dieser sachlichen Sendung draußen halten.
      • (geb. 1965) am

        @Sentinel2003
        Wie kann man nur so verbittert sein (oder ist es Neid?). Es gibt wohl kaum Jemanden, der sich gegen eine gute Bezahlung wehren würde. Wenn es möglich wäre, sich beruflich - und diese Möglichkeit hat man als Otto Normalverbraucher in der Regel nicht - weiter zu entwickeln oder zu verändern, würde man es doch auch machen.

        ---

        Mir persönlich ist es doch vollkommen egal, wer Nachrichten präsentiert. Es kommt doch auf den Inhalt der Sendung an.
        Dass hier gewisse Voraussetzungen in Sprache, Gestik, Mimik usw. notwendig sind, ist der Aufgabe geschuldet.
        • (geb. 1967) am

          Da rur Sie mir aber echt leid, dass der Job immer im Hintergrund war...die Kohle hat aber wohl trotzdem gestimmt....unglaublich!!

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