Jugendkanal: ARD und ZDF wollen „Panel mit bis zu 1000 jungen Menschen“

    ZDF-Intendant Bellut informiert Fernsehrat über Stand der Dinge

    Michael Brandes – 07.03.2014, 16:34 Uhr

    Wenig neues in Sachen Jugendkanal: Auf der ZDF-Fernsehratssitzung in Mainz hat Intendant Thomas Bellut über den Stand der Dinge informiert. Derzeit warten ARD und ZDF auf die Rückmeldung der Ministerpräsidenten, die grünes Licht für das gemeinsame Projekt erteilen müssen – oder auch nicht.

    Ende 2013 wurden ARD und ZDF von den Regierungschefs aufgefordert, ein überarbeitetes Konzept zum öffentlich-rechtlichen Jugendangebot einzureichen und dabei einige offene Fragen zu beantworten. Zuvor war ein erster Entwurf am Widerstand einiger Bundesländer gescheitert. ARD und ZDF mussten also nachsitzen und schickten Anfang Februar ein neues Konzept auf die Reise. Laut einer Spiegel-Meldung soll allerdings auch das nachgereichte Dokument, das 19 Seiten umfassen soll, einigen Medienpolitiker als zu schwammig und dünn erschienen sein. So sei beispielsweise die Notwendigkeit eines Jugendkanals recht vage damit begründet worden, dass die Zielgruppe der 14- bis 29-Jährigen so „ohne eigenen Rechercheaufwand findet, was sie im Fernsehen sucht“. Umstritten ist auch die Höhe der Kosten, die derzeit mit rund 45 Millionen Euro pro Jahr veranschlagt wird.

    Falls die Entscheidung der Länder, mit der Mitte März gerechnet wird, zugungsten eines Jugendkanals ausfalle, müsse es auch eine Beauftragung zur Einstellung der Digitalkanäle ZDFkultur, EinsPlus und EinsFestival geben, betonte Bellut vor dem Fernsehrat. Mit der Einstellung der drei Kanäle, die bereits im ersten Konzeptentwurf anvisiert wurde, sollen die Kosten für den Jugendkanal gegenfinanziert werden.

    Das überarbeitete Konzept enthält nun laut ZDF den Vorschlag, „ein Panel mit bis zu 1000 jungen Menschen einzurichten, um die angepeilte Zielgruppe permanent in die Programmentwicklung einzubeziehen“. Zudem betonen beide Sender erneut den Wunsch nach einem Ausbau ihrer Online-Aktivitäten. Ein „umfassendes Internetangebot“ sei „unverzichtbar“.

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