Der spektakuläre Fall des britischen Au-pair-Mädchens Louise Woodward, der Ende der 1990er Jahre wegen Mordes an einem Neugeborenen in den USA der Prozess gemacht wurde, sorgte auch hierzulande für Schlagzeilen und viel Aufmerksamkeit – lange bevor der Begriff „Schütteltrauma“ als Folge einer massiven Kindesmisshandlung geprägt wurde. Nun verfilmt der US-Sender HBO den aufsehenerregenden Fall als fünfteilige Miniserie „The Trial of Louise Woodward“ mit Meghann Fahy („The White Lotus“) in der Hauptrolle.
Die Regie führt die Oscar-Preisträgerin Susanne Bier („The Night Manager“), das Drehbuch stammt von Matthew Barry („Industry“, „The Guest“). Produziert wird das Format von Big Light Productions. Die Dreharbeiten sollen in Kürze beginnen, ein Starttermin ist für nächstes Jahr vorgesehen.
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Der rechtsmedizinische Fachbegriff „Schütteltrauma“-Syndrom bezeichnet die Folge einer massiven Kindesmisshandlung, die am häufigsten bei Säuglingen und Kleinkindern auftritt, wenn sie an den Folgen massiven und heftigen Schüttelns sterben. Erst zu Beginn der 2000er Jahre wurde das Thema auch in der Öffentlichkeit diskutiert, das laut Medizinern zu den häufigsten Todesfällen von Babys und Kleinkindern zählt – bis heute!
Der Fall der Louise Woodward sollte im Jahr 1997 ebenso dazu beitragen, das Thema publik zu machen: Die damals 18-jährige Britin hat nach ihrem Schulabschluss eine Stelle als Au-pair bei einer Familie in den USA angenommen. Dort sollte sie vor allem auf deren 18-monatigen Jungen aufpassen. Nach einer Rekonstruktion des Tathergangs vor Gericht hat sie offenbar die Geduld mit dem schreienden Kind in ihrer Obhut verloren und den Säugling so lange und massiv geschüttelt, dass er an den Folgen des Schleudertraumas und eines Schädelbruchs starb.
Louise Woodward wurde in den USA wegen Mordes angeklagt und vor einem Geschworenengericht für schuldig gesprochen. Ihr drohte eine lebenslange, mindestens 15 Jahre lange Haft. Doch ihre Anwälte legten Berufung ein und wechselten den Gerichtsort. Der neue Richter kassierte das Urteil und erkannte auf Totschlag statt Mord. Das von ihm festgelegte Strafmaß wurde auf 279 Tage heruntergesetzt – die Zeit, die Woodward bereits in Untersuchungshaft verbracht hatte. Somit verließ die Angeklagte den Gerichtssaal als freier Mensch. Der Fall löste einen internationalen Medienrummel aus.