Eingestelltes „Cops“ dreht überraschend wieder

    Ausstrahlung ausschließlich im Ausland geplant

    Bernd Krannich – 05.10.2020, 13:18 Uhr

    „Cops“

    Im Zuge einer Protestwelle gegen überhartes Polizeivorgehen in den USA war die Reality-Serie „Cops“ nach 33 Jahren dort eingestellt worden: der Tod von George Floyd in Polizeigewahrsam hatte – nicht nur in den USA – einen öffentlichen Aufschrei und ein allgemeines Bewusstsein für die Black Lives Matter-Bewegung gebracht.

    So hat der US-Sender Paramount Television Mitte Juli beschlossen, die Serie aus dem Programm zu nehmen und auch keine weiteren Folgen herstellen zu lassen. Allerdings wurde nun durch eine Pressemitteilung des Spokane County Sheriff’s Office bekannt, dass in dem Polizeibezirk zwei Kamera-Crews der Produktionsfirma Langley Productions in Streifenwagen mitfahren – hier hatte man auch zuvor schon mit der Produktion zusammengearbeitet. Die Dreharbeiten sollen noch bis November in gewohnter Weise für „Cops“ andauern. Wie Deadline berichtet, unternimmt die Produktionsfirma die Dreharbeiten mit dem erklärten Ziel, weitere Folgen der Serie ins Ausland zu verkaufen, aber nicht in den USA.

    „Cops“ stand schon lange Jahre im Zwielicht: Die Serie ist auf die Erlaubnis lokaler Polizeibehörden angewiesen, um diese bei ihren Einsätzen begleiten zu dürfen. In den USA ist der Job eines Sheriffs ein gewähltes Amt, so dass die Serie und deren „Einladung“ häufig auch von Sheriffs dazu genutzt wurde, Eigenwerbung zu machen – die Darstellung harten Einsteigens bei der Polizeiarbeit wurde in der Serie oft unkritisch gezeigt und die Verdächtigen meist in ein schlechtes Licht gestellt – wobei vor allem afro-amerikanische und hispanische Mitglieder ärmerer Bevölkerungsschichten als gewalttätig gezeigt wurden.

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