„Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“: Alle Sendetermine 2021 im Überblick

    Märchenklassiker zu Weihnachten wieder auf vielen Sendern

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 10.11.2021, 12:36 Uhr

    „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ – Bild: Icestorm Distribution GmbH
    „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“

    „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ gehört seit der Erstausstrahlung am 26. Dezember 1975 für viele Weihnachtsfans unverzichtbar zur besinnlichen Zeit des Jahres dazu. Der unsterbliche Märchenklassiker wird traditionell auf sämtlichen ARD-Sendern rund um die Festtage wiederholt – so auch 2021.

    Wie in jedem Jahr präsentieren wir euch alle bekannten Termine im Überblick – lediglich die Termine im ORF und SRF sind noch nicht bekannt. Für die ganz Ungeduldigen findet die erste Ausstrahlung in diesem Jahr bereits Ende November statt. Insgesamt wird der Filmklassiker zwischen dem 28. November und dem 6. Januar satte 15 Mal auf den diversen ARD-Sendern wiederholt:

    • 28.11. um 15:30 Uhr im Ersten
    • 05.12. um 14:50 Uhr im rbb
    • 12.12. um 15:50 Uhr im SWR
    • 19.12. um 12:35 Uhr im hr
    • 20.12. um 03:35 Uhr im hr
    • 24.12. um 12:10 Uhr im Ersten
    • 24.12. um 16:05 Uhr im NDR
    • 24.12. um 18:50 Uhr bei One
    • 24.12. um 20:15 Uhr im WDR
    • 25.12. um 09:55 Uhr im Ersten
    • 25.12. um 16:10 Uhr im MDR
    • 26.12. um 16:35 Uhr im SWR
    • 01.01. um 14:30 Uhr im rbb
    • 02.01. um 12:00 Uhr im KiKA
    • 06.01. um 8:30 Uhr im BR

    Zusätzlich ist der Film auch bei den Streamingdiensten Netflix, Prime Video und RTL+ im Angebot.

    WDR/​DRA

    Der Märchenklassiker, eine Koproduktion der Tschechoslowakei und der DDR, entstand nach Motiven des gleichnamigen Märchens von Bozena Nemcová. Das Grimmsche Motiv aus „Aschenputtel“ wird darin variiert, indem drei Haselnüsse als Wunschinstrumente fungieren. Die beiden Hauptdarsteller Libuse Safránková und Pavel Trávnícek wurden damals mehr oder weniger zufällig als Schauspieler ausgewählt – und durch den Film berühmt. Es ist nicht wirklich zu erklären, weshalb der 1973 unter der Regie von Václav Vorlícek produzierte Film in Deutschland zu einer festen Tradition an Weihnachten geworden ist – schließlich spielt das Fest der Liebe in dem Film gar keine Rolle. Allerdings wurde der Film im verschneiten Winter gedreht – was jedoch reiner Zufall und dem Produktionskalender geschuldet war. Denn eigentlich sollte „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ im Sommer spielen, die DEFA (Deutsche Film AG) drängte jedoch darauf, im Winter zu drehen, da ihre Arbeiter im Sommer bereits ausgelastet waren.

    Gedreht wurde der Film in Ateliers der Babelsberger Filmstudios, rund um Schloss Moritzburg bei Dresden, in den Filmstudios Barrandov in Prag und an verschiedenen Orten in der Tschechoslowakei, zum Beispiel im Wasserschloss Švihov (Schwihau) und im Böhmerwald. Die Originalschauplätze in Moritzburg sind heute ein beliebtes Touristenziel und die Treppe, auf der Aschenbrödel ihren Schuh verlor, dient häufig als Ort für Heiratsanträge. Im November 1973 lief „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ in der ČSSR erstmals im Kino, bevor er im März 1974 zunächst in der DDR und im Dezember 1974 in Westdeutschland in die Lichtspielhäuser kam. Der Film hat weltweit mehrere Preise gewonnen und wurde in Tschechien zum besten Märchenfilm des 20. Jahrhunderts gewählt. Die DVD zum Film erhielt 2015 14 × Platin für 700.000 verkaufte Einheiten in Deutschland.

    WDR/​DRA

    Was den deutschen Zuschauern jedoch vorenthalten wurde: Im tschechischen Original wird die Titelmelodie von Karel Gott gesungen, was dem damaligen WDR-Redakteur Gert K. Müntefering jedoch missfiel. Die Stimme von Karel Gott unter dem Vorspann, das ist dann doch zu viel, lautete sein Urteil – er ließ das Original durch eine Oboe ersetzen.

    „Aschenbrödel“-Darstellerin Libuse Safránková wirkte nach ihrem Durchbruch in fast 150 Film- und Fernsehproduktionen mit. Unter anderem hatte sie eine Nebenrolle in „Der Tag, der die Welt veränderte“ (1975) an der Seite von Christopher Plummer und Maximilian Schell. Doch vor allem spielte sie in weiteren Märchenverfilmungen mit, wie in „Die kleine Meerjungfrau“ (1976) gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Miroslava Safránková sowie in „Der Prinz und der Abendstern“ (1978). Mit Pavel Trávnícek, ihrem Partner aus „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, war sie 1982 erneut gemeinsam vor der Kamera, und zwar in der Märchenverfilmung „Der dritte Prinz“. 1993 spielte sie zum letzten Mal in einem Märchenfilm mit, als Verkörperung des Glücks in „Wettstreit im Schloss“.

    Die Tatsache, dass Safránková nach ihrem Durchbruch als Aschenbrödel auf Märchenfilme abonniert war, war für sie Fluch und Segen zugleich. Dass sie auch Charakterrollen beherrscht, bewies sie etwa im Filmdrama „Kolya“ aus dem Jahr 1996, das als bester fremdsprachiger Film mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. Safránková erhielt für ihre Rolle in dem Film außerdem den Böhmischen Löwen als beste Hauptdarstellerin. Nach der Jahrtausendwende stand die Schauspielerin vor allem für tschechische Fernsehproduktionen vor der Kamera. Denkwürdig ist etwa „Sám doma s Donaldem Trumpem“ aus dem Jahr 2017, eine Filmkomödie über Donald Trump.

    Libuse Safránková litt seit 2014 an Lungenkrebs und ist am 9. Juni 2021 an den Folgen eines operativen Eingriffs im Alter von 68 Jahren verstorben. In den letzten Jahren zog sie sich weitgehend aus der Öffentlichkeit zurück, doch noch 2020 spielte sie in der TV-Serie „Osudové lásky“ mit.

    In Norwegen wurde „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ in diesem Jahr neu verfilmt. Das Remake „Tre nøtter til Askepott“ kommt dort am 12. November in die Kinos.

    Trailer

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

      weitere Meldungen