„Die Schlikkerfrauen“: Drehstart zur Satire mit Annette Frier

    Sat.1 verfilmt Schlecker-Pleite als „Event-Komödie“

    "Die Schlikkerfrauen": Drehstart zur Satire mit Annette Frier – Sat.1 verfilmt Schlecker-Pleite als "Event-Komödie" – Bild: Sat.1/Richard Hübner
    „Die Schlikkerfrauen“

    Sat.1 hat in den vergangenen Jahren zielgenau medienwirksame Skandale verfilmt. Nach „Der Minister“ über den Aufstieg und Fall des ehemaligen Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg war Anfang des Jahres der Fernsehfilm „Der Rücktritt“ zu sehen, der sich mit der Causa Christian Wulff beschäftigte. Unter dem Arbeitstitel „Die Schlikkerfrauen“ folgt nun eine recht freie Verfilmung über das folgenschwere Aus der Drogeriekette Schlecker, die 2012 insolvent ging. Sat.1 kündigt die Produktion als „Event-Komödie“ an, in der ein „schweres Thema mit großer Leichtigkeit“ behandelt werden soll. Die Dreharbeiten haben in dieser Woche in Berlin begonnen und werden voraussichtlich bis zum 31. Juli andauern.

    In den Hauptrollen sind Annette Frier, Katharina Thalbach, Shadi Hedayati und Sonja Gerhardt als vier Mitarbeiterinnen einer Schlikker-Filiale in Berlin-Moabit zu sehen. Sie wollen die drohende Schließung nicht kampflos hinnehmen und entschließen sich, den Laden zu besetzen und Firmengründer Theo Schlikker (Sky du Mont) als Geisel zu nehmen. Weitere Rollen in der von UFA Fiction produzierten Komödie übernehmen Oliver Korittke, Tino Mewes, Catherine Flemming, Johann von Bülow und August Wittgenstein. Als Regisseur wurde Uwe Janson verpflichtet, der bereits für „Der Minister“ und „Danni Lowinski“ verantwortlich zeichnete. Gemeinsam mit David Ungureit schrieb er auch das Drehbuch. Als Beraterinnen wurden für den Film außerdem ehemalige Schlecker-Mitarbeiterinnen gewonnen.

    Laut UFA-Fiction-Geschäftsführer Joachim Kosack soll in der Komödie das Schicksal der realen Schlecker-Frauen nicht ins Lächerliche gezogen werden. „Im Gegenteil: Unser Film nimmt die Verzweiflung dieser Frauen, denen von einem Tag auf den anderen ihre Lebensgrundlage entzogen wurde, ernst. Die Schlecker-Frauen sind zu einem Synonym für Menschen geworden, die in der vielleicht größten Krise ihres Lebens die Kraft aufgebracht haben, sich zur Wehr zu setzen“, so der Produzent.

    Im Herbst 2013 war die Verfilmung mal für den Konkurrenzsender RTL angekündigt. Damals wurden neben Joachim Kosack auch Nico Hofmann und Benjamin Benedict als Produzenten genannt, die sich inzwischen offenbar von dem Projekt verabschiedet haben. Darüber hinaus wird sich auch das ZDF dem Thema widmen und gab im Frühjahr bekannt, unter dem Titel „Die Abrechnung“ einen Zweiteiler über die Schlecker-Pleite zu produzieren. Im Gegensatz zur Sat.1-Variante soll es sich hierbei um ein realitätsnahes Gesellschafts- und Familiendrama handeln. Als Produzent fungiert Oliver Berben.

    08.07.2014, 14:17 Uhr – Glenn Riedmeier/fernsehserien.de

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