„Das große Promi-Büßen“ ist eines der Reality-Formate, das auch nach inzwischen vier Staffeln nie zu einem großen Erfolg wurde – zumindest im linearen Fernsehen. Doch anscheinend müssen die Abrufzahlen auf dem Streamingdienst Joyn zufriedenstellend sein. Anders ist nicht zu erklären, dass es auch in diesem Jahr eine weitere Staffel des von Olivia Jones moderierten Formats geben wird. Für diese gibt es jedoch eine etwas überraschende Veränderung, denn nach vier Jahren mit enttäuschenden Quoten auf ProSieben wechselt die fünfte Staffel nun zu Schwestersender Sat.1.
Ob „Das große Promi-Büßen“ beim Bällchensender erfolgreicher laufen wird, bleibt abzuwarten. Los geht es dort am 24. November und dann immer dienstags zu späterer Stunde um 22:10 Uhr – also an dem Sendetag, der eigentlich für US-Crime-Serien reserviert ist. Deutlich früher fällt der Startschuss für Staffel 5 beim Streamingdienst Joyn – nämlich schon am Montag, den 26. Oktober. Wie in den Vorjahren werden jeweils zwei Folgen auf einen Schlag veröffentlicht.
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Formal ist „Das große Promi-Büßen“ ein typisches Realityformat mit einer Handvoll mehr oder weniger bekannter Kandidaten aus dem Trash-TV, die gemeinsam in einem Zeltlager leben. In verschiedenen Spielen haben sie die Möglichkeit, Luxusgegenstände zu ergattern, die ihnen das Leben während ihres Aufenthalts erleichtern. Der besondere Kniff besteht darin, dass die Teilnehmer von Olivia Jones mit Negativschlagzeilen und negativen Verhaltensweisen in zurückliegenden Reality-Formaten konfrontiert werden. Sie nimmt in der „Runde der Schande“ die Beichten der Promis ab, die anschließend Buße tun sollen. Dabei soll sich herausstellen, wer von ihnen seine Taten ernsthaft bereut. Anders gesagt: Man gibt problematischen Kandidaten auf diese Weise erneut eine Plattform.
Insgesamt zehn mehr oder weniger bekannte und umstrittene Persönlichkeiten verlagern ihren Lebensmittelpunkt temporär an den österreichischen Erzberg. Neben den üblichen und erwartbaren Vertretern aus dem Reality-TV befindet sich auch ein ehemaliger Fußball-Nationalspieler im Teilnehmerfeld. Mit dabei sind:
- Ex-Fußballprofi Eike Immel – machte Schlagzeilen wegen Betrugs in über 100 Fällen
- Aleks Petrovic und Marwin Klute – die „maskulinen Männer“ gelten aufgrund frauenfeindlicher Äußerungen und Verhaltensweisen als Red Flags der Dating-Formate
- Cosimo Citiolo – die impulsive One-Man-Show des Reality-TV
- Raffaela Raab – besser bekannt als „militante Veganerin“; eine Influencerin und radikale Tierschutzaktivistin, deren Motto lautet: Nicht vegan sein ist nicht ok.
- Sahel – wurde nach handgreiflichem Übergriff aus „Ex on the Beach“ geworfen und fiel auch bei „Germany Shore“ durch „eskalatives Verhalten“ auf
- Nadja Großmann – die „Queen of Gossip“ fiel im Reality-TV-Kosmos mehrfach durch Streits und Beleidigungen anderer Teilnehmer auf
- Melissa Hofman – wurde durch Mobbing- und Lästervorwürfe in der „Realitystar Academy“ bekannt. Einen Streit wehrte sie mangels Argumenten unvermittelt per Spuckattacke ab
- Annamiltina – Content Creatorin und „Momfluencerin“, bekannt für Prank-Videos auf TikTok und YouTube. Sie sah sich bereits mit rassistischen Vorwürfen konfrontiert.
Interessantes Detail: Ursprünglich war „Das große Promi-Büßen“ ohnehin als Format für Sat.1 angekündigt. Die Dreharbeiten zur ersten Staffel fanden bereits im Sommer 2021 statt, doch gezeigt wurde diese erst ein Jahr später auf ProSieben. Im vergangenen Jahr strahlte ProSieben das Format nicht mehr zur Primetime, sondern erst am späteren Abend nach 23 Uhr aus. Doch erneut holte sich die Sendung eine Quotenklatsche ab und geriet mit miesen Werten von bis zu 1,7 Prozent Marktanteil völlig unter die Räder. Mitten während der Staffel zog der Sender die Notbremse und verbannte das Format tief in die Nacht auf einen Sendeplatz um 4 Uhr morgens. Dies verdeutlicht einmal mehr: Trash-TV-Konsumenten schauen derlei Formate vorwiegend im Streaming, in diesem Fall auf Joyn, während das übrige lineare Fernsehpublikum mit solchen Sendungen mehrheitlich vergrault wird. Es produziert Banijay Productions Germany.