Aus für das „Nachtmagazin“ nach 28 Jahren

    Das Erste stellt spätabendliche News-Sendung ein

    Ralf Döbele
    Ralf Döbele – 05.12.2022, 11:34 Uhr

    Das „Nachtmagazin“ verschwindet 2023 vom Bildschirm – Bild: Das Erste/Screenshot
    Das „Nachtmagazin“ verschwindet 2023 vom Bildschirm

    1995 trat es an, um ARD-Zuschauer zu später Stunde noch einmal zu informieren. Das „Nachtmagazin“ war damit die dritte und letzte Sendung im Bunde, nachdem bei RTL bereits das „Nachtjournal“ und im ZDF „heute nacht“ an den Start gegangen waren. 2023 wird das „Nachtmagazin“ nun vom Bildschirm verschwinden, wie im Rahmen einer Rundfunkratssitzung des Norddeutschen Rundfunks (NDR) bekannt wurde. Der Ersatz dürfte kaum überraschen.

    Statt des „Nachtmagazins“ soll spätabends fortan eine zusätzliche Ausgabe der „Tagesschau“ die Lücke füllen, sowohl im Ersten wie auch bei tagesschau24. Die Entscheidung kam kaum überraschend, schließlich schien das „Nachtmagazin“ zuletzt immer öfter nicht mehr in die Programmplanung des Ersten zu passen. So war es im November lediglich sechs Mal zu sehen, im Vormonat immerhin noch zehn Mal. Ursprünglich war die Sendung an jedem Werktag im Programm, später dann noch vier Mal pro Woche.

    Wann genau das „Nachtmagazin“ eingestellt wird, ist derzeit noch offen. Im Januar sind einzelne Ausgaben derzeit noch geplant. Fest steht, mit der Änderung möchten die Verantwortlichen die Marke „Tagesschau“ noch weiter stärken. Deshalb setzen wir ab 2023 nachts immer auf Ausgaben unter diesem Namen, so Marcus Bornheim, Chefredakteur von ARD-aktuell, gegenüber den Kollegen von DWDL in einem Statement. So enthalten unsere Zuschauerinnen und Zuschauer unter einem festen Titel verlässlich die aktuellsten Informationen. Dabei stärken wir auch Tagesschau24 und verbessern noch einmal die Breaking-News-Bereitschaft der ARD.

    Das „Nachtmagazin“ startete 1995 mit Katharina Wolkenhauer und Claus-Erich Boetzkes als Gesichter der Sendung. Die frühere „Tagesthemen“-Moderatorin Gabi Bauer präsentierte von 2006 bis 2019 die nächtliche News-Strecke, während Ingo Zamperoni sich von 2007 bis 2013 weitere Moderationssporen verdiente, bis er schließlich als Anchorman zu den „Tagesthemen“ wechselte.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am via tvforen.de

      Klaro, damit wird "die Marke Tagesschau" gestärkt. Und die Informationskompetenz der Öffentlich-Rechtlichen (einschließlich "Breaking-News-Bereitschaft"). Weshalb inzwischen ja selbst die Tagesthemen zunehmend zur (offenbar lästigen) Verschiebemasse werden, die mal zu dieser Uhrzeit kommen, mal zu jener, mal nur sieben Minuten dauern oder auch ganz ausfallen. Außerdem ist die "Reform" sicher nachhaltig, saisonal, regional, vegan, klimaneutral und geschlechtergerecht (weitere aktuell modische Blablabegriffe bitte nach eigenem Gutdünken ergänzen).
      • am via tvforen.de

        Und ich dachte schon, sie nennen es "tagesthemen-update". ;-)

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