50 Jahre „Polizeiruf 110“: Jubiläumsfolge heute Abend im Ersten

    Neues Ermittlerteam Peter Kurth und Peter Schneider erstmals im Einsatz

    Glenn Riedmeier
    Glenn Riedmeier – 30.05.2021, 14:00 Uhr

    50 Jahre "Polizeiruf 110": Jubiläumsfolge heute Abend im Ersten – Neues Ermittlerteam Peter Kurth und Peter Schneider erstmals im Einsatz – Bild: ARD

    Die Jubiläumsfeierlichkeiten zu „Polizeiruf 110“ erreichen heute Abend (30. Mai) ihren Höhepunkt. Nachdem zum 50. Geburtstag des Krimidauerbrenners schon seit einigen Tagen ausgewählte Folgen aus der langen Historie im MDR und rbb Fernsehen wiederholt werden, nimmt am heutigen Sonntagabend das neue Ermittlerteam aus Halle, gespielt von Peter Kurth und Peter Schneider, seine Arbeit auf. Die Episode „An der Saale hellem Strande“ wird zur gewohnten Zeit um 20:15 Uhr im Ersten ausgestrahlt.

    In ihrem ersten Fall bekommen es die beiden Kripo-Ermittler Henry Koitzsch (Peter Kurth) und Michael Lehmann (Peter Schneider) mit einem mysteriösen Mord zu tun, der auch nach mehreren Monaten noch nicht aufgeklärt ist. Vor drei Monaten wurde Uwe Baude (Sven Reese) tot im Eingang seines Hauses aufgefunden, ermordet durch Stiche in Unterleib und Lunge. Es gibt keinerlei Anzeichen auf ein Motiv, der Täter verschwand spurlos. Indizien liegen nicht vor, niemand hat etwas gesehen. Koitzsch und Lehmann gelang es bisher nicht, einen Verdächtigen ausfindig zu machen. Was geschah bloß in jener Nacht vor Uwe Baudes Haus?

    Eine groß angelegte Funkzellenauswertung soll nun als letztes Mittel helfen. Es werden Personen vorgeladen, die in der Mordnacht in der Umgebung des Tatorts telefoniert haben. Koitzsch und Lehmann werden mit einer Vielzahl an Aussagen und möglichen Zeugen konfrontiert. Sie befragen akribisch und sortieren aus, geraten jedoch auch an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Drei Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, geraten schließlich in den Fokus: der vorbestrafte Maik Gerster (Till Wonka), der desorientierte alte Eisenbahner Günter Born (Hermann Beyer) und das sprunghafte Irrlicht Katrin Sommer (Cordelia Wege). Bei ihren Aussagen widersprechen sich die Zeugen und geraten ins Straucheln. Haben sie etwas gesehen oder sogar mit dem Fall zu tun? Die Kommissare blicken in ganz verschiedene Leben und Welten, in Alltagstragödien und Schicksale. Uwe Baudes Mörder bleibt dabei ein Phantom, das stets die Wege der Zeugen gekreuzt haben muss.

    Kommissar Henry Koitzsch (Peter Kurth, l.) und Kommissar Michael Lehmann (Peter Schneider, r.) MDR/​filmpool fiction/​Felix Abraham

    In einer Episodenrolle ist außerdem Andreas Schmidt-Schaller zu sehen, der von 1986 bis 1995 als Oberleutnant bzw. Oberkommissar Thomas Grawe in insgesamt 33 „Polizeiruf 110“-Fällen ermittelte. Produziert wurde der Film von filmpool fiction in Zusammenarbeit mit 42film mit Iris Kiefer als Produzentin. Thomas Stuber führte Regie nach einem Drehbuch, das er gemeinsam mit Clemens Meyer verfasste. Die Dreharbeiten fanden im November und Dezember 2020 statt.

    Zu später Stunde strahlt Das Erste anlässlich des Jubiläums um 23:35 Uhr noch „Polizeiruf 110 – Die Krimidokumentation“ aus. Zu Wort kommen viele bekannte „Polizeiruf 110“-Protagonisten wie Charly Hübner, Anneke Kim Sarnau, Claudia Michelsen, Maria Simon, Edgar Selge, Michaela May, „Polizeiruf 110“, Ben Becker und Andreas Schmidt-Schaller.

    Der ehemalige ARD-Programmdirekter Volker Herres über die Bedeutung von „Polizeiruf 110“: Gestartet 1971 als Konkurrenzunternehmen der DDR, um dem ein Jahr zuvor erfundenen ‚Tatort‘ des ‚kapitalistisch brutalisierten‘ Westens einen attraktiven Krimi aus dem real existierenden Sozialismus entgegenzusetzen, trug der ‚Polizeiruf 110‘ von Anfang an eine ganz eigene Handschrift. Der Fokus der Geschichten lag weniger auf Kapitalverbrechen als auf kleineren Delikten und Konflikten der Menschen im Alltag; Mentalitätsfragen gingen vor Mordfälle; weibliche Ermittler waren eine Selbstverständlichkeit. Von vielen in den ersten Jahren der Nachwendezeit gern etwas herablassend als ‚der kleine Bruder des ‚Tatort‘’ bezeichnet, war der ‚Polizeiruf 110‘ in Wahrheit inhaltlich wie formal alles andere als das, so Herres. Der ‚Polizeiruf 110‘ hatte mehr zu bieten als DDR-Nostalgie und Retro-Charme. Er brachte einen echten Innovationsschub für den gesamtdeutschen Krimi.

    Kommentare zu dieser Newsmeldung

    • am via tvforen.de

      Sehr gut gemachte, etwas andere Folge.
      • am via tvforen.de

        Scotty1978 schrieb:
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        > Sehr gut gemachte, etwas andere Folge.

        Hat mir auch sehr gut gefallen. Ich hätte gern noch gesehen wie die beiden Besoffskis ihren toten Kollegen die enge Stiege hoch aufs Dach bekommen haben. Aber das wäre wohl dann Slapstick geworden.
      • am via tvforen.de

        Ohja 😂.
        Natürlich nicht in der Konzentration, aber da werden sicher einige Polizisten in Verhören mit solchen Typen zu tun haben.

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