Folge 27

  • Zunge: Das Super-Organ

    Folge 27 (45 Min.)
    Die Zunge ist nicht nur ein vielseitiges Sinnesorgan, sondern auch unser beweglichster Muskel. Ihr hochkomplexes Mikrobiom besteht aus 700 verschiedenen Bakterienarten. Ob zum Kauen, Schmecken, Schlucken oder Sprechen – unsere Zunge ist überlebenswichtig. Die Wissenschaft nutzt sie für immer mehr modernste Diagnoseverfahren. Ihr Aussehen und ihre Funktionalität können Hinweise auf viele Erkrankungen geben, darunter auch Krebs. Wie empfindlich das Gleichgewicht der Zunge ist, beobachten vor allem Logopäden wie Carolin Adam aus Weinheim. Schon kleinste Störungen können das gesamte System aus der Balance bringen. Entscheidend ist die richtige Ruhelage der Zunge am Gaumen: Nur dort kann sie den Oberkiefer stabilisieren und seine natürliche Entwicklung unterstützen. Angeborene oder erworbene Fehlfunktionen können zu gesundheitlichen Problemen, wie Sprech- und Atemstörungen, Schluckbeschwerden bis hin zu Zahnfehlstellungen führen. Die Zunge ist auch als Bakterienreservoir im oralen Mikrobiom von großem diagnostischem Interesse und fungiert als Frühwarnsystem für systemische Erkrankungen. Die HNO-Ärztin Kathrin Engel vom SRH Klinikum Zeitz hat
    schon unzählige Zungen untersucht. Sie kennt die vielfältigen Krankheitsbilder, die sich in Farbe, Form oder Oberflächenstruktur zeigen können. An der University of Leeds hat Lebensmittelforscherin Anwesha Sarkar eine Modellzunge aus Silikon entwickelt, die die Oberfläche, Elastizität und Feuchtigkeit der menschlichen Zunge realistisch nachbildet. Sie soll dabei helfen, neuartige – insbesondere pflanzenbasierte Lebensmittel zu entwickeln und deren sensorische Eigenschaften besser zu verstehen. Dem Team um den Neurologen Martin Sommer an der Universitätsmedizin Göttingen ist es jetzt gelungen, mithilfe eines Echtzeit-MRTs erstmals die Zungenbewegungen eines stotternden Patienten sichtbar zu machen. „Dieser Nachweis der mechanischen Entstehung der grundlegenden Symptome verbessert unser Verständnis und unser Denken über das Stottern“, so der Experte. Um 20:15 Uhr beleuchtet die NANO Doku relevante wissenschaftliche Themen, die uns bewegen; um 21:00 Uhr diskutieren die Moderatorinnen Alena Buyx und Stephanie Rohde im Wechsel im NANO-Talk mit ihren Gästen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven über das Thema. (Text: 3sat)
    Deutsche TV-Premiere Do. 27.08.2026 3sat

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Do. 27.08.2026
20:15–21:00
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