Dokumentation in 5 Teilen, Folge 1–5

    • Folge 1
      Bild: mdr
      Fruchtbare Landschaft Costa Ricas – © mdr

      Die Vereinten Nationen ehren Costa Rica Jahr für Jahr mit einem der führenden Plätze unter den glücklichsten Ländern der Welt. Den Menschen dort wird nachgesagt, unverstellt, warmherzig und zufrieden zu sein. In der Provinz Guanacaste werden die Menschen zudem älter als irgendwo sonst in dem mittelamerikanischen Land. Dort gibt es noch eine tiefe Zufriedenheit mit dem Leben, egal wie arm man ist. In unmittelbarer Nähe zu exotischen Traumstränden arbeiten fast Hundertjährige täglich auf den Feldern. So wie der 92-jährige Paolo. Er ist Selbstversorger in der dritten Generation und arm in der dritten Generation. Doch daran stört er sich nicht. Den Rhythmus zwischen Feldarbeit und Pausen hat er seinem Alter und der körperlichen Verfassung angepasst, ebenso wie der alte Fischer Gregorio, der noch täglich mit seinem Sohn zusammen Jagd auf große Fische macht. Aber es ist nicht allein das Leben auf dem Land, das den Menschen ein hohes Alter beschert. Das sagt zumindest einer der Soziologen und Statistiker, der die Daten für den UN-Glücksatlas in Costa Rica sammelt. Für ihn liegt die Ursache für das Glück und die Zufriedenheit seiner Landsleute in deren Bescheidenheit und ihrem Sinn für die Gemeinschaft. Die Familie und die Nachbarschaft werden hoch geachtet, während das Streben nach materiellem Reichtum eine eher untergeordnete Rolle spielt. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: Mo 14.07.2014 arte
    • Folge 2
      Bild: mdr
      Abchasien - Impression mit freilaufendem Pferd – © mdr

      Abchasien liegt an der Ostküste des Schwarzen Meeres. Die Region, die sich im Jahr 2008 für unabhängig erklärt hat, gilt völkerrechtlich als Teil Georgiens und wird nur von wenigen Ländern als eigener Staat anerkannt. Das kleine Land ist geprägt von hohen Bergen und einer üppigen Vegetation. Die „Perle des Kaukasus“ wird von einem milden Klima bestimmt, das die Menschen dort älter werden lässt als an anderen Orten in der ehemaligen Sowjetunion, zu der auch Abchasien einst gehörte. Die Spuren früher Besiedlung der Region reichen 3.000 Jahre zurück. Seither hat die Küste des Schwarzen Meeres zahlreiche Völker angezogen und viele kriegerische Auseinandersetzungen erlebt. Diese Kriege gegen äußere Feinde haben den Frieden innerhalb der Familien und ein Leben in festen Regeln notwendig gemacht. So haben sich Traditionen entwickelt, die bis heute erhalten geblieben sind. Das gilt besonders für das Landesinnere Abchasiens. Dort unterstreicht eine 102-jährige Frau, dass sich das Leben heute kaum von dem von vor hundert Jahren unterscheidet. Damals wie heute schließt das innerfamiliäre Miteinander die alten Menschen ein. Sie genießen in Abchasien den Respekt der Familie und der ganzen Gesellschaft. Im Gegensatz zu westlichen Industriestaaten stehen die Alten im Zentrum und nicht am Rande. So sind im Alltag die Generationen in einem ständigen Austausch und Kontakt. Die Jungen lernen von den Alten, respektieren deren Erfahrung. Die Alten wiederum kümmern sich mit um die Kinder. Sie bleiben so Teil der gesellschaftlichen Entwicklung und haben das Gefühl, gebraucht zu werden und eine erfüllende Aufgabe zu leben. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: Di 15.07.2014 arte
    • Folge 3
      Bild: mdr
      Italien - Benito ist Selbstversorger – © mdr

      Unweit der antiken Via Appia zwischen den Metropolen Rom und Neapel scheint die Landschaft sich seit Jahrhunderten nicht verändert zu haben. Dort befindet sich das Dorf Campodimele. Es ist sehr klein und hatte im Laufe seiner Geschichte nie mehr als 1.000 Einwohner. Die Äcker liegen außerhalb und auch für das große Vieh war nie Platz im Dorf. So hat man sich auf die Geflügelhaltung beschränkt. Deshalb verzehren die Einwohner von Campodimele kaum rotes Fleisch. Der dörfliche Alltag ist bis heute vom Einfluss der Benediktinermönche geprägt, deren Grundregel „ora et labora“ (zu deutsch: bete und arbeite) lautete. Deren Kunst des Ackerbaus und das Einhalten der immer gleichen Tagesabläufe hat eine Kultur der beständigen Genügsamkeit geformt: Iss, was du anbaust, halte Maß und lebe in der Gemeinschaft. Nach diesen Prämissen blühte Campodimele auf. Doch auch hier hat die Moderne Einzug gehalten. So wurde das Dorf als Kulisse von Oldtimer-Rallyes entdeckt. Dieser Einfluss hat vor allem bei den jungen Menschen Begehrlichkeiten geweckt. Ist damit auch das Geheimnis des vitalen, langen Lebens, das sich hier beobachten lässt, für immer verloren? Medizinische Untersuchungen haben bei einem Viertel aller Bewohner von Campodimele eine Genmutation festgestellt, die für einen beschleunigten Stoffwechsel sorgt. Fette und Zucker im Blut führen somit nicht zu Zivilisationskrankheiten. Die Ergebnisse sind unabhängig vom Alter der Personen so erstaunlich, dass man von einem körpereigenen Jungbrunnen sprechen könnte. Ein 70-Jähriger von hier besitzt den Stoffwechsel eines normalen 15-Jährigen. Ein Medikament zu entwickeln, das diesen Effekt hätte, wäre eine Sensation. Hoch oben auf einem Berg gelegen, hat die Isolation offensichtlich zu einer ganz besonderen Entwicklung geführt. Neben der genetischen Disposition – der Veranlagung, ob man wirklich alt werden kann – ist eine regelmäßige Lebensweise und enger sozialer Zusammenhalt wohl entscheidend für eine überdurchschnittliche Lebenserwartung. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: Mi 16.07.2014 arte
    • Folge 4
      Bild: mdr
      Am Strand von Sanya auf Hainan – © mdr

      Chinas südlichster Flecken Erde wird in Liedern verehrt. Die Insel Hainan ist der Sehnsuchtsort von Millionen Chinesen. Dort werden die Menschen besonders alt. Sie gilt als Jungbrunnen des Reichs der Mitte. Heute ist die ehemals arme Provinz touristische Boom-Region. Tradition und Moderne, Einfachheit und neuer Wohlstand bilden einen großen Kontrast. Doch wie viel Moderne verträgt ein Jungbrunnen, der sich aus Traditionen speist? Nach Hainan kommen die Menschen wegen des warmen Wetters und für die Gesundheit. Sie wird landesweit als die Insel der Langlebigkeit beworben. Also hat sich Chinas Ober- und Mittelschicht dort in Immobilien eingekauft, um dem Smog und der Kälte des Nordens – zumindest für einige Tage im Jahr – zu entfliehen. Aber ein langes Leben kann man nicht kaufen. Wer also wird alt? Erst einmal muss man festhalten, dass etwa 90 Prozent aller Langlebigen in ländlichen Gebieten wohnen. Und sie alle sind sehr positiv dem Leben gegenüber eingestellt. Sie machen sich im Alltag nicht so viele Sorgen. Sie sind hilfsbereit und sozial eingestellt, und die meisten haben eine verlässliche Familie. Der Mikrobiologe Prof. Wangwei Cai von der Universität Hainan hat außerdem festgestellt, dass körperliche Betätigung sehr wichtig ist für ein langes Leben. Manche der Untersuchten arbeiten sogar noch mit 90 Jahren auf dem Feld. Viel Bewegung beugt vielen Krankheiten vor. Und gesundes Essen tut ein Übriges. Die Hainan-Küche zeichnet sich durch eine große Zahl an grünen Gemüsen aus. So gut wie kein Fischgericht wird ohne „Grün“ serviert, und Fleisch kommt eher selten auf den Tisch. Es herrscht eine gesunde Balance von vegetarischen und nicht vegetarischen Zutaten. Was zum Beispiel hat das Ehepaar Wu so alt werden lassen? Großmutter und Großvater Wu sind zusammen 207 Jahre alt. Zu viel essen konnten sie nie, körperlich arbeiten mussten sie immer. Ihr Leben war regelmäßig. Ying und Yang, jenseits eines esoterischen Ballasts gelebt, erscheint wie eine simple Gleichung des Lebens. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: Do 17.07.2014 arte
    • Folge 5
      Bild: mdr
      Kalifornische Palmen – © mdr

      Unweit von Los Angeles liegt mitten in Südkalifornien die Kleinstadt Loma Linda. Sie scheint der Jungbrunnen der USA zu sein, denn dort werden die Menschen am ältesten. Schon früh war die Stadt ein Ort der gesundheitlichen Gegenreform, so wurde 1956 in Loma Linda der zweitälteste rein vegetarische Lebensmittelmarkt der USA eröffnet. Maßgeblich beteiligt an dieser Entwicklung ist die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten von Loma Linda. Sie ist eine liberale Gemeinde. Dort schreit kein selbst ernannter Priester lauthals sein Halleluja von der Kanzel, niemand wird gezwungen, Teil der Kirche zu sein. Ganz im Gegenteil: Erst der volljährige Bürger kann Mitglied werden – wenn er mag. Die soziale Wärme und die moralische Hilfe für den Alltag scheinen für viele Menschen attraktiv zu sein. Was der normale Kalifornier vielleicht so nicht immer schafft – zum Sport gehen, weniger und gesund essen, nicht stressig leben und hier und da nicht zu vergessen, dass man nicht allein auf der Welt ist – scheint er mit Hilfe seines Glaubens am Ende zu bewerkstelligen. Die Kirche definiert einfach den Körper als den Tempel Gottes und gibt gleich einige wenige, aber effektive Vorschläge für die Tempelpflege mit: regelmäßige Ruhepausen im Leben, vegetarische Ernährung, viel Sport, einen Sinn im Leben finden und damit auch die Nähe zu anderen Menschen, sei es in der Gemeinde selbst, in der Familie oder in der Nachbarschaft. Ein gesundes und langes Leben braucht hier keine jahrhundertealte Tradition. So verwundert es nicht, dass in Loma Linda viele Menschen sehr alt werden. (Text: arte)

      Deutsche Erstausstrahlung: Fr 18.07.2014 arte

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