Dokumentation in 2 Teilen, Folge 1–2

  • Folge 1
    Kaum zu glauben, aber um ein Haar hätte der 11. September 2001 bereits ein halbes Jahrhundert vorher stattgefunden: Seit Ausbruch des Krieges schmiedeten Adolf Hitlers Konstrukteure auf ausdrücklichen Wunsch und Befehl an geheimen Angriffplänen auf die USA. Ein Langstreckenbomber sollte gebaut werden, der den Atlantik ohne Zwischenlandung zweimal hätte überqueren können. Diese Entwicklung konnte nicht fertig gestellt werden. Unter immer stärkerem Druck wurden immer neue phantastische Angriffsszenarien ersonnen. Der kühnste, aber auch verzweifeltste dieser Pläne sah vor, dass sich deutsche Selbstmordpiloten mit Düsenjägern als „bemannte Bomben“ in die Hochhäuser Manhattans stürzen sollten. Von diesem Schlag versprach sich Hitler eine verheerende psychologische Wirkung auf die amerikanische Zivilbevölkerung und damit gegen den Kriegsgegner USA. Damit wollten die Nazis in letzter Sekunde doch noch eine Wende des Kriegsgeschehens herbeiführen. (Text: WDR)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 13.06.2005 Das Erste
  • Folge 2
    „Was sollte ich denn nach dem Krieg als Aerodynamiker in Deutschland tun – vielleicht aerodynamische Nachttöpfe entwickeln?“ Der Ausspruch eines der führenden deutschen Ingenieure ist seinem späteren Kollegen Wladimir Orlow bis heute unvergessen. Ein „Dilemma“ für die meisten deutschen Flugzeug- und Raketenspezialisten. Dass in der Ruinenlandschaft Nachkriegs-Deutschlands für die nächsten Jahre kein Bedarf an derartigen Spezialisten bestehen würde, war offensichtlich. Also begannen die ehrgeizigen Männer, die noch bis vor kurzem so genannte „Wunderwaffen“ entwarfen und sich mehr oder weniger fanatisch für „Führer, Volk und Vaterland“ den Kopf zerbrachen, sich nach Alternativen bei den Siegermächten umzusehen.
    Zugleich waren die deutschen Spezialisten und ihr damals weltweit einmaliges Know-how bei den Siegermächten hoch begehrt. Mit lukrativen Angeboten zogen eigens geschaffene Rekrutierungstrupps schon in den letzten Kriegswochen durch das zerstörte Land und fahndeten gezielt nach den deutschen „Brains“ und ihren Geheimwaffen.
    Besonders erfolgreich operierten dabei die US-Headhunter und ihre sowjetischen Konkurrenten. Verlockende Versprechen einerseits, Druck und sogar Kidnapping andererseits – jedes Mittel schien recht, um den Wettlauf der Sieger um das deutsche Know-how zu gewinnen. Spektakulärer Höhepunkt dabei: der Coup der Sowjets am 22. Oktober 1946. In einer Nacht- und Nebelaktion trommelten sie gleich mehrere Tausend deutsche Spezialisten früh morgens aus den Betten, überall in der Sowjetischen Besatzungszone.
    Dolmetscher erklärten den überraschten Deutschen, dass sie in die Sowjetunion abtransportiert würden, um dort mehrere Jahre zu arbeiten. Sie könnten Frau und Kinder mitnehmen und so viel Gepäck, wie sie wollten. Die Westalliierten gingen ähnlich vor. Die Aktion der Amerikaner unter der Bezeichnung „Paperclip“ war zwar etwas weniger gewaltsam, aber nicht weniger generalstabsmäßig angelegt. Auch französische und britische Headhunter rekrutierten deutsche Spezialisten.
    Die Deutschen wussten um ihren Wert – und das Schicksal anderer, „normaler“ Kriegsgefangener, das sie auf jeden Fall vermeiden wollten. Wernher von Braun, der Spiritus Rector des V2-Raketenprogramms, hatte sich bereits vor Kriegsende der US-Army gestellt. Den Sowjets gelang es, Helmut Gröttrup, von Brauns Stellvertreter, abzuwerben. Teil zwei der Doku-Reihe „Hitlers Geheimwaffen“ rekonstruiert das Schicksal einiger der ehemals führenden deutschen Spezialisten, die sich nach Kriegsende in den Dienst der Sieger stellten. (Text: SWR)
    Deutsche TV-Premiere Mo. 20.06.2005 Das Erste
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