HeimatGeschichten
    D 2021–
    Doku
    Deutsche ErstausstrahlungMDRDeutsche Online-PremiereARD Mediathek
    Wie lebt es sich auf dem Land? Was bewegt die Menschen dort? Ist das Dorfleben immer eine „Postkarten-Idylle“? Diesen Fragen geht der Film „Landleben in der Altmark“ aus der Reihe „HeimatGeschichten“ nach. Im kleinen Dorf Schinne in der Altmark leben etwas mehr als 400 Menschen. Es sind Alteingesessene, viele Rückkehrer und einige Zugezogene. Es würden noch mehr Familien nach Schinne ziehen, aber alle Baugrundstücke sind bereits vergeben. Schinne liegt in der Nähe von Stendal. Man kann hier gut leben und das in einer Region, wo viele Dörfer seit den 1990er Jahren langsam aussterben. In diesem Dorf gibt es eine Grundschule, eine neue Turnhalle und 7 Vereine, wo sich die Bewohner engagieren und viele Anknüpfungspunkte finden. Aber das Landleben hat auch hier zwei Seiten. So kämpft Landwirt Frank Lenz um das Überleben seines Milchviehbetriebes. Sein Sohn Karl ist 10 Jahre alt und will den Familienbetrieb einmal übernehmen. Die wirkliche Last, die ein Landwirt trägt, sieht er noch nicht. Er fährt sämtliche Maschinen und lernt von seinem Vater das, was der schon von seinem Vater gelernt hat. Die Frage des Fortbestehens vom Familienbetrieb steht auch im Hause Rohst an. Detlef Rohst hat den Pferdezuchtbetrieb von seinem Vater übernommen. Seine Tochter Cindy will den Betrieb übernehmen, aber sie muss ihn auf neue Füße stellen. Anja Viertel hat ihr Heimatdorf nach ihrem Abitur verlassen. Die gelernte Krankenschwester hat lange in Hamburg gelebt. Bei ihrer Rückkehr empfand sie Schinne in der Woche als „leer“, weil ihre Freunde auch alle das Dorf verlassen hatten. Erst später trafen sie sich in ihrer Heimat wieder. Sie alle haben nun ihre Familien auf dem Land gegründet. Bärbel Koslowski ist Rentnerin und besitzt einen großen Vier-Seitenhof, der einst der Landwirtschaftsbetrieb ihrer Großeltern war. Ihre Mutter ist auf dem Hof geboren und gestorben. Viele dieser typischen Altmark-Höfe zerfallen. Bärbel Koslowski hat ein Museum daraus gemacht. André Mächler ist nach Schinne gezogen und hat die alte Post in sein neues Zuhause verwandelt. Vorher hat er in der Stadt gewohnt. Als Zugezogener musste er lernen, mit den Eigenheiten der Alteingesessenen Dorfbewohnern umzugehen. Es sind fünf Geschichten über eine Heimat, die von der Gemeinschaft lebt und tagtäglich vor großen Herausforderungen steht. Als die Pandemie über das Land kam, brach auch in Schinne das soziale Leben zusammen. Nach und nach versuchen die Bewohner seitdem, Strukturen wiederzubeleben, die die Menschen im Dorf zusammenhalten. Zwei Jahre lang hat der Dokumentarfilmer Tom Lemke die Bewohner von Schinne filmisch begleitet. Vom Sommer 2019 bis zum Sommer 2021. Entstanden ist ein unterhaltsames und nachdenkliches Zeitdokument über die Freude, die Sehnsucht und die Perspektiven, die das Landleben zu bieten hat – ein liebevoller Blick in die „Seele des Dorfes“. (Text: MDR)

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